Digitale Transformation

Ist Ihr Netz fit für die digitale Transformation?

| Autor / Redakteur: Martin Klapdor / Andreas Donner

Wer sein Netz fit machen will für die digitale Transformation, der muss es überwachen!
Wer sein Netz fit machen will für die digitale Transformation, der muss es überwachen! (Bild: CC0 - gemeinfrei - PublicDomainPictures - pulse-trace / CC0)

Unternehmen wollen dieses Jahr viel Geld in die digitale Transformation stecken. Anwendungsfälle gibt es viele und die Erwartungen sind hoch. Doch damit Firmen Erfolg haben, müssen sie sicherstellen, dass ihre Infrastrukturen leistungsfähig sind, und zwar zu jeder Zeit.

Die digitale Transformation kommt in Unternehmen an. Angetrieben durch die Konkurrenz von Startups, die ganze Branchen aufmischen, erkennen Firmenlenker, dass sie sich dieser Entwicklung nicht verschließen können. Disruptiv ist das neue innovativ. Um also am Markt bestehen zu können, investieren Unternehmen kräftig.

Damit die Wandlung zu datengetriebenen Produkten, Services und Geschäftsmodellen gelingt, stecken sie im kommenden Jahr rund die Hälfte ihrer IT-Investitionen in die digitale Transformation. Dabei ist die Transformation eher ein Marathon als ein Sprint. Unternehmen müssen dauerhaft darauf hintrainieren und ihren „Organismus“ auf die mühsamen, aber auch bereichernden Veränderungen vorbereiten.

Viele der Technologien, die die digitale Transformation vorantreiben, sind an sich nicht neu. Cloud Computing, Big Data und das Internet der Dinge (IoT) wurden schon vor Jahren zu Game Changern ausgerufen. Mittlerweile liegen genug Erfahrungen vor, dass auch eher vorsichtige Unternehmen den Schritt in die digitale Zukunft wagen. Was viele jedoch nicht bedenken: Eine neue Technologie einfach auf die bestehenden Systeme aufzustülpen, greift zu kurz. Zunächst müssen die infrastrukturellen Bedingungen für solche Technologien geschaffen werden.

Servicequalität trotz Datenwachstum

Denn die Vorteile, die Cloud, Big Data und IoT versprechen – mehr Flexibilität und Effizienz sowie zukunftsfähige Produkte und Geschäftsmodelle – gehen mit großen Datenmengen einher, die durch das Unternehmensnetzwerk fließen. Die Anbindung an neuen, vielzähligen Endpunkten und externen Cloud-Ressourcen machen die schnelle, fehlerfreie Übertragung von Daten zu einer Herkulesaufgabe für die IT-Infrastruktur. Dass diese gelingt, ist jedoch Voraussetzung für eine hohe Nutzerzufriedenheit und somit essenziell für den Erfolg der digitalen Transformation. Schließlich geht es bei allen Bemühungen darum, den Nutzer und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt von Produkten und Services zu stellen.

Das bedeutet aber nicht, dass Unternehmen umgehend mit dem Bau neuer Rechenzentren loslegen müssen, wenn sie die digitale Transformation anpacken wollen. Mehr Infrastruktur bedeutet noch lange nicht, dass sie auch auf die Erfordernisse der darauf laufenden Anwendungen zugeschnitten ist. Stattdessen sollten sich Anwender genau anschauen, welche Technologien sie einführen wollen, welche Voraussetzungen dafür nötig sind und wie sie die Leistung ihrer bestehenden Systeme optimieren.

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Industrie 4.0 und IoT: kritische Faktoren Kontinuität und Sicherheit

Der Industriestandort Deutschland ist äußerst produktiv. So produktiv, dass im letzten Jahrzehnt keine Zugewinne mehr erzielt wurden. Um den Vorsprung vor der internationalen Konkurrenz zu halten, hoffen Unternehmen auf das Potenzial von Industrie 4.0.

Die automatisierte Produktion soll neue individualisierte Produkte ermöglichen, die Effizienz der Produktionsanlagen steigern und die Notwendigkeit von händischen Prozessen senken. Dafür müssen Daten zwischen Maschinen und IT-Systemen ausgetauscht werden, und zwar mit einer hohen Verlässlichkeit. Denn Unterbrechungen in der vernetzten Industrie sind kostspielig. Eine Erfahrung, die ein amerikanisches Pharmaunternehmen machen musste. Dort führten Ausfälle der automatisierten Produktionsanlage regelmäßig zu Schäden im sechsstelligen Bereich. Jede Minute Stillstand kostete das Unternehmen mehr als 15.000 US-Dollar.

In diesem Fall schaffte eine Monitoring-Lösung, die alle Teile der Produktionsumgebung einbezog, Abhilfe. Auffälligkeiten in der Anlage, die vorher zu einem Ausfall des Systems geführt hätten, konnten so frühzeitig gemeldet und behoben werden. Ein engmaschiges Monitoring kann aber mehr: Gerade das Thema Sicherheit ist im Internet der Dinge noch unterbeleuchtet.

