Ipswitch-Studie zu intelligenten Systemen

Intelligente Maschinen auf dem Vormarsch

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Kundenbindung, Prozessautomatisierung und Workflows sowie Risikoüberwachung und -management sind derzeit die Haupteinsatzbereiche für intelligente Systeme.
Kundenbindung, Prozessautomatisierung und Workflows sowie Risikoüberwachung und -management sind derzeit die Haupteinsatzbereiche für intelligente Systeme. (Bild: Ipswitch)

Vor 60 Jahren wurde der Begriff „künstliche Intelligenz“ aus der Taufe gehoben. Mittlerweile haben sich Anwendungsszenarien in Unternehmen stark entwickelt. Eine aus diesem Anlass von Ipswitch initiierte Umfrage belegt die rasche Verbreitung intelligenter Maschinen.

Die Untersuchung Intelligent Systems in Action: The rise of the machines has already begun wurde vom Marktforschungsunternehmen Freeform Dynamics durchgeführt und beleuchtet die Ansichten von IT-Entscheidungsträgern in Bezug auf intelligente Maschinen und Geschäftssysteme (Maschinen mit der Fähigkeit zu lernen und Entscheidungen zu treffen). Sie gibt auch Einblicke, inwieweit die IT-Experten auf diese Entwicklung vorbereitet sind. Insgesamt beteiligten sich weltweit 521 IT-Entscheidungsträger an der Befragung – darunter 82 Experten aus Deutschland.

Der Bericht behandelt die Einführung dieser Systeme und deren Auswirkungen auf die Geschäftswelt sowie die potenziellen Hürden für die Nutzung auf breiter Ebene im Laufe der kommenden zehn Jahre. Der Untersuchung zufolge werden rund um den Globus bereits umfassende Investitionen in intelligente Geschäftssysteme und Automatisierung getätigt. Zu den von den Befragten genannten Haupteinsatzbereichen für Anwendungen dieser Art zählen derzeit digitale Kundenbindungssysteme (55 Prozent), Prozessautomatisierungs- und Workflow-Systeme (52 Prozent) sowie automatisierte Systeme zu Risikoüberwachung und -management (50 Prozent). Die Umfrage ergab darüber hinaus Folgendes:

  • 42 Prozent nutzen eigenständige Apps und Bots; 32 Prozent gaben an, dies in naher Zukunft zu tun.
  • 45 Prozent setzen Cognitive Computing und Inferenzmaschinen ein; weitere 30 Prozent beabsichtigen, dies in naher Zukunft zu tun.
  • 40 Prozent verwenden Technologien für die Verarbeitung komplexer Ereignisse (Complex Event Processing, CEP); weitere 34 Prozent planen, dies bald zu tun.
  • 45 Prozent haben bereits intelligente IoT-Plattformen und -Dienste eingeführt; 34 Prozent gaben an, dass solche Technologien in der Planung sind.

Schwierigkeiten und Bedenken

Bei der Einführung dieser intelligenten Geschäftssysteme haben IT-Entscheidungsträger Schwierigkeiten damit, das vollständige Ausmaß der Risiken, Herausforderungen und Bedrohungen zu beurteilen. Als problematische Aspekte nannten die Befragten Sicherheitsbedenken (33 Prozent), beschränkte finanzielle Mittel (30 Prozent) und fehlendes Know-how (24 Prozent) als größte Hürden für die Einführung und Nutzung. Um nur ein Beispiel zu geben: Ein Fünftel der Befragten (20 Prozent) erklärte, dass das angestiegene „Rauschen“ im Netzwerk die Erkennung bösartiger Aktivitäten erschwere und dass der automatisierte Zugriff auf die API System- und Anwendungsprobleme hervorrufe und unerwartete Sicherheitsrisiken verursache.

Darüber hinaus räumten mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Teilnehmer ein, dass die derzeitige Netzwerksicherheit und Zugriffsverwaltung in ihrem Unternehmen schon jetzt unzureichend sei oder verbessert werden müsse, um mit neuen intelligenten Maschinen fertigzuwerden, während 72 Prozent angaben, dass Überwachung und Analyse des Netzwerkverkehrs ebenfalls einer Optimierung bedürfe. Laut 72 Prozent der Befragten gilt dies ebenso für die Sicherheits- und Zugriffsverwaltungssysteme und -protokolle ihrer Unternehmen auf Datei- und Dokumentebene. Dennoch ist die große Mehrheit (92 Prozent) grundsätzlich der Ansicht, dass die Technologie heute für den Erfolg ihres Unternehmens entscheidend ist.

Auswirkungen kalkulieren

Der Bericht hebt hervor, dass der Einfluss intelligenter Systeme auf die Unternehmensumgebungen für IT-Experten spürbar ist und sie mit weiteren Herausforderungen rechnen:

  • Ein Viertel geht davon aus, dass vollständig autonome selbstlernende Roboter in weniger als drei Jahren im Unternehmen unabhängig funktionieren werden; einem Drittel zufolge wird dies innerhalb von zehn Jahren passieren.
  • Fehlentscheidungen, die in direkten wirtschaftlichen Schaden resultieren, und übermäßige Abhängigkeit von Maschinen, die zu Nachlässigkeit führt, wurden als aktuelle oder zukünftige Negativpunkte genannt, die angegangen werden müssen. Ein Fünftel der Befragten bestätigten eine mangelnde Überwachung durch Mitarbeiter.
  • 76 Prozent sind der Ansicht, dass diese Lösungen die IT-Abläufe vereinfachen werden, während 32 Prozent befürchten, irgendwann durch intelligente Systeme ersetzt zu werden.

„Unternehmen nutzen die Transformationskraft intelligenter Systeme, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen. IT-Entscheidungsträger wissen aber auch, dass diese Technologien – trotz vieler Vorteile – neue interne und externe Risiken für das Unternehmen bedeuten können“, kommentiert Tony Lock, Distinguished Analyst bei Freeform Dynamic. „Das Tempo der Einführung steigt und es wird nicht möglich sein, die Auswirkungen intelligenter Systeme zu ignorieren – unabhängig davon, ob Unternehmen direkt in diese Technologien investieren oder nicht.“

„IT-Experten sollten mit offenen Augen an intelligente Maschinen herangehen. Sobald Netzwerkmanager im Umgang mit intelligenten Systemen an Souveränität gewinnen, wird ihre Bereitschaft steigen, sich mit komplexeren Anwendungen auseinanderzusetzen. Sie müssen jedoch sicherstellen, dass sie über die richtigen Werkzeuge verfügen, um die Auswirkungen interner und externer intelligenter Automatisierung effektiv zu handhaben“, so Michael Hack, Senior Vice President of EMEA Operations bei Ipswitch.

Umfragemethode

Im Rahmen der von Ipswitch initiierten und von Freeform Dynamics konzipierten und durchgeführten Online-Umfrage wurden 521 IT-Entscheidungsträger (IT-Manager/-Leiter, Spezialisten für IT-Sicherheit, IT-Experten) in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Australien und Singapur befragt, um die Einführung sowie die Nutzung intelligenter Systeme in deren Unternehmen zu untersuchen. Zielgruppe waren Mitarbeiter in Unternehmen mit 100 bis 5.000 Beschäftigten, die in einer Reihe von Branchen (Finanzdienstleistungen, Produktion, Gesundheitswesen, Einzelhandel, Hightech, Telekommunikation, Bildung und Forschung, Pharmazeutika und öffentliche Dienstleistungen) tätig sind.

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