Akamai beleuchtet den Status des Internets

Internetgeschwindigkeit: Deutschland weltweit auf Platz 29

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Akamai zufolge ist China weltweit für den meisten Attack Traffic verantwortlich, Großbritannien hat mit 16 MBit/s im Durchschnitt die höchste mobile Geschwindigkeit.
Akamai zufolge ist China weltweit für den meisten Attack Traffic verantwortlich, Großbritannien hat mit 16 MBit/s im Durchschnitt die höchste mobile Geschwindigkeit. (Bild: Akamai)

Wie Akamai in seinem State-of-the-Internet-Bericht für das vierte Quartal 2014 offenbart, rangiert Deutschland bei der durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit weltweit auf Position 29 und bei den Ländern, die weltweit für den meisten Attack Traffic verantwortlich sind, unter den Top Ten.

Akamai Technologies präsentiert seinen State-of-the-Internet-Bericht für das vierte Quartal 2014. Über die Akamai Intelligent Platform werden Daten gesammelt, die Einblick in Statistiken zur weltweiten Internetnutzung geben. Der aktuelle Report macht u.a. Angaben zu Verbindungsgeschwindigkeiten und Breitbandverbindungen stationärer und mobiler Netzwerke, Attack Traffic, der weltweiten 4K-Fähigkeit, den Status von IPv4-Verbindungen und die Einführung von IPv6. Darüber hinaus liefert der Bericht Einblicke in verschiedene schwerwiegende Sicherheitslücken wie Poodle, UPnP-Attacken, DNS Floods und Yummba-Webinject-Tools.

Breitbandverbindungen: mäßiges Wachstum in Deutschland

Mit einer durchschnittlichen Verbindungsgeschwindigkeit von 8,8 MBit/s machte Deutschland etwas Boden gut und stieg im Vergleich zum dritten Quartal 2014 im weltweiten Ranking um zwei Plätze auf Position 29. EMEA-weit liegt die Bundesrepublik auf Platz 15, in der Region Deutschland, Österreich, Schweiz (DACH) bedeutet das den dritten und letzten Rang. Der Jahreszuwachs in Deutschland betrug dabei aber immerhin 15 Prozent. Platz zwei in EMEA und damit Rang eins in der DACH-Region ging im vierten Quartal 2014 an die Schweiz. Sie erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 14,5 MBit/s, was einem Jahresplus von 21 Prozent entspricht. Österreich erzielte eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 9,8 MBit/s und somit ein Plus von 3,9 Prozent. Weltweit lag die Alpenrepublik damit auf Rang 24 und in der DACH-Region auf dem zweiten Platz.

Bei den durchschnittlichen Spitzengeschwindigkeiten konnten die Länder der DACH-Region im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls zulegen. Spitzenreiter ist auch hier wieder die Schweiz mit 57 MBit/s und einem Zuwachs von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Österreich konnte für denselben Zeitraum ein Plus von 9,4 Prozent verzeichnen, kam im vierten Quartal 2014 auf 41,4 MBit/s und landete damit in der DACH-Region auf Platz zwei. Schlusslicht ist hier ganz knapp dahinter Deutschland mit 41,0 MBit/s, was aber wenigstens eine Zunahme von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal bedeutet.

Verbindungen, die schneller als 10 MBit/s laufen, definiert der Akamai-Report als High-Broadband-Verbindungen. In Deutschland war dies im vierten Quartal 2014 bei knapp einem Viertel (24 Prozent) aller Verbindungen der Fall – und damit bei 33 Prozent mehr Verbindungen als noch im Vorjahr. In der DACH-Region reichte dies aber dennoch nur für den dritten und letzten Platz, in EMEA rangierte die Bundesrepublik damit auf Rang 18. Zweiter in der DACH- und 15. in der EMEA-Region war Österreich mit einem High-Broadband-Anteil von 26 Prozent (Jahreszuwachs acht Prozent). Spitzenreiter in beiden Regionen war die Schweiz. Dort hatte mehr als die Hälfte aller Verbindungen High-Broadband-Qualität (56 Prozent), das entspricht einem Jahresplus von 34 Prozent.

4K-Readiness: zunehmende Verbreitung ultraschneller Verbindungen

Teilweise erhebliche Zuwächse konnte die DACH-Region in Sachen 4K-Readiness verzeichnen – die 4K-Readiness-Metrik von Akamai misst den prozentualen Anteil von Breitbandverbindungen mit 15 MBit/s oder mehr für die Nutzung von 4K-Streams (Ultra HDTV). Weniger überraschend liegt auch hier die Schweiz auf dem ersten Platz, was in der EMEA-Region den zweiten Rang bedeutet. Knapp ein Drittel aller Verbindungen (30 Prozent) und damit 50 Prozent mehr als im Vorjahr waren dort „4K-ready“. Auf Platz zwei der DACH-Region (EMEA-Rang 13) landete Österreich mit einer 4K-Readiness-Rate von 13 Prozent und einem Vorjahresplus von 15 Prozent. Beim DACH-Schlusslicht Deutschland (EMEA-Rang 20) lag dieser Anteil lediglich bei 9,4 Prozent. Immerhin konnte die Bundesrepublik damit aber ein Plus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielen.

Attack Traffic und Security: Angriffe auf Port 23 nehmen zu

Im vierten Quartal 2014 identifizierte Akamai 199 Länder oder Regionen, aus denen der Attack Traffic stammte. Wie schon in den vergangenen Quartalsberichten lag bei den Ländern auch dieses Mal wieder China mit einem Anteil von 41 Prozent einsam an der Spitze. Aus diesem Land stammte mehr als dreimal soviel Attack Traffic wie aus den USA (13 Prozent). Deutschland rangierte im vierten Quartal 2014 unter den Top-Ten-Ländern und war für 1,8 Prozent des weltweiten Attack Traffic verantwortlich, was ein Wachstum von 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal bedeutet.

Der Attack Traffic, der auf die zehn meistattackierten Ports abzielte, machte im vierten Quartal 2014 79 Prozent des gesamten Attack Traffic aus. Damit wuchs dieser Anteil gegenüber dem Vorquartal um satte 38 Prozent. Port 23 (Telnet) war mit 32 Prozent der Angriffe auch dieses Mal wieder der meistattackierte Port und wurde damit mehr als zweieinhalb Mal so oft angegriffen wie noch im Vorquartal. Signifikante Zuwächse waren auch bei den Ports 445 (Microsoft-DS), 8080 (HTTP Alternate), 3389 (Microsoft Terminal Services) und 22 (SSH) zu verzeichnen.

Europäische Länder bei IPv6-Einführung spitze

Bei der IPv6-Einführung dominierten erneut europäische Länder die weltweiten Top Ten. Neuzugang Norwegen legte dabei mit einem IPv6-Traffic-Plus von 88 Prozent gegenüber dem Vorquartal einen regelrechten Satz hin. Spitzenreiter war aber erneut Belgien, wo im vierten Quartal 2014 32 Prozent aller Anfragen an die Akamai Intelligent Platform über IPv6 kamen. Das war eine mehr als doppelt so hohe Rate wie in Deutschland, das in den weltweiten Top Ten mit 14 Prozent den zweiten Platz belegte. Von den deutschen Netzbetreibern Kabel Deutschland, Kabel BW und Unitymedia kamen im vierten Quartal 2014 erneut mehr als ein Viertel aller Anfragen über IPv6. Die Deutsche Telekom erreichte hier 20 Prozent.

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