Fokus liegt auf praktikablen Einsatzszenarien bestehender Lösungen

IT-Trends 2015: IT der Zukunft ist mobil, hybrid und agil

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Nach Einschätzung von Consol werden im Jahr 2015 u.a. die Themen Moblität, Vernetzung, hybride Infrastrukturen und Agilität im Fokus der IT stehen.
Nach Einschätzung von Consol werden im Jahr 2015 u.a. die Themen Moblität, Vernetzung, hybride Infrastrukturen und Agilität im Fokus der IT stehen. (Bild: Schwartz PR / Consol / Fotolia)

Nächstes Jahr werden Mobilität und Vernetzung auf dem Vormarsch sein, die hybride Cloud wird sich in der Unternehmenspraxis durchsetzen, disruptive Technologien und Big Data werden agile IT-Systeme erfordern – dies sagt der IT-Dienstleister Consol in seinem IT-Trendreport 2015 voraus.

Für 2015 sieht IT-Dienstleister Consol Consulting & Solutions Software die IT in einer Übergangsphase: Der Fokus liege weniger auf der Vermarktung neuer Technologien als auf praktikablen Einsatzszenarien bestehender Lösungen. Damit sollen effiziente Antworten auf disruptive Geschäftsmodelle, sich schnell ändernde Marktbedingungen und einen zunehmenden Kosten- und Konsolidierungsdruck gegeben werden. Mobil, hybrid und agil – diese Eigenschaften würden dabei die entscheidende Rolle spielen.

IPv6

Mit der zunehmenden Vernetzung von Endgeräten und Dingen wird, so die Voraussage, das Internetprotokoll IPv6 und sein flächendeckender Einsatz 2015 noch stärker in den Fokus rücken. Ob mobile Devices, Wearable Technologies oder Smart Building: Das „Internet der Dinge“ werde IPv6 im kommenden Jahr einen weiteren Schub geben.

Hybrid Cloud

Consol zufolge werden die Cloud-Technologien nächstes Jahr endgültig im Unternehmenseinsatz angekommen sein – insbesondere in hybriden Systemlandschaften mit nach Kosten-Nutzen-Aspekten sowie nach Unternehmensanforderungen hinsichtlich Compliance, Sicherheit, Verfügbarkeit und IT-Governance sinnvoll kombinierten On-Premise-Anwendungen und Cloud-Services. Durch den Einsatz spezialisierter Cloud-Services würden im Gegenzug die Anforderungen an klassische On-Premise-Lösungen weiter steigen, insbesondere was die Flexibilität, Leistungsfähigkeit und einfache Skalierbarkeit betrifft.

Strukturierte und unstrukturierte Daten

Consol sieht in der Sicherung, Speicherung, Analyse und Nutzung von hybriden Datenbeständen eine große Herausforderung für 2015. Es gelte, kostengünstige Lösungen aus dem bestehenden Technologieangebot zu entwickeln, um die großen Mengen von Daten aus klassischen relationalen Datenbanken mit unstrukturierten Informationen in sinnvolle Beziehungen setzen zu können. 2015 würden deshalb weniger einzelne Technologien, sondern zielführende Lösungen in den Mittelpunkt rücken. Dabei werden sich Consol zufolge hybride Ansätze durchsetzen, die je nach Anforderung das kostengünstigste Setup bieten. Ein Beispiel seien Nearline-Storage-Konzepte oder der Bezug von In-Memory-Lösungen aus der Cloud. Insgesamt würde sich viel Bewegung im Markt der Datenbankanbieter ankündigen. Platzhirsche wie SAP bekämen u.a. bei der In-Memory-Technologie Konkurrenz von weiteren großen Playern wie etwa Oracle. Aber auch aus dem Open-Source-Umfeld, z.B. mit Infinispan, Hadoop oder aus der NoSQL-Bewegung, würden leistungsstarke Lösungen auf den Markt drängen.

Ultra Low Power Server

Getrieben durch die Leistungsanforderungen moderner Smartphones steigt die Rechenleistung mobiler Prozessoren rasant an. Gleichzeitig bleibt ihr Stromverbrauch weit unter den Werten selbst stromsparender, klassischer Server-Prozessoren. Basis dieser Mobil-CPUs ist in der Regel die ARM-Architektur, für die u.a. Linux-Distributionen und eine Java-VM zur Verfügung stehen und die z.B. auch im Raspberry Pi Verwendung findet. 2015 werden, so Consol, ARM-basierte Server dort zunehmende Verbreitung finden, wo nicht das letzte Quäntchen Prozessorleistung im Vordergrund steht, und daraus aufgebaute Big-Data-Cluster im Petabyte-Bereich mit Hunderten CPU-Kernen werden sich mit konventioneller Kühlung in einem einzigen Rack unterbringen lassen und (ggf. mit spezialisierten Zusatzprozessoren) eine interessante und vor allem in der TCO-Betrachtung lohnende Alternative zu den klassischen Architekturen bieten.

Agile Infrastrukturen und Prozesse

Agilität wird für Consol eines der wichtigsten Kriterien für Unternehmenserfolg und damit einer der Trends 2015 sein. Drängen etwa disruptive Technologien oder Geschäftsmodelle in einen Markt oder erfordern Big-Data-Analysen Änderungen und Anpassungen im Produktportfolio, bei den Vertriebswegen, im Produktionsprozess oder gar bei der gesamten Organisation, seien agile Systemlandschaften und Infrastrukturen gefordert. Im Enterprise-Umfeld spricht Gartner hier von Web-Scale IT nach dem Vorbild von Amazon & Co. Agile Systeme würden sich in alle Richtungen skalieren und schnell und einfach an neue Marktanforderungen anpassen lassen. Für die Umsetzung solcher Infrastrukturen seien auch Konzepte wie die hybride Cloud wichtig: Sie stelle Infrastruktur, Entwicklungsumgebungen, Prozessorleistung und vieles mehr bedarfsgerecht bereit.

„2015 wird ein Jahr, in dem viele Unternehmen wichtige Weichen hin zu einer mobilen, hybriden und agilen IT und damit für ihre Wettbewerbsfähigkeit in der Zukunft stellen werden“, erläutert Michael Beutner, Geschäftsführer Technik bei Consol. „Die Anforderung und der Prozess sehen in jedem Unternehmen anders aus. Hier sind auch IT-Dienstleister gefordert, klassische Modelle zu hinterfragen und individuelle Konzepte zu entwickeln. 2015 wird es zudem weiter um das Thema Vernetzung gehen. Das Internet der Dinge oder der Einsatz von intelligenten Maschinen wie dem selbstfahrenden Auto oder Google NEST zeigen, in welche Richtung es geht und was durch das Zusammenspiel von Sensoren und Automatisierung, Big Data und Cloud einmal möglich sein wird. Bis zur Marktreife wird es allerdings noch einige Jahre dauern.“

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