Wie eklatant die Sicherheitslücken sind, zeigte sich, als im Oktober 2016 ein groß angelegter DDoS-Angriff auf einen DNS-Provider das Internet in weiten Teilen der US-Ostküste lahmlegte. Wächst der IoT-Markt weiter, wie die Produktankündigungen rund um den diesjährigen Mobile World Congress deutlich zeigen, werden Sicherheitslücken auch mehr Beachtung finden. Eine Umfrage von Spiceworks ergab, dass sich die deutliche Mehrheit der IT-Manager der Sicherheits- und Datenschutzprobleme rund um das IoT bewusst ist – und dennoch kaum ein Unternehmen darauf mit Maßnahmen antwortet.

Damit mangelnde IT-Security nicht zum Stolperstein für die Digitalisierung wird, ist es wichtig, dass Unternehmen stets im Bilde sind, was sich in ihren Netzwerken abspielt. Gibt es Anzeichen für ungewöhnliche Aktivitäten? Fließt Traffic in Bereichen, die sonst um diese Uhrzeit kaum aktiv sind? Antworten darauf geben Echtzeit-Netzwerkdaten.

Gesicherte Echtzeitdaten für Big Data

Was sind die Gründe für Unternehmen, die digitale Transformation anzupacken? Wer langfristig erfolgreich bleiben will, muss sicherstellen, auch in Zukunft für die eigene Zielgruppe relevant zu sein und darüber hinaus neue Kundenschichten anzusprechen. Um dies zu erreichen, braucht man vor allem eins: Wissen. Wissen, das sich in Nutzerdaten versteckt und durch Big Data Analytics zugänglich gemacht wird. Dabei steigt die Menge der Daten, die für Unternehmen relevant sind, zunehmend an. EMC prognostiziert, dass 2020 über 40.000 Exabyte Daten generiert werden, mehr als vier Mal so viel wie 2015.

Das bedeutet Schwerstarbeit für die IT-Infrastruktur. Nicht nur die Datenmenge wächst, und damit der Bedarf an Hardware zur Verarbeitung dieser Daten. Je mehr Switches, Router und sonstige Schaltstellen, desto größer die Gefahr von Fehlfunktionen. Doch auch immer mehr Datenquellen, interne wie externe, müssen in Big-Data-Repositorien integriert werden. Das macht im Falle von Störungen die Suche nach Fehlerursachen zur Sisyphusarbeit. Hinzu kommt, dass viele Anwendungsfälle von Big Data Echtzeitdaten erfordern. Fallen einzelne Verbindungen aus, kann das die Datenlage verfälschen und so zu fehlerhaften Analysen und Prognosen führen. Entsprechend wichtig ist die Monitoring-Absicherung von Traffic für den Einsatz von Big Data.

Fehler vermeiden auch in Cloud-Umgebungen

Eine Herausforderung für IT-Abteilungen besteht darin, dass im Zuge der digitalen Transformation zunehmend externe Daten und Ressourcen für den Geschäftsbetrieb genutzt werden. Um schnell auf veränderte Bedarfe zu reagieren und unternehmensweite Kollaboration zu ermöglichen, kommen vermehrt Cloud-Lösungen zum Einsatz, vom reinen Cloud-Speicher bis hin zu unternehmenskritischen Anwendungen wie Salesforce. Sie versprechen Flexibilität, geringere Kosten und weniger Aufwand für Betrieb und Instandhaltung. Gerade in Deutschland waren Unternehmen lange Zeit skeptisch, aber im vergangenen Jahr konnte Cloud Computing hierzulande deutlich stärker Fuß fassen.

Aber die Cloud bringt nicht nur Vorteile. Sicherheitsbedenken sind das eine, das andere eine geringere Kontrolle. Unternehmen, die Cloud-Ressourcen nutzen, müssen Anbietern vertrauen, dass Service Levels wie vertraglich vereinbart eingehalten werden. Nachprüfen können sie dies aber nur, wenn sie auch externe Ressourcen in ihr Netzwerkmonitoring integrieren.

Dies ist zum einen wichtig, um aufgetretene Probleme schnell zu identifizieren und zu beheben, auch wenn sie außerhalb des eigenen Rechenzentrums liegen. Kommt es zu einem Ausfall, können Unternehmen zudem nachprüfen, wo der Fehler lag und wer dafür verantwortlich war. Dies ist angesichts der Kosten für IT-Unterbrechungen, die zum Beispiel in der Energiebranche bei knapp drei Millionen US-Dollar pro Stunde liegen, auch eine Frage von Schadenersatzansprüchen.

Martin Klapdor
Martin Klapdor (Bild: Netscout / Schwarz Petra Vallentin)

Fazit

Die vorangegangenen Beispiele zeigen, dass die digitale Transformation nicht nur eine Frage von Mehr und Schneller ist, sondern das „Wie“ eine entscheidende Rolle spielt. Ein Mensch, der mit Leistungssport anfängt, ist gut beraten, sich regelmäßig medizinisch durchchecken zu lassen, um Gesundheitsprobleme zu vermeiden. Ebenso sollten Unternehmen die Kondition ihrer Infrastrukturen im Blick behalten, wenn sie den Marathon digitale Transformation in Angriff nehmen.

Über den Autor

Martin Klapdor ist Senior Solutions Architect bei Netscout Systems.

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