Fortschritt bei der IPv6-Migration

IPv6: Gewinner und Verlierer

| Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Peter Schmitz

Darum ist IPv6 besser als IPv4

Der Vergleich der beiden Protokolle zeigt riesige Unterschiede: Der Adressraum von IPv6 besteht aus 128-Bit-Adressen, was rechnerisch 340 Sextillionen unterschiedliche IP-Adressen ergibt, eine Zahl mit 39 Nullen. Die Folge: Alle Geräte könnten eine feste und öffentliche IPv6-Adresse erhalten. NAT wäre nicht mehr nötig, allenfalls noch als Carrier Grade NAT an den Netzgrenze der Provider, wo es während einer Übergangsphase zwischen den beiden IP-Versionen übersetzt.

Der vorhandene Adressraum ließe sogar noch mehr Spielraum zu, denn wie bei IPv4 werden davon nicht alle Adressenbereiche verwendet oder Adressbereiche mit speziellen Funktionen ausgewiesen. Jetzt geht es darum, den Weg in diesen Überfluss zu ebnen, gefragt sind Netzbetreiber, Hardware-Hersteller, Systemhäuser und Anwender.

Bald geht''s los

Zur Zeit existieren zwei Wege zu IPv6, und zwar ein Tunneling ohne nativen IPv6-Zugang oder der gleichzeitige IPv4- und IPv6-Zugang als Dual Stack. Als Standard werden IPv6-fähige Endkundenanschlüsse erst von Forschungsnetzen und mehreren US-Providern realisiert. Aktuell weisen nur wenige Internet-Provider ihren Endkunden neben IPv4- auch IPv6-Adressen zu, angestrebt bis Ende des Jahres ist die flächendeckende und parallele Bereitstellung von IPv4- und IPv6-Adressen für gemeinsame PPP-Sessions.

ISPs wie die Deutsche Telekom oder Kabel Deutschland haben die Umstellung auf IPv6 bereits intensiv vorbereitet, aber noch nicht in aller Konsequenz umgesetzt. Ihre Maxime: Der Teilnehmer soll von der Migration so wenig wie möglich mitbekommen.

Die Deutsche Telekom bietet zur Zeit aber noch keine IPv6-tauglichen Endkundenanschlüsse an, müsste aber bis Jahresende nach eigener Aussage eine IPv6-Connectivity mit Dual-Stack-Anschlüssen bereitstellen. Damit ein IPv6-fähiger Router IPv6 mit der Gegenstelle zusätzlich zu IPv4 aus handelt, erhält der Endteilnehmer vom Provider eine IPv6-Adresse für das WAN-Interface, ein /56 Präfix zur Weiterverteilung an PCs im LAN und einen IPv6 DNS-Server.

Durch doppelte Adress-Zuweisung über Dual Stack werden gemeinsame und getrennte PPP-Session für IPv6 unterstützt. Dazu vergibt der Provider eine IPv4-Adresse und ein IPv6-Präfix. Bei der Telekom sollen dies zunächst Kunden mit einem reinen IP-Anschluss erhalten, nicht aber mit einem T-Net-oder ISDN-Anschluss.

Für die Netzbetreiber könnte sich der Mehraufwand durch die Umstellung auf IPv6 durchaus rechnen, sobald neue Anwendungs-Szenarien wie Machine-to-Machine oder das "Internet der Dinge" neue Umsatzquellen erschließen. Neue Potenziale durch einen Technologiesprung könnten die Netzbetreiber zu den Profiteuren von IPv6 machen.

Gewinner beim Übergang zu IPv6

Der große Gewinner beim Übergang zu IPv6 ist eindeutig die Internet-Wirtschaft: Sobald das neue Protokoll breitflächig ausgerollt ist, locken neue und zusätzliche Geschäftsmodelle. Dann wird auch das "Internet der Dinge" zur Realität, da jeder Gegenstand, in den sich Elektronik einbauen lässt, direkt ans Internet angeschlossen werden kann. Der Phantasie sind bald keine Grenzen mehr gesetzt: Vernetzte Heimgeräte, übers Web ansprechbare Komponenten in Fahrzeugen oder der über GPS-lokalisierbare Golfball.

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