IT-Infrastruktur in Außenstellen

Hyperkonvergente Systeme als Alternative zu MPLS-WANs

| Autor / Redakteur: Pierre Langlois / Andreas Donner

Der Einsatz, die Anbindung und die Wartung propietärerer Hardware in den Außenstellen kann teuer werden.
Der Einsatz, die Anbindung und die Wartung propietärerer Hardware in den Außenstellen kann teuer werden. (Bild: Audrey Armyagov/Fotolia.com)

Proprietäre Hardware-Appliances als Kostenfaktor

Um diese Klippen zu umschiffen, gehen Unternehmen verstärkt dazu über, IT-Infrastrukturfunktionen in Hardware-Appliances zu integrieren. Doch das hat seinen Preis, vor allem dann, wenn proprietäre Hardware mit speziellen Prozessoren und Controllern zum Einsatz kommt. Denn die Anbieter solcher Systeme legen die erhöhten Entwicklungskosten auf den Kunden um.

Bei einer proprietären Hardware-Appliance muss der Nutzer daher mit etwa doppelt so hohen Kosten rechnen wie beim Einsatz von Standard-Server-Systemen. Sollen außerdem Hochverfügbarkeitsfunktionen (HA, High Availability) zur Verfügung stehen, liegen die Aufwendungen für eine Appliance etwa um den Faktor drei höher als bei Standard-Hardware.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Proprietäre Appliances sind in vielen Fällen schlichtweg unnötig. Denn in vielen zentralen Rechenzentren und Server-Räumen in Außenstellen steht eigentlich genügend Rechenleistung zur Verfügung. Zusätzliche Workloads, etwa für die Anbindung einer Außenstelle über Weitverkehrsleitungen an die Firmenzentrale, lassen sich als Virtual Machines (VM) auf vorhandenen Server implementieren.

Solche Virtual Appliances teilen sich die Hardware-Ressourcen mit anderen virtualisierten Komponenten. Praxiserfahrungen belegen, dass damit keine Performance-Einbußen im Vergleich zu Stand-alone-Appliances verbunden sind.

Der kritische Blick lohnt sich

Wer proprietäre Hardware einsetzt, muss auch im operativen Betrieb höhere Aufwendungen und Einschränkungen einkalkulieren. So sind Einsparungen bei der Hardware kaum machbar, etwa durch den Austausch gegen preisgünstigere Versionen. Zudem gibt der Hersteller vor, welche Applikationen und IT-Dienste auf der Appliance laufen. Das schränkt die Wahlmöglichkeiten des Nutzers ein und kann im Extremfall dazu führen, dass er weitere Systeme implementieren muss, die spezielle Anwendungen unterstützen.

Wer eine herstellerspezifische Appliance einsetzen möchte, sollte außerdem im Vorfeld prüfen, welche Upgrade-Politik der Hersteller verfolgt. Es gibt Anbieter, die relativ kurze Produktzyklen bevorzugen und Nutzer älterer Systeme dazu nötigen, auf neue Versionen umzustellen. Wenn kein technischer Support für eine Appliance mehr verfügbar ist, bleibt dem Anwender in diesem Fall keine Wahl.

Auch wenn manche Appliances unter der Bezeichnung „Converged Systems“ angeboten werden, ist es empfehlenswert, einen kritischen Blick auf die Systemkonfiguration zu werden. Denn etliche Appliances setzen die Installation separater Router oder Switches voraus. Das wirkt sich negativ auf die Kosten aus und erhöht den Komplexitätsgrad der IT-Infrastruktur im der Außenstelle.

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