Umbau im WAN – aus Alt wird Neu

In fünf Schritten vom Telefonnetz zum VoIP-fähigen NGN

31.03.2010 | Autor / Redakteur: Klaus Pollak / Ulrike Ostler

Migration traditioneller Sprachdienste zu VoIP mit einer IP-basierten Multi-Service-Zugangsplattform; Quelle: Keymile
Migration traditioneller Sprachdienste zu VoIP mit einer IP-basierten Multi-Service-Zugangsplattform; Quelle: Keymile

Lange Lebensdauer von Parallelwelten

„Milegate 2500“ gehört zu den Gateways, die sich per Software-Update zusätzlich in ein VoIP-Gateway verwandeln lassen, Quelle: Keymile
„Milegate 2500“ gehört zu den Gateways, die sich per Software-Update zusätzlich in ein VoIP-Gateway verwandeln lassen, Quelle: Keymile

Auch heute noch haben viele Betreiber in der Sprachvermittlungsstelle 64-Kilobit-TDM-Technik im Einsatz. Und aufgrund der hohen Investitionen und den langfristig angelegten Abschreibungsintervallen wird diese Technik auch noch einige Jahre weiterbetrieben werden.

Migrationsstrategien von der alten TDM- in die neue IP-Welt eröffnen sich mit einer IP-MSAN-Plattform (MSAN = Multi-Service Acces Node). Eine derartige Multi-Service-Zugangsplattform, wie sie etwa Keymile mit „Milegate 2500“ und „Milegate 2300“ im Portfolio hat, ermöglicht es den Netzbetreibern, neben der Nutzung von Voice-over-IP-Technik, weiterhin TDM-Schnittstellen anzubieten – sowohl auf dem Weg zum Teilnehmer als auch in Richtung Vermittlungsstelle.

Die wichtigste Aufgabe eines IP-MSAN ist es, alle im Festnetz gängigen Dienstegruppen – das heißt: Sprache, unabhängig davon, ob TDM-basiert oder VoIP, Daten und Video zu integrieren und deren Dienste bereitzustellen.

Einsatz für Multi-Service-Gateways

Milegate-Sprachdienste: Signalisierung und Daten; Quelle: Keymile
Milegate-Sprachdienste: Signalisierung und Daten; Quelle: Keymile

Eine wichtige Rolle spielt dabei die VoIP-Gateway-Funktion, die POTS- und ISDN-Teilnehmerschnittstellen in IP-Pakete umwandelt und mit H.248/MEGACO- oder SIP-Signalisierung an einen Softswitch beziehungsweise Call-Server weiterleitet. Im Kernnetz lassen sich mit dieser Variante der Telefonie deutlich Betriebskosten einsparen. Denn es wird Ethernet-Transporttechnik verwendet und die klassischen digitalen Vermittlungssysteme können durch nur wenige Softswitches ersetzt werden.

Teilnehmerseitig wird der gleiche Dienst, also POTS oder ISDN, realisiert, den der Kunde von der bisherigen TDM-Technik kennt. Im idealen Fall bemerken die Teilnehmer bei der netzseitigen Umstellung von TDM auf IP keinen Unterschied. Sie können ihre vertrauten Endgeräte, wie DECT-Telefone, ISDN-Nebenstellenanlagen und Fax-Geräte, problemlos weiter nutzen.

Die Funktionen eines VoIP-Gateway lassen sich im Idealfall über ein Software-Update einspielen. Um Providern den Einstieg in NGN-Technik weiter zu erleichtern, verfügen fortschrittliche IP-MSAN-Lösungen über eine hybride Backplane-Architektur.

In dieser Architektur nutzen die TDM-Schnittstellenkarten die TDM-Struktur der Backplane, und die paketorientierten Schnittstellenkarten den Ethernet-Anteil der Backplane. Somit kann ganz ohne aufwändige Emulationstechniken sowohl native TDM-Technik als auch Ethernet-Technik verwendet werden.

Durch den Einsatz hybrider Karten (Gateways), die auf beide Backplane-Anteile zugreifen können, sind Migrationsszenarien einfach und effizient realisierbar – ohne Austausch von existierender Hardware. Dieser Weg stellt für den Betreiber sowohl einen Investitionsschutz dar als auch die Möglichkeit der reibungslosen Migration zur All-IP-Welt.

weiter mit: Einstieg in die konvergente All-IP-Welt

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