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TK-Verbände kündigen Gegenvorschlag zu Telekom-Vorstoß an Ja zu Vectoring, Nein zu Remonopolisierung der letzten Meile

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Breko, Buglas und VATM befürchten durch den Plan der Telekom, den Zugang zur TAL am Kabelverzweiger nicht mehr anzubieten, die massive Entwertung milliardenschwerer Infrastrukturinvestitionen der Wettbewerber.

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Telekommunikationsverbände befürchten, dass die Deutsche Telekom das Monopol der letzten Meile wiedererlangen könnte.
Telekommunikationsverbände befürchten, dass die Deutsche Telekom das Monopol der letzten Meile wiedererlangen könnte.
(Bild: Breko, Buglas, VATM)

Die Telekommunikationsverbände Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko), Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas) und der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) kritisieren massiv den Vorstoß der Deutschen Telekom, den Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) am Kabelverzweiger künftig nicht mehr anzubieten und stattdessen auf der so genannten letzten Meile Vectoring einzusetzen. Mit dieser Technologie ließen sich zwar bei kürzeren Distanzen zwischen Kabelverzweiger und Haushalt Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s übertragen, ein entbündelter Zugang stünde anderen Carriern dann aber nicht mehr zur Verfügung. Die Entbündelung der TAL ist seit 1998 als einer der Grundpfeiler der Marktliberalisierung gesetzlich festgeschrieben und hat einen wichtigen Anteil am Infrastrukturwettbewerb der TK-Branche.

„Wenn es darum geht, die Breitbandversorgung in Deutschland weiter zu verbessern, ist der Einsatz von Vectoring grundsätzlich zu begrüßen“, wertet VATM-Präsident Gerd Eickers. Die Forderung der Telekom, die Entbündelung nicht nur dort, wo Vectoring tatsächlich eingesetzt wird, sondern ganz unabhängig davon gleich bundesweit auszuschalten, zeigt, dass es ihr in Wahrheit wieder einmal um das Verhindern von Wettbewerb geht, und das zu Lasten der Bürger gerade in ländlichen Regionen, wo die Wettbewerber mehr als das Doppelte der Telekom investieren.“

Vectoring unterdrückt die wechselseitigen Störungen der einzelnen Leitungen in einem Kabel, ähnlich wie bei der Rauschunterdrückung in Kopfhörern. Dadurch können im herkömmlichen Kupferkabel bei gleichzeitigem Einsatz von VDSL2 auf Distanzen bis zu 400 Meter zwischen Kabelverzweiger und Haushalt Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s erreicht werden, bei Entfernungen bis zu 800 Meter immerhin noch etwa 50 MBit/s.

„Die Wettbewerbsunternehmen haben seit der Marktöffnung 1998 deutlich mehr als 50 Mrd. Euro investiert, den größten Teil davon in eigene Infrastrukturen“, erläutert Buglas-Präsident Dr. Hans Konle. „Wenn künftig an von Wettbewerbern erschlossenen Kabelverzweigern der Zugang zur entbündelten TAL, wie von der Telekom nun gefordert, nicht mehr gewährt wird, entwertet das nicht nur den dort getätigten Milliardeninvest, sondern führt auch zur Remonopolisierung.“ Dabei hätten, so die Verbände unisono, die vergangenen Jahre deutlich gezeigt, dass der Wettbewerb den Großteil des Infrastrukturausbaus vorangetrieben habe und nicht der Exmonopolist.

„Eine Monopolisierung von Vectoring durch die Deutsche Telekom ist schon deshalb unsinnig, weil diese Technik den Glasfaserausbau zum Kabelverzweiger voraussetzt. Dieser wird in Deutschland aber ganz wesentlich durch Investitionen der Wettbewerber vorangetrieben. Vectoring wird daher nur dann einen wirkungsvollen Beitrag zum Breitbandausbau leisten, wenn alle investierenden Unternehmen in gleicher Weise davon profitieren können“, so Breko-Präsident Ralf Kleint.

Die drei Verbände werden daher einen gemeinsamen Vorschlag dazu erarbeiten, wie sich die Vectoring-Technologie im Wettbewerb aller Marktteilnehmer einsetzen lässt, damit die Innovations- und Investitionskraft der gesamten Branche im Sinne eines weiteren zügigen Breitbandausbaus für Bürger und Unternehmen eingesetzt werden kann. Der Vorschlag soll bei der nächsten Sitzung des NGA-Forums bei der Bundesnetzagentur im Dezember vorgestellt werden.

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