Grundlagen des Wide Area Networkings im Überblick

Intelligente WAN-Beschleunigungs-Technologien – So fern und doch so nah

26.11.2009 | Autor / Redakteur: Thomas Boele / Andreas Donner

Thomas Boele, Manager Systems Engineering CEE bei Riverbed Technology
Thomas Boele, Manager Systems Engineering CEE bei Riverbed Technology

Interception

Ein WAN Optimization Controller sollte sich möglichst einfach in eine existierende IT-Infrastruktur und somit transparent für Client und Server integrieren lassen – und hierfür eine Reihe unterschiedlicher Optionen mitbringen. In der Regel unterscheidet man die folgenden Möglichkeiten:

In-Path-Deployment

Der einfachste Weg, ein derartiges System zu integrieren, ist das sogenannte In-Path-Deployment. Hier wird der WOC mit Hilfe sogenannter Bypass-Interfaces z.B. hinter dem WAN-Übergabepunkt und der Firewall in die Zuleitung eingeschleift. Sollten mehrere WAN-Pfade existieren, gibt es die Möglichkeit, eine höhere Anzahl dieser Bypass-Interfaces zu implementieren, um Visibilität über den gesamten Traffic zu bekommen. Sollten die Übergabepunkte geographisch getrennt sein, ist es hilfreich, wenn die Optimierungssysteme eine Möglichkeit bieten, sich gegenseitig über das LAN zu synchronisieren.

Virtual In-Path-Deployment

Sollte es aus Gründen des Netzwerk-Designs oder aufgrund der in der Zuleitung verwendeten Physik nicht möglich oder gewünscht sein, die Systeme physikalisch in den Datenpfad einzuschleifen, bietet sich die Möglichkeit, WOCs virtuell einzuschleifen – man spricht dann vom „virtual In-Path Deployment“. Hierbei werden die TCP-Datenströme, die über die WOCs laufen sollen, von günstig platzierten Core-Switches oder Routern umgeleitet, z.B. unter Verwendung von Policy Based Routing oder WCCPv2 (Web Cache Communications Protocol, Version 2).

Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese Mechanismen von den eingesetzten Netzwerkelementen in geeigneter Weise unterstützt werden müssen und inwieweit deren CPU-Last und Switching-Verhalten davon beeinflusst werden. Sollen WAN-Optimierer für sehr schnelle WAN-Anbindungen auf diese Weise integriert werden, ist es am besten, wenn diese Funktionen vom Redirection-System in Hardware unterstützt bzw. ausgeführt werden können. Load Balancer können derartige Redirections in der Regel ebenfalls gut abbilden. Besonders hilfreich ist es in diesem Fall zudem, wenn die Load Balancer in der Lage sind, u.a. Kapazität, Last und Verfügbarkeit mehrerer angeschlossener WAN Optimizer in den Verteilungsprozess einzubeziehen. So lassen sich große Cluster aufbauen, die eine hohe Verfügbarkeit und eine sehr gute Skalierbarkeit für den Einsatz von WOCs sicherstellen.

Server-side Out-of-Path Deployment

Ist ein In-Path- bzw. virtual In-Path-Deployment aus organisatorischen Gründen nicht möglich, z.B. im Rahmen einer Evaluierung, gibt es bei einigen Systemen die Möglichkeit, die Server-seitig gelegenen Controller „einarmig“ ins Netz einzubinden. In diesem Fall spricht man von einem „Server-side Out-of-Path Deployment“. Im Gegensatz zu den unterschiedlichen In-Path-Deployment-Methoden, in welchen ein Auto-Discovery-Mechanismus zur automatischen Erstellung der bestmöglichen Optimierungsbeziehung zwischen den Appliances genutzt werden kann, werden hier Regeln auf den Peer-Appliances oder mobilen Clients hinterlegt, um die Optimierungsbeziehungen zu definieren.

weiter mit: Hochverfügbarkeit und die Fähigkeit, zu skalieren

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