Datentransfer in südafrikanischem Netzwerk über eine Distanz von 1.732 Kilometern

Infinera und Seacom senden Daten in einem Glasfasernetzwerk mit 500 GBit/s

12.08.2011 | Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Peter Schmitz

Im Teraco-Rechenzentrum in Johannesburg wurde das Experiment überwacht; Bild: Teraco
Im Teraco-Rechenzentrum in Johannesburg wurde das Experiment überwacht; Bild: Teraco

Zum ersten Mal gelang es dem afrikanischen Telekommunikationsanbieter Seacom mit Unterstützung von Infinera fünf optische kohärente 100-GBit/s-Signale über eine Distanz von 1.732 Kilometern zu übertragen. In dem Versuch im Dark-Fibre-Africa-Glasfasernetzwerk von Seacom wurde eine Datenübertragungsrate von 500 GBit/s erreicht. Das südafrikanische Glasfasernetzwerk verbindet die Cable-Landing-Station Mtunzini in KwaZulu Natal mit dem Teraco-Rechenzentrum in Johannesburg.

Das Experiment wurde von Wissenschaftlern des Teraco-Rechenzentrums in Johannesburg begleitet. Bei dem Versuch wurden integrierte optische Schaltkreise (PICs) mit einer Kapazität von 500 GBit/s eingesetzt, die jeweils fünf kohärente Kanäle zu je 100 GBit/s auf einem Chip bündeln. Die PICs dienten jeweils zum Senden und Empfangen der jeweils fünf 100-GBit/s-Signale. Das war das erste Mal, dass die PICs in einem Produktionsnetzwerk zum Einsatz kamen, um gleichzeitig und in Echtzeit kohärente Signale mit 500 GBit/s zu empfangen und zu senden. Ferner demonstrierte Infinera bei dem Versuch auch die sogenannte FlexCoherent-Technologie, mit der zwischen QPSK- und BPSK-Modulation umgeschaltet werden kann.

Netzwerkkapazität von 8 TBit/s geplant

Für Anfang 2012 plant Infinera, die 500-GBit/s-PICs in Systemen einzusetzen, die 5 TBit/s OTN-Switching und 100 GBit/s kohärente optische Übertragung integrieren. Damit sei es möglich, die bestehenden Netzwerke mit einer Kapazität von 10 GBit/s aufzurüsten, ohne die bereits vorhandene Glasfaserinfrastruktur verändern zu müssen. Auf diese Weise könne das landgestützte Netzwerk von Seacom in Südafrika eine Kapazität von 8 TBit/s erreichen, was einer Verzehnfachung der aktuellen Geschwindigkeit entspricht. Daneben sei es jetzt auch möglich, die Bandbreite des Unterwassernetzwerkes auf 4,8 TBit/s zu erhöhen.

„Das Experiment ist ein Meilenstein für Seacom und Infinera, da wir damit eindrucksvoll unseren Einsatz für den schnellstmöglichen Ausbau des afrikanischen Netzwerks zeigen können.“, sagt Seacom-CEO Brian Herlihy. „Mittels modernster Telekommunikationsinfrastruktur steht Afrika nun der Weg offen, zu einem der führenden Standorte für Wissenschaft und Business weltweit zu werden.“

Download von 30 Blu-ray-Spielfilmen in 60 Sekunden

Die LWL-Übertragungstechnik musste sich wesentlich weiterentwickeln, um mit der weltweit steigenden Nachfrage nach großvolumigen digitalen Datenübertragungen in öffentlichen Telekommunikationsnetzen Schritt zu halten. Die Endkunden profitieren von der 500-GBit/s-PIC-Technologie insofern, als dass diese den Download von 30 Spielfilmen in High-Definition-Blu-ray-Qualität innerhalb von 60 Sekunden oder das gleichzeitige Streamen von 4.000 Videokanälen in High-Definition über ein einziges Glasfaserkabel ermöglicht. Auch auf die Entwicklung zukünftiger Business-Netzwerke werden die PICs mit einer Kapazität von 100 GBit/s einen entscheidenden Einfluss haben.

Mehr Bandbreite bei geringeren Kosten

Die Infinera-PICs mit einer Kapazität von 500 GBit/s beinhalten mehr als 600 optische Funktionen auf einem Halbleiterpaar, das auf einem Indiumphosphit-Substrat basiert. Damit seien sowohl kostengünstige kohärente Übertragungen mit 100 GBit/s als auch integriertes OTN-Switching im digital optischen Netzwerk möglich. Diese Funktionalitäten wären ein effektives Werkzeug für Netzwerkbetreiber, um zum einen ihre Netzwerkbandbreite zu vergrößern und gleichzeitig ihre Betriebskosten zu senken sowie zum anderen die Zuverlässigkeit zu vergrößern, um eine überlegene Netzwerkinfrastruktur bereitstellen zu können.

„Aufgrund von Video- und mobilen Anwendungen sowie Cloud-Computing steigt der Netzwerk-Verkehr exponentiell an. Mit den 500-GBit/s-PICs haben wir genau die Technologie im Portfolio, um diesen Anforderungen gerecht zu werden sowie die Kosten pro Bit, den benötigten Platz und den Energieverbrauch deutlich zu senken.“, sagt Infinera-CEO Tom Fallon. „Dadurch können wir die Vision von Seacom optimal umsetzen, für Afrika eine Netzwerkstruktur auf einem weltweit führendem Niveau anzubieten, um so den Netzwerkverkehr in Rekordzeit ansteigen zu lassen.“

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