KIT probt Datenübertragung zwischen Boden und Flugzeug

Himmlische Bandbreiten von acht Gbit/s

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Sender am Flügel des Flugzeugs.
Sender am Flügel des Flugzeugs. (Bild: R. Sommer/ Fraunhofer FHR / womi photography)

Um Flugzeuge mit Breitbanddiensten zu versorgen gibt es verschiedene Ansätze. Einen ganz besonders performanten haben jetzt Forscher des KIT ausprobiert und Daten mit acht Gigabit pro Sekunde zwischen Himmel und Erde übertragen.

Forscher des Karlsruher Intstituts für Technlogie (KIT) haben jetzt Informationen mit einer beachtlichen Datenrate von acht Gbit/s vom Flugzeug zur Erde übertragen. Zum Vergleich: Das von Nokia, Thales und Deutscher Telekom entwickelte European Aviation Network (EAN) schafft über ein modifiziertes LTE-Verfahren gerade einmal 75 Mbit/s – also etwa ein Hundertstel davon.

Für die Luft-zu-Boden-Verbindung nutzen die KIT-Forscher nach eigenen Angaben erstmals den Radiofrequenzbereich zwischen 71 und 76 GHz. Während des Versuches kreiste ein Forschungsflugzeug in 1.000 Metern Höhe um eine Empfangsstation. Von dort war stets eine Parabolantenne auf den Flieger ausgerichtet. Die Antennensteuerung wurde eigens am KIT entwickelt.

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Die Verbindung konnte beim Test für drei Minuten stabil gehalten werden – das entspricht laut KIT einem kompletten Überflug mit einem Radius von fünf Kilometern um die Bodenstation. Die Verbindung soll übrigens auch bei widrigen Wetterbedingungen mit Wolken, Regen oder Nebel funktionieren.

Inwieweit das Verfahren konkret auf längere und höhere Flugrouten abseits einer Kreisbahn übertragbar ist, lässt eine jetzt verschickte Mitteilung allerdings offen. Als mögliche Anwendungen nennen die Forscher dennoch Breitbandinternet und Video-on-Demand in Passagierflugzeugen. Überdies könnten über das Verfahren künftig auch Bordspeicher ausgelesen werden; statt erst per Kabel auf dem Rollfeld ließen sich die Daten so bereits zeitsparend im An- oder Überflug übertragen.

Das Experiment gelang im Rahmen des Forschungsprojektes „ELIPSE“; das wird gefördert vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Beteiligt waren neben dem KIT auch die Universität Stuttgart, die Radiometer Physics GmbH und die beiden Fraunhofer Institute für angewandte Festkörperphysik IAF und für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR.

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