Frequenzpolitik erhält Schlüsselrolle bei der Breitbandversorgung

Hochleistungsinternet: Politik und Wirtschaft sind gefordert

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

2013 lagen beim Breitbandvergleich der Bundesländer die Stadtstaaten Berlin und Bremen in Führung.
2013 lagen beim Breitbandvergleich der Bundesländer die Stadtstaaten Berlin und Bremen in Führung. (Bild: Initiative D21)

Auf Einladung der Initiative D21 diskutierten Vertreter namhafter Unternehmen und der EU-Kommission die Rahmenbedingungen und Potenziale des Breitbandausbaus in Deutschland. Ein Ergebnis: Für mehr Hochleistungsinternet sind gemeinsame Anstrengungen von Politik und Wirtschaft nötig.

50 MBit/s – das ist die Bandbreite, die nach der Breitbandstrategie des Bundes allen Haushalten in Deutschland bis 2018 flächendeckend zur Verfügung stehen soll. Bis Ende 2012 waren 55 Prozent der Haushalte entsprechend versorgt – überwiegend in städtischen Gebieten. Die Vorgaben der Breitbandstrategie sind aus Expertensicht noch zu schaffen. Es bedarf jedoch gemeinsamer Anstrengungen von Politik und Wirtschaft. Die Ergebnisse der „Kostenstudie Breitband“ im Auftrag des BMWi zeigen: Für eine hundertprozentige Flächendeckung müssen selbst bei optimiertem Technologie-Mix noch rund 20 Mrd. Euro aufgebracht werden. Dabei ist die volle Flächendeckung besonders teuer: Der Anschluss der letzten fünf Prozent kostet 3.850 Euro pro zusätzlichem Haushalt.

Für die kommende Legislaturperiode stellen sich in diesem Zusammenhang wesentliche Fragen: Welche Bandbreite brauchen wir in Zukunft, auch über 2018 hinaus, und wie erreichen wir diese? Investieren Staat und Wirtschaft genug und vor allem an der richtigen Stelle? Auf Einladung der Initiative D21 diskutierten am 5. November auf der Herbstkonferenz der Deutschen Breitbandinitiative in Berlin Vertreter namhafter Unternehmen und der EU-Kommission die Rahmenbedingungen und Potenziale des Breitbandausbaus in Deutschland. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Herausforderung Breitband – Strategien für zukunftsfähige Netze“.

Breitbandzugang: ein entscheidender Standortfaktor

Der Anteil der Breitbandnutzer liegt 2013 bei 58,3 Prozent. Die Zugänge zum Hochleistungsinternet sind innerhalb Deutschlands jedoch sehr ungleich verteilt, so die Ergebnisse des aktuellen D21-Digital-Index. Im Bundesvergleich ist Berlin mit 62,9 Prozent das Bundesland mit dem höchsten Anteil an Breitbandnutzern. Insbesondere die ostdeutschen Flächenstaaten haben deutlichen Nachholbedarf. In Sachsen-Anhalt etwa liegt die Breitbandnutzung bei nur 48,9 Prozent. „Die Ergebnisse zeigen, dass dringend eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Breitbandzugängen umgesetzt werden muss.

Die Digitalisierung durchdringt immer mehr Bereiche unseres wirtschaftlichen und privaten Lebens. Ein Breitbandzugang ist kein Luxus, sondern ein entscheidender Standortfaktor für die Bevölkerung und die Wirtschaft“, sagte Robert A. Wieland, Vizepräsident der Initiative D21 und Geschäftsführer von TNS Infratest. Wieland zeigte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Medien den Status quo der digitalen Gesellschaft sowie den zukünftigen Breitbandbedarf auf. „Digital Health Services, Mobile Offices, Car-to-X-Communication, E-Government-Anwendungen und eine allzeit verfügbare interaktive Mediennutzung erfordern leistungsfähige Breitbandzugänge sowie digital souveräne Bürger.“

LTE-Advanced im ländlichen Raum

Die wichtigste Herausforderung für den weiteren Breitbandausbau sei es deshalb, die erforderlichen Investitionen sicherzustellen. Aber auch über die künftige Nutzung von Frequenzen wurde auf der Konferenz der Deutschen Breitbandinitiative intensiv diskutiert. „Durch den Einsatz der Mobilfunktechnologie LTE-Advanced zur Breitbandversorgung im ländlichen Raum lassen sich immerhin 14 Mrd. Euro an Kosten einsparen. Voraussetzung hierfür ist aber, dass ausreichend Frequenzspektrum dafür zur Verfügung steht“, sagte Sigurd Schuster, Projektleiter der Deutschen Breitbandinitiative und Head of Technology Strategy and Operations bei Nokia Solutions und Networks, im Hinblick auf die Herausforderungen in ländlichen Gebieten.

„Ohne dieses Spektrum müssen wir mit Investitionen in Höhe von insgesamt 34 Mrd. Euro rechnen, oder etwa fünf Prozent unserer Haushalte werden nicht mit 50 MBit/s versorgt werden können.“ Der Frequenzpolitik werde somit zukünftig eine Schlüsselrolle bei der Breitbandversorgung zufallen, nicht nur vor dem Hintergrund der zunehmenden Nutzung von mobilem Internet und der M2M-Kommunikation.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42395413 / Breitband auf dem Land)