Umbau im WAN – aus Alt wird Neu

In fünf Schritten vom Telefonnetz zum VoIP-fähigen NGN

31.03.2010 | Autor / Redakteur: Klaus Pollak / Ulrike Ostler

Migration traditioneller Sprachdienste zu VoIP mit einer IP-basierten Multi-Service-Zugangsplattform; Quelle: Keymile
Migration traditioneller Sprachdienste zu VoIP mit einer IP-basierten Multi-Service-Zugangsplattform; Quelle: Keymile

Einstieg in die konvergente All-IP-Welt

Eine IP-MSAN-Plattform stellt POTS-, ISDN- und VoIP-Telefonie in einer Plattform bereit und setzt sie netzintern auf kosteneffiziente VoIP-Technik um; Quelle: Keymile
Eine IP-MSAN-Plattform stellt POTS-, ISDN- und VoIP-Telefonie in einer Plattform bereit und setzt sie netzintern auf kosteneffiziente VoIP-Technik um; Quelle: Keymile

Für eine erfolgreiche Migration des bestehenden Telefonnetzes zum NGN können und müssen die getätigten Investitionen geschützt werden. Dazu gehört beispielsweise, dass die Kupferanschlussleitungen wiederverwendet und die Endkundengeräte wie Telefone oder TK-Anlagen, zumindest in der Anfangsphase, nicht ausgetauscht werden.

Durch die Bereitstellung eines reinen Breitbandanschlusses, über den auch die Sprachdienste realisiert werden, rücken die Zugangsnetzkomponenten näher zum Kunden. Allerdings gibt es kein Standardverfahren, das für jede Netzumgebung geeignet ist oder die Anforderungen jedes einzelnen Telekommunikations-Providers erfüllt.

Hierfür gibt es einfach zu viele Unterschiede in Bezug auf die geografische Versorgung, die Netzwachstumsrate, den Lebenszyklus der bestehenden Geräte oder die Nachfrage nach neuen Diensten. Der Umfang und die Abfolge der Migrationsschritte können daher variieren und einige Schritte möglicherweise sogar ausgelassen werden.

Dennoch lässt sich die Migration in fünf Schritte einteilen.

Schritt 1: Konsolidierung des PSTN

Unter Nutzung von Orts- und Trunk-Vermittlungsstellen mit hohen Kapazitäten wird die Infrastruktur des öffentlichen Telefonnetzes konsolidiert. Die Verringerung der Anzahl von Ortsvermittlungsstellen impliziert den flächendeckenden Einsatz von DLCs (Digital-Loop-Carrier), um die Drahtlänge der Teilnehmeranschlussleitung unter Kontrolle zu halten. Mit der Optimierung der Netzinfrastruktur sinken die Betriebskosten des Service-Providers.

Getrennte DLC-Netzknoten und DSLAMs (DSL Access Multiplexer) können durch IP-MSANs ersetzt werden, die die Funktion beider Netzkomponenten erfüllen. In einem für das NGN vorbereiteten IP-MSAN lässt sich der TDM-Sprachübertragungsteil einfach auf VoIP umstellen, indem der Protokoll-Konverter (etwa V5.2) ersetzt oder auf ein Media-Gateway umgestellt wird.

Alle anderen Einheiten können weiter verwendet werden. Ein IP-MSAN-Upgrade ist eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit der Migration zu einem NGN im Zugangsbereich.

Schritt 2: NGN im Kernnetz

Der Austausch der Trunk-Vermittlungsstellen (Class-4-Switches) im Kern des öffentlichen Telefonnetzes durch einen Class-4-Call-Server und Trunking Gateways (TG) ist der erste Schritt zu einem echten NGN. TGs werden hauptsächlich zur Entlastung bei Ferngesprächen aus dem öffentlichen Telefonnetz eingesetzt. Die Randbereiche des Telefonnetzes, und damit die Ortsvermittlungsstellen, bleiben unberührt.

Ein Trunking Gateway

  • emuliert eine Trunk-Vermittlungsstelle und die Mehrwertdienste
  • ersetzt eine Trunk-Vermittlungsstelle oder erhöht die Übertragungskapazität einer Trunk-Vermittlungsstelle
  • bildet auf der Telefonnetzseite eine Schnittstelle zur Orts- und zur Trunk-Vermittlungsstelle
  • kommuniziert über H.248/MEGACO-Protokolle mit einem Class-4-Call-Server.

Bei einer PSTN-Emulation werden die Teilnehmer die Migration zum NGN nicht bemerken.

weiter mit: Schritt 3: NGN im LAN

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