Deutschland ist Schlusslicht der europäischen Breitbandliga

In Deutschland mangelt es an FTTH-Akzeptanz

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Deutschland bildet im europäischen Breitbandvergleich das Schlusslicht. (Moreinput / pixelio.de)
Deutschland bildet im europäischen Breitbandvergleich das Schlusslicht. (Moreinput / pixelio.de)

Deutschland hinkt im europäischen Breitbandvergleich hinterher. Laut FTTH Council Europe dominieren bei Glasfaseranschlüssen in Deutschland alternative Anbieter, die sich zumeist auf die großen Städte beschränken.

Die Breitbandstatistiken, die zweimal pro Jahr vom Analysten IDATE für das FTTH Council Europe erhoben werden, weisen nur 166.000 Abonnenten für Fiber-to-the-Home- oder Fiber-to-the-Building-Accounts aus. Das sind 0,4 Prozent aller deutschen Haushalte. Hierzulande bleiben der großen Mehrheit die Vorteile eines FTTH/B-Zugangs also weiterhin verwehrt.

Die Verbraucher nehmen das Angebot einer Highspeed-Anbindung in einem Fiber-to-the-Home-Netz aber auch nur sehr zögerlich an. In Gegenden, in denen FTTH (Fiber to the Home) oder FTTB (Fiber to the Building) bereits angeboten wird, nutzt nur einer von sechs Haushalten das Netz. Die geringe Akzeptanz beruhe zum Teil auf bestehenden langfristigen Verträgen, die den Konsumenten bis zu 24 Monate an einen Provider binden. Aber auch die fehlende – oder schlechte – Marketing- und Kommunikationsstrategie in Bezug auf den Endanwender trage zur geringen Verbreitung bei.

Dabei könne FTTH/B kontinuierlich und verlässlich große Upload- und Download-Bandbreiten zur Verfügung stellen und beim Home-Entertainment eine neue Servicewelt sowie Kranken und Senioren neue Möglichkeiten bei der Gesundheitsversorgung und Pflege eröffnen. Hier könnten herkömmliche Technologien auf der Basis veralteter Kupfernetze nur in sehr beschränktem Umfang weiterhelfen.

Breitbandkommunikation mit sehr hoher Übertragungsrate ist ein wichtiger Standortfaktor für Produktivität und Wachstum. Während Politiker, Netzbetreiber und Organisationen in Deutschland noch immer über die Bedeutung eines Glasfasernetzes diskutieren, wird die neue Kommunikationstechnik in anderen Ländern längst angewandt. In Schweden, Norwegen und Litauen nutzen laut FTTH Council Europe zehn Prozent aller Haushalte einen FTTH/B-Anschluss. Auch Frankreich, Holland, Russland und die Türkei hätten einen klaren Vorsprung.

„Es muss sich erst noch erweisen, ob das Jahr 2012 den Wendepunkt bei der FTTH-Positionierung Deutschland markiert“, sagt Prof. Hartwig Tauber, Director General beim FTTH Council Europe. „Ein großes Land wie Deutschland darf sich nicht so viel Zeit lassen. Es müssen nun endlich die Weichen für eine zukunftssichere Kommunikation gestellt werden – ganz besonders, wenn Deutschland seine Rolle als Lokomotive der europäischen Wirtschaft behalten will.“

Die nächste FTTH-Konferenz vom 14. bis zum 16. Februar 2012 im Internationalen Congress Center München (ICM) steht unter dem Motto „Creating a Brighter Future“ und soll die FTTH-Vorteile für Ökonomie, Ökologie und soziale Bereiche beleuchten. Die Themen Finanzierung und gesetzliche Grundlagen sollen ebenfalls behandelt werden.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 31384980 / Standards & Netze)