Studie von Horváth & Partners

Interessenskonflikte bei der Digitalisierung

| Autor / Redakteur: Heidemarie Schuster / Andreas Donner

Streitherd Digitalisierung: In jedem zweiten Unternehmen gibt es Interessenskonflikte.
Streitherd Digitalisierung: In jedem zweiten Unternehmen gibt es Interessenskonflikte. (Bild: Pixabay)

Laut einer Studie von Horváth & Partners gibt es in deutschen Unternehmen häufig keine eindeutigen Zuständigkeiten für das Thema Digitalisierung. 58 Prozent der Entscheider beklagen Konflikte bei der Zuordnung, wer verantwortlich ist.

Da der Studie „Digitalisierung – Der Realitäts-Check“ zufolge organisatorische Anpassungen an die Digitalisierung häufig zu kurz kommen, gibt es bei 58 Prozent der Befragten immer wieder Konflikte. 43 Prozent der Unternehmen haben Aufgaben und Zuständigkeiten im Zuge der Digitalisierung nicht neu justiert.

In jedem dritten Unternehmen liegt die Hauptverantwortung formal entweder beim CEO oder beim CIO. Nur vier Prozent der Unternehmen haben für die Digitale Transformation ein eigenes Ressort des Chief Digital Officer geschaffen. Zwei von drei Entscheidern signalisieren verstärkten Zeitdruck, weil der digitale Umbau zusätzlich zu den übrigen Aufgaben gestemmt werden muss. In 49 Prozent der Unternehmen kommt es zu Verwirrungen und verlängerten Abstimmungsschleifen, weil sich zwei oder mehrere Personen das Thema Digitalisierung zu Eigen machen.

„Es ist zu erkennen, dass Unternehmen den digitalen Wandel vor allem als technische Angelegenheit sehen und dabei das organisatorische Pflichtenheft und das Change Management vernachlässigen“, sagt Rainer Zierhofer, Partner bei Horváth & Partners.

Die Studie zeigt zudem auf, dass in beinahe jedem zweiten Unternehmen das Vorgehen des digitalen Umbaus nicht definiert ist. Darüber hinaus behindern häufig starre Strukturen die Digitalisierungsprojekte. „Unternehmen sind oftmals streng hierarchisch, funktional in Silos organisiert. Die Digitalisierung stellt diese Organisationsformen nun auf den Prüfstand und fordert die Unternehmen beispielsweise, neue Formen der Zusammenarbeit zu probieren und zu etablieren“, so Zierhofer.

Zur Studie

Für die Studie „Digitalisierung – Der Realitäts-Check“ wurden im Auftrag von Horváth & Partners rund 200 Unternehmensentscheider aus unterschiedlichen Branchen befragt. Das Marktforschungsinstitut Forsa führte im Zeitraum April bis Mai 2016 Telefoninterviews mit den Entscheidern durch. Die Teilnehmer der Studie stammen aus Unternehmen ab 500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz mit mindestens 250 Millionen Euro.

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