Die Software-Defined-Networking-Strategie von HP

HP steht bei SDN für Offenheit und Automatisierung

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Andreas Donner

SDN bedeutet eine grundlegende Umstellung und braucht daher mehrere Jahre, bis alle Komponenten marktreif sind und sich durchsetzen können.
SDN bedeutet eine grundlegende Umstellung und braucht daher mehrere Jahre, bis alle Komponenten marktreif sind und sich durchsetzen können. (Bild: Buchachon - Fotolia.com)

Software Defined Networking heißt das Netzwerkparadigma der Zukunft: Netzwerkfunktionen werden dabei konsequent von der Hardwarebasis getrennt und über eine Softwareschicht bereitgestellt. HP hat diese neue Netzphilosophie entscheidend mitentwickelt und ist heute eine führende Figur mit einem umfassenden Angebot im sich entwickelnden SDN-Markt.

Mit den aktuellen IT-Trends Social, Mobile, Cloud und steigenden Datenmassen, zum Beispiel durch Sensor- und Videodaten, kommen auf die Netzwerkinfrastrukturen im Enterprise neue Herausforderungen zu. Denn alle diese neuen Themen verlangen in der Regel nach Verbindungen mit hohen Bandbreiten, die je nach Bedarf schnell auf- und wieder abgebaut werden müssen.

Doch die bisherige Technologie ist diesem Anspruch nicht mehr gewachsen. Sie assoziiert die Netzwerkfunktionen in der Regel fest mit bestimmten Hardwareelementen, etwa mit Routern, Switches, Firewall- oder Loadbalancer-Systemen, auf denen oft proprietäre und komplexe Applikationen laufen. Das führt dazu, dass die Einrichtung neuer Verbindungen und Services viel zu lange dauert, weil für jeden neuen Dienst alle Geräte entlang des Dienst-Beförderungswegs entsprechend konfiguriert werden müssen. Auch andere Routineaufgaben wie das Zu- und Abschalten von Anwendern verschlingen zu viele Ressourcen. In Zeiten von Cloud und Mobile sind überkommene Netze schlicht zu langsam, zu unflexibel und zu teuer.

Die Lösung liegt eigentlich auf der Hand: Sie heißt Virtualisierung, ein Konzept, das sich bisher vor allem im Serverbereich und teils bei Storage durchgesetzt, die Netzwerke aber noch nicht wirklich erreicht hat. HP beherrscht und versteht den Umgang mit Virtualisierungstechnik als ein führender Anbieter von RZ-Komponenten perfekt. SDN (Software Defined Networking) überträgt das Virtualisierungsparadigma nun auf die Netzwerkwelt: Physischer Transport und Datenkontrolle werden voneinander getrennt, die Datenkontrollebene und weitere höhere Netzwerkfunktionen aus den Netzwerkelementen (Switches, Router…) ausgelagert und auf einer übergeordneten Ebene installiert. SDN kann so die Flexibilität, Skalierbarkeit und Effizienz von Netzwerkinfrastrukturen erheblich steigern und gleichzeitig deren Betriebskosten durch geringere Komplexität senken.

Als erstes erkannten Universitäten mit ihren großen, komplexen Campus-Netzen die Notwendigkeit, Netzwerke grundsätzlich anders zu konzipieren. In Stanford entstand daher ab 2007 das Ethane-Projekt, an dem HP von Anfang an intensiv beteiligt war. Ethane ist die Basis für den heutigen, von der ONF (Open Networking Foundation) entwickelten Open-Flow-Standard.

HP beteiligte sich an der Gründung der ONF, weil das Unternehmen seit jeher konsequent den Einsatz offener Technologien verficht. In der ONF, dem von dem Gremium entwickelten Standard OpenFlow und anderen Open-Initiativen im Netzwerkbereich sieht HP die Chance, technologischen Fortschritt, mehr Offenheit und intensiveren Wettbewerb in den Netzwerkmarkt zu bringen. Das Unternehmen bietet das derzeit umfassendste Portfolio aus SDN-Hard- und Software weltweit.

Ergänzendes zum Thema
 
HP: Offenheit von Anfang an und so weit wie möglich

HPs Komponenten für die SDN-Infrastruktur

HPs SDN-Konzept umfasst drei Ebenen, die flankiert werden von einer übergreifenden Managementlösung – dem „Intelligent Management Center“ oder IMC. Zum Produktportfolio gehören derzeit folgende Komponenten: 29 SDN-fähige Switch-Modelle, der HP Virtual Application Controller (VAN) als Kern der SDN-Infrastruktur, die Applikationen HP Virtual Cloud Networks Application und HP Sentinel sowie IMC als übergreifende Managementlösung, über die sich zum Beispiel vorhandene, nicht SDN-fähige Komponenten in eine SDN-Umgebung einbinden lassen. HP wird weitere SDN-Netzwerkfunktionen als Applikationen, die von HP selbst oder Drittanbietern realisiert wurden und über offene Schnittstellen verfügen, über einen frei zugänglichen App-Shop anbieten.

Infrastruktur: SDN-fähige Switches

Auf der physikalischen Ebene des Netzwerks agieren HPs Switches, die allesamt die aktuelle Version 1.3 des SDN-Protokolls OpenFlow unterstützen. Die Switches HP FlexFabric 11908 und 12900 (derzeit mit den Modellen 12916 und 12910) sind jeweils mit OpenFlow 1.3 ausgerüstet. Sie dienen als Aggregations- beziehungsweise Core-Systeme fürs Rechenzentrum. Als erste auf dem Markt unterstützen die Geräte serienmäßig die Zukunftsprotokolle „Transparent Interconnection of Lots of Links“ (TRILL) und Shortest Path Bridging (SPB), daneben Fibre Channel over Ethernet (FCoE) und Data Center Bridging (DCB).

TRILL kombiniert Switching und Routing in einem Protokoll, SPB (IEEE 802.1aq) ermöglicht Multipath-Routing, bei dem Router gleichzeitig unterschiedliche Anbindungstechniken verfügbar machen und Dienste parallel über mehrere Verbindungen bereitstellen, sodass komplette Serviceausfälle nahezu ausgeschlossen sind. Die sehr leistungsfähigen Geräte bieten eine 7,7 beziehungsweise 36 Terabit pro Sekunde schnelle, blockierungsfreie Schaltmatrix und lassen sich bei laufendem Betrieb aktualisieren.

Die ebenfalls neue Switchserie FlexFabric 5900 für die Anbindung von Servern unterstützt EDGE Virtual Bridging und Virtual Ethernet Port Aggregation (EVB bzw. VEPA) und macht die Switch-Funktionen direkt dem jeweiligen Hypervisor zugänglich. EDGE Virtual Bridging (auch 802.1 Qbg) ist ein Standard, mittels dessen viele virtuelle Maschinen über einen virtuellen Switch eine einzige physikalische Verbindung nutzen können. Dabei wird VEPA als Bündelungstechnik benutzt. Für die nächste Zukunft plant HP, auch seine Wireless-Komponenten mit OpenFlow-Fähigkeiten auszurüsten, sodass SDN vorhandene WLANs einbeziehen kann.

weiter mit: Kontrollebene, Applikationsebene und Management

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