State of the Network Global Study 2021 IT in der Pandemie: Reset unserer Arbeitsweise

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die Covid-19-Pandemie hat die Arbeitsweise der Menschen und die IT in Unternehmen stark verändert. Laut der „State-of-the-Network“-Studie von Viavi Solutions rücken die Migration kritischer Anwendungen in die Cloud, neue Technologien wie KI und der Ausbau schneller LANs und WANs in den Fokus.

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Die IT-Abteilungen sind bereit, aus der Krise heraus neue Wege einzuschlagen, um die digitale Transformation zu beschleunigen.
Die IT-Abteilungen sind bereit, aus der Krise heraus neue Wege einzuschlagen, um die digitale Transformation zu beschleunigen.
(Bild: Viavi Solutions)

Für die State of the Network Global Study 2021 seien 794 IT-Spezialisten aus verschiedenen Branchen und Unternehmen weltweit befragt worden. 60 Prozent davon, so Viavi, erwarten im Jahr 2021 höhere Ausgaben für den Einsatz neuer Technologien, darunter SD-WAN (62 %), privates 5G (52 %) und KI-Operationen (45 %). Deutlich gestiegen sei schon jetzt der Supportaufwand für Unified Communications (UC) und Collaboration-Tools, zudem werde mehr Zeit für die Erkennung und Beseitigung von Sicherheitsbedrohungen aufgewendet. Schwierigkeiten würde jedoch der Mangel an ausreichend qualifizierten IT-Spezialisten bereiten.

Trotz der disruptiven Herausforderungen des Jahres 2020 zeige die Umfrage, dass sich die IT-Teams an das Management der heutigen Work-from-Home-Kultur angepasst haben. Die Umfrageteilnehmer würden sich mittlerweile mindestens zehn Stunden pro Woche mit Problemen im Zusammenhang mit UC- und Collaboration-Tools wie WebEx, Microsoft Teams und Zoom beschäftigen. Die Bedeutung des Netzwerk- und Anwendungszugriffs sei noch nie so wichtig wie heute gewesen, insbesondere da einige Unternehmen planten, die Remote-Arbeit auf unbestimmte Zeit auszudehnen.

Größtes Problem bei der Bewältigung von IT-Problemen sei für die Befragten der Fachkräftemangel gewesen, am deutlichsten zu spüren bei Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als zwei Mrd. US-Dollar. Mehr als 90 Prozent der Mittelständler hätten Schwierigkeiten geeignetes IT-Personal zu finden.

„Das vergangene Jahr war für Unternehmen einschneidend, da sich die IT-Teams an die Aufgabe angepasst haben, trotz der gegenwärtigen Pandemiesituation eine reibungslose Servicebereitstellung und eine optimale Endbenutzererfahrung aufrechtzuerhalten“, so Charles Thompson, Vice President und General Manager, Enterprise und Cloud, Viavi. „Die Herausforderungen sind jedoch nicht verschwunden, wie die diesjährige „State-of-the-Network“-Studie zeigt. Eine wachsende Qualifikationslücke macht die Fehlersuche schwieriger als jedes technische Problem, auch wenn NetOps-Teams mehr Zeit als je zuvor damit verbringen, sich mit den gestiegenen Sicherheitsbedenken zu beschäftigen.“

„Unsere Untersuchung hat gezeigt, dass die Qualifikationslücke real ist, unabhängig davon, ob Netzwerkteams mit Legacy-Technologie oder Lösungen der nächsten Generation arbeiten“, erläutert Shamus McGillicuddy, Vice President of Research, Network Management, Enterprise Management Associates. „Es gibt Möglichkeiten, die Lücke zu kompensieren. IT-Organisationen können Netzwerkmanagement-Tools mit rollenbasierten Workflows einsetzen, die darauf abzielen, Admins der unteren Ebenen zur Übernahme von Aufgaben befähigen, die normalerweise Netzwerkspezialisten vorbehalten sind. Eine weitere Option ist der Einsatz von Netzwerk-Automatisierungstools, die entweder die Arbeitsabläufe für erfahrene Techniker verkürzen oder es ihnen ermöglichen, mehr Aufgaben an Admins zu delegieren.“

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

  • Beim Hosting kritischer Anwendungen hätten sich Unternehmen verstärkt für die Cloud entschieden. Als Hauptgründe für die Migration seien „verbesserte Service-Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit“ genannt worden.
  • IT-Teams würden weiterhin auf den Einsatz von Hochgeschwindigkeitsnetzwerken setzen. Mehr als 90 Prozent würden in den nächsten drei Jahren 100-Gigabit-Ethernet (100GbE) einsetzen, 80 Prozent den Einsatz von 400GbE planen.
  • 78 Prozent der Netzwerkbetriebs-Teams (NetOps) seien jetzt an der Erkennung und Beseitigung von Sicherheitsbedrohungen beteiligt – ein Anstieg von mehr als 25 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr.
  • 51 Prozent hätten angegeben, dass ihre Organisationen von der massiven Sunburst-Cyberattacke betroffen waren.

Aus den Ergebnissen zieht Viavi die folgenden Schlussfolgerungen für IT-Teams:

  • Die Suche nach qualifizierten Fachkräften und deren Bindung an das Unternehmen erschweren die Fehlerbehebung bei Anwendungen. Rund die Hälfte der Befragten habe angegeben, dass es die Netzwerkautomatisierung den IT-Mitarbeitern ermöglicht, sich auf strategische Initiativen zu konzentrieren und geschäftliche Innovationen voranzutreiben. Zudem könne die automatisierte Netzwerküberwachung helfen, den Fachkräftemangel zu kompensieren.
  • Führungskräfte sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Zusammenlegung von NetOps, SecOps und DevOps in herkömmlichen IT-Warrooms die termintreue Projektdurchführung beeinträchtigen kann. Zwar seien War Rooms unvermeidlich, um schwerwiegende Performance- und Sicherheitseskalationen zu lösen, mithilfe von Tools und Workflows, die durch gemeinsame Datenquellen die Zusammenarbeit über Silos hinweg erleichtern, lasse sich ihre Häufigkeit jedoch reduzieren.
  • Es ist kaum möglich, einem massiven globalen Vorfall wie Sunburst vollständig zu entkommen. IT-Teams könnten sich jedoch auf zukünftige Angriffe mithilfe von Netzwerküberwachungs-Tools vorbereiten, die gerichtsverwertbare forensische Daten in voller Qualität erfassen. Dies beschleunige die Erkennung und Beseitigung von Bedrohungen und trage dazu bei, die Menge der gestohlenen Daten einzuschränken, rechtliche Kosten und behördliche Bußgelder zu reduzieren und den Reputationsschaden auf ein Minimum zu beschränken.

Methodik der Studie

Viavi (und zuvor Network Instruments) habe seine alljährliche globale „State-of-the-Network“-Studie zum 14. Mal in Folge durchgeführt. Zu den 794 befragten IT-Spezialisten aus aller Welt zählten sowohl Netzwerkingenieure und IT-Direktoren als auch Sicherheitsingenieure und CIOs. Zusätzlich zur geografischen Vielfalt habe sich die Studienpopulation auf Netzwerke und Geschäftsbereiche unterschiedlicher Größe verteilt. Die Fragen der Studie seien auf der Grundlage einer Umfrage unter Netzwerk- und Sicherheitsexperten entwickelt worden.

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