Die Wi-Fi-Trends der nächsten Jahre

Hotspot 2.0, OFDMA, Multi-User-MIMO und Smart Cells

| Autor / Redakteur: Oliver Wolff / Andreas Donner

Es tut sich was in Sachen drahtloser Connectivity: da kommt noch einiges auf uns zu!
Es tut sich was in Sachen drahtloser Connectivity: da kommt noch einiges auf uns zu! (Bild: reborn55 - Fotolia.com)

Alle Jahre wieder wagen viele Unternehmen den Blick in das neue Jahr. Auch bei Ruckus Wireless haben wir uns Gedanken gemacht und sehen zwei große Entwicklungen – die grundlegende Veränderung von Onboarding bei drahtlosen Netzwerken und natürlich einige technische Entwicklungen, die in der Branche Wellen schlagen werden.

Das Thema kostenfreies WLAN wird dieses Jahr größer denn je – mit neuen Geschäftsmodellen, die mit kostenfreiem Wi-Fi Geld verdienen wollen. Hier werden sich wahrscheinlich besonders Unternehmen hervortun, die sich mit skalierbaren Inhalten beschäftigen, etwa Social Media, Search oder Hosted Services, und die einige sehr große Projekte für öffentliches Wi-Fi ins Leben rufen werden, um ihre Märkte weiterzuentwickeln.

Betrachten wir die nächsten zwei bis drei Jahre, so könnten wir uns gut vorstellen, dass sich die gesamte Wireless Experience verändern wird, also die Erfahrung des kabellosen Internets. Das liegt an der wachsenden Verbreitung von Hotspot 2.0. Einfach gesagt werden HS-2.0-fähige mobile Endgeräte HS-2.0-fähige Access Points automatisch entdecken können, die wiederum mit einem WLAN verknüpft sind. Der Betreiber des WLANs verfügt entweder über Roaming-Vereinbarungen mit dem Betreiber des jeweiligen Mobilnetzes oder über einen Pfad zum Heimnetz des Nutzers. Die Technik sorgt zudem dafür, dass der Nutzer sicher mit dem WLAN verbunden wird – ohne dass dafür ein manuelles Eingreifen notwendig ist.

So kann mit Hotspot 2.0 ein massives, zusammenhängendes Netzwerk aufgebaut werden. Nutzer profitieren von einer nahtlosen Roaming-Erfahrung, da sie überall automatisch mit dem WLAN verbunden werden. Hotspot 2.0 kümmert sich im Hintergrund um den Verbindungsprozess, gesichert durch den Advanced Encryption Standard.

Die entscheidende Frage wird sein, was dem Nutzer der Zugang zu einem Netzwerk wert ist, das tausende Roaming-Partner und mehrere Millionen APs umfasst. Hotspot 2.0 kann durchaus zu neuen Umsatzmöglichkeiten führen. Wir erwarten, dass sich dieses Wi-Fi-Roaming zum Standard entwickeln wird – schon heute unterstützen immer mehr Endgeräte Hotspot 2.0. Zudem werden entsprechende Deployments entstehen, initiiert von Mobilfunkprovidern, Hoteliers oder Betreibern von Einkaufszentren.

Technische Entwicklungen

Im kommenden Jahr wird es aus Sicht der Technik besonders um das Thema Kapazitätszuwachs durch Multinutzer-Technologien gehen: Ein Beispiel dafür ist MU-MIMO – also die Fähigkeit eines Zugangspunkts, mit mehreren Clients gleichzeitig zu kommunizieren – und die steigende Verbreitung von MU-MIMO-fähigen Endgeräten. Solche Kapazitätsverbesserungen werden sich besonders in Umgebungen mit einer hohen Nutzerdichte zeigen. Basis für diese positive Entwicklung ist die 4x4-Konfiguration des MU-MIMO-Verfahrens, die dazu führt, dass vier Antennen mehrere Datenströme an einen Client senden können – und das sogar zeitgleich. So kann die Airtime-Effizienz dort verbessert werden, wo viele Single-Stream-Clients mit überwiegendem Downlink-Verkehr aktiv sind.

Aber auch das Mehrfachzugangsverfahren für Funksysteme OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) trägt zu optimierten Kapazitäten bei, indem sich verschiedenen Nutzern einzelne oder mehrere orthogonale Subträger, Zweitschlitze und Unterkanäle zuweisen lassen. So kann die Übertragungskapazität an die Nutzeranforderungen angepasst werden.

Eine weitere wichtige Entwicklung dreht sich um die Kombination und Konvergenz von Wi-Fi und Small Cells – kleinen Funkzellen, die zur Steigerung der Mobilfunkkapazitäten und zur besseren funktechnischen Abdeckung von geografisch kleinen Bereichen zu Clustern kombiniert werden. In diesem Zusammenhang wird uns sicher auch IEEE 802.11ax oft begegnen, ein Standard für ein hocheffizientes WLAN mit Übertragungsgeschwindigkeiten im Gigabit-Bereich.

Generell werden wir in der nächsten Zeit eine Vermischung von Technologien sehen, die traditionell unabhängig voneinander waren. LTE-U ist dafür ein gutes Beispiel: Das Konzept basiert auf der Nutzung der unlizensierten Frequenzen für LTE-Netzwerke, die prinzipiell jeder nutzen darf – anders als die Funkfrequenzen, die über Behörden vergeben werden. Je mehr Frequenzen zusammengefasst werden, desto höher ist die Datenübertragungsrate. LTE-U nutzt drahtlose Verbindungen somit effektiver. Die oben erwähnte Link-Aggregation-Technologie bringt LTE- und WLAN-Frequenzen zusammen, um einen gemeinsamen Frequenzbereich zu bilden, der beide Drahtlostechnologien unterstützt.

Über den Autor

Oliver Wolff ist Systems Engineer Manager CEE bei Ruckus Wireless.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43823519 / Forschung und Entwicklung)