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Die Snom-Telefonanlage – von Freeware bis unbegrenzte Benutzerzahl IP-Telefon-Hersteller Snom bringt eigene PBX auf den Markt

Redakteur: Ulrike Ostler

Mit der eigenen Telefonanlage „Snom One“ vollzieht Anbieter Snom Technology einen Strategiewechsel. Er ist nun nicht nur Hersteller von IP-Telefonen, sondern bietet ein kompletteres Portfolio.

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Die blaue Snom-Telefonanlage eignet sich für unbegrenzte Nutzerzahlen.
Die blaue Snom-Telefonanlage eignet sich für unbegrenzte Nutzerzahlen.
( Archiv: Vogel Business Media )

„In puncto Unified Communications macht doch jeder Hersteller sein eigenes Ding“, resümiert Rudi Stahl, Leiter Vertrieb bei Snom die gegenwärtige Situation. Kaum ein Anbieter komme mit dem Session Initiation Protokoll (SIP) und anderen Standards aus, oder wollten damit nicht auskommen. Das führe jedoch die Idee von einer vereinheitlichten Kommunikationsinfrastruktur ad absurdum.

Um die eigenen IP-Telefone mit jeder Anlage zu koppeln, auf der das nativ unmöglich ist, bedient sich Snom im Wesentlichen der Adapter von Estos. Doch darüber hinaus bietet der Hersteller nun eine eigene Telefonanlage an.

Ziel der Neuentwicklung ist es, dem Käufer eine IP-Anlage zur Verfügung zu stellen, die den gesamten Funktionsumfang der Snom-Telefone unterstützt. Das neue System wurde bereits in den letzten beiden Jahren auf dem italienischen Markt getestet und optimiert.

Drei Software-PBXen zur Auswahl

Snom ONE wird zunächst in drei Softwareversionen angeboten: „Snom One free“ ist kostenlos herunterladbar und eignet sich für bis zu 10 Teilnehmer. Das kostenpflichtige System „Snom One yellow“ erlaubt die Telefonie bis zu 20 Teilnehmern und „Snom One blue“ eine unlimitierte Teilnehmeranzahl. Alle Versionen bieten dabei den gleichen Funktionsumfang, etwa: Konferenzen, automatische Rufannahme, Sammelanschlüsse und Warteschleifen.

Anwender können eingehende Anrufe parallel entweder auf ihrem Snom-IP-Telefon oder über ihr Handy annehmen. Das bedeutet Benutzerfreundlichkeit und höhere Mobilität.

Für Standard-Nebenstellen bietet die Anlage zum Beispiel die Nutzung an mehreren Arbeitsplätzen (Hot Desking), Voice-Mail to E-Mail, Anruffilter und Anruf-Umleitung mit Präsenzstatus und Monitoring. Darüber hinaus verfügt die PBX über Durchsagefunktionen, die sich mit den Snom IP-Telefonen und dem Audio-Steuersystem Snom PA 1 nutzen lassen.

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Sicher und standardisiert

Die Software-Telefonanlagen „Yellow“ und die kostenlose Version unterscheiden sich von der „Blue“-Variante lediglich durch die Anzahl der zulässigen Benutzer. Der Funktionsumfang ist identisch. (Archiv: Vogel Business Media)

Die Anlage ermöglicht den sicheren Web-Zugang über HTTPS, die Sicherheit der Telefongespräche wird durch TLS und SRTP erreicht. Außerdem lässt sich Snom One problemlos in Umgebungen mit zahlreichen IP-Adressen einsetzen.

Anrufe in das öffentliche Telefonnetz (PSTN) lassen sich entweder über Standard-PSTN-Gateways oder über SIP-Trunking-Provider durchführen. Außedem erlaubt die Anlage den Anschluss anderer Produkte wie Fax-Geräte, vorausgesetzt sie unterstützen ebenfalls das SIP-Protokoll.

Mit Hilfe des Standards CSTA für computerunterstützte Telekommunikations-Anwendungen lässt sich das Telefonsystem vergleichsweise einfach in bestehende CRM-Systeme integrieren. Schließlich unterstützt die Software unterschiedliche Sprachen und Zeitzonen und lässt sich sowohl auf System- als auch auf Nutzerebene einstellen.

„Wir haben es immer sehr bedauert, wenn Kunden bestimmte Funktionalitäten unserer Telefone vermissten und der Grund hierfür einzig bei der verwendeten IP-Anlage lag“, erläutert Vertriebsleiter Stahl. Zwar können trotzdem jeder weiterhin wie gewohnt die hauseigenen VoIP-Telefone auf jeder auf dem offenen Standard SIP basierenden Anlage installieren.

In Italien getestet – nun in Deutschland zu haben

Aber mit Snom One gebe es jetzt eine Auswahl einfach zu installierender und auf die Endgeräte zugeschnittener Telefonsysteme. „Diese jüngste Entwicklung stellt in der Tat auch das Ergebnis der Anforderungen seitens unserer Partner und den Nutzern unserer Telefone aus den letzten Jahren dar!“

Die Softwarevarianten wurden bereits der Distribution vorgestellt und sind ab sofort verfügbar.

Die Snom Technology AG wurde 1996 in Berlin gegründet und gehört zu den Vorreitern in der Voice-over-IP-Branche. Auf der CeBIT 2000 stellte Snom das erste SIP-basierte IP-Telefon vor. Die Produkte sind für den Einsatz im Business-Bereich gedacht, für Internet Service Provider, Carrier und OEM-Kunden. Zu den jüngsten Erfolgsmeldungen in diesem Bereich gehört, dass Snom-Telefone dieses Jahr von Vodafone in das Angebotsportfolio für die Festnetzsparte aufgenommen wurden.

Innovationsagenda

Mit seinem Vertriebsnetzwerk ist Snom mittlerweile in mehr als 60 Ländern vertreten. Als Herausforderung sieht Stahl, ganz vorn zu sein, wenn es um die technischen Entwicklungen geht. Ob VPN-Anbindungen (VPN = Virtual Private Network), CTI-Lösungen (CTI = Computer Telephony Integration) oder die Anbindung an den Microsoft Office Communication Server 2007 – Snom sei immer bei den Ersten gewesen.

Das Business-Telefon „Snom 870“ kostet rund 320 Euro. (Archiv: Vogel Business Media)

So unterstützen die Endgeräte auch bereits den Standard TR-069 / TR-111. Damit können Unternehmen und öffentliche Einrichtungen beliebig viele Nebenstellen ohne Aufwand anpassen und alle Geräte gleichzeitig konfigurieren.

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