Raspberry Pi 3 mit 1,2-GHz-64-Bit-Quadcore-CPU

Highspeed, WLAN & Bluetooth: Raspberry Pi 3

| Autor / Redakteur: Margit Kuther / Andreas Donner

Raspberry Pi 3: schützende Umverpackung
Raspberry Pi 3: schützende Umverpackung (Bild: HUW JOHN, CARDIFF 2016)

Raspberry Pi 3 mit 64-Bit BCM2837-SoC (ARM Cortex-A53) ist 50 Prozent schneller als der Raspberry Pi 2. Neu ist zudem WLAN 802.11b/g/n und Bluetooth Low Energy.

Neu am Raspberry Pi 3 ist der leistungsstärkere 64-Bit-Quadcore-SoC mit 1,2 GHz Takt (gegenüber 32-Bit und 900 MHz beim Raspberry Pi 2) sowie integriertes WLAN und Bluetooth 4.1 samt Antenne.

Das Nadelöhr ist weiterhin USB 2 und 10/100 Ethernet; WLAN wird nicht im aktuellen 802.11ac-Standard und nur im überfüllten 2,4-GHz-Bereich unterstützt. Unverändert zum Raspberry Pi 2 B ist auch die Speichergröße und -Variante von 1 GB LPDDR2-SDRAM.

Die Raspberry Pi Foundation hat mit dem leistungsfähigeren Modell 3 die Industrie – insbesondere das Internet der Dinge (IoT) – sowie High-End-Anwendungen im Visier.

Der neue Raspberry Pi 3, der sich im Angebot von RS Components befindet, wird ausschließlich in Großbritannien unter Lizenz vom Distributor hergestellt und ist zum bisherigen Preis des Raspberry Pi 2, also für rund 38 Euro erhältlich sein.

Die Raspberry Pi Foundation plant zudem ein Raspberry Pi 3 Compute Module I/O-Board, sodass OEMs die Entwicklung ihrer eigenen Raspberry-Pi-3-basierenden Lösungen für viele industrielle Anwendungen entwickeln können.

Die technischen Daten des Raspberry Pi 3 im Detail:

Broadcom BCM2837 SoC mit ARM Cortex-A53 Quad-Core-Prozessor, 1,2 GHz Takt, BCM43438 Combo Connectivity Device mit 802.11b/g/n Wireless LAN sowie Bluetooth Classic und Bluetooth Low Energy. Der Dual-Core VideoCore IV Multimedia-Coprozessor des BCM2837 bietet:

  • 1,2 Gpixel S / s Fill Rate,
  • 1,8 Gtexel / s der Texturing Rate
  • 29 GFLOPs Shader-Rechendurchsatz
  • OpenGL ES 1.1 / 2.0-Support
  • 1080p60 Hardware Video Dekodierung
  • 1080p30 Hardware-Videocodierung
  • Eine Hardware-Bildsensor-Pipeline

Raspberry Pi 3 benötigt ein neues Gehäuse, da aufgrund der neuen Wireless-Funktionen die Status-LEDs in die andere Platinenecke versetzt wurden, um Platz für die Antenne zu schaffen.

Die Raspberry Pi Foundation kommentiert den Newcomer: „Raspberry Pi 3 basiert auf derselben Architektur wie die Vorgänger (Raspberry Pi Modell 1 und 2 mit den 32-Bit-SoCs BCM2835 mit 700 MHz Takt und BCM2836 mit 900 MHz Takt). So können alle bisherigen Projekte, basierend auf der Hardware des Raspberry Pi, weitergeführt werden.“

„Die 900-MHz 32-Bit Quad-Core ARM Cortex-A7 CPU wurde ersetzt durch einen speziellen 1,2-GHz 64-Bit Quad-Core ARM Cortex-A53. Durch die Kombination von 33% höherer Taktrate und verschiedenen Architekturerweiterungen bedeutet dies 50 - 60% Leistungssteigerung im Vergleich zum 32-Bit-Modus des Raspberry Pi 2 und sogar grob gerechnet einen Faktor 10 zum Original-Raspberry Pi.

Ansonsten entspricht Raspberry Pi 3 dem Modell Raspberry Pi 2 mit:

  • 40 Pin GPIO (General Purpose Input Output)
  • 4 x USB 2.0
  • 1 x 10/100 Ethernet
  • Full-HD HDMI
  • Kamera-Port (CSI-2)
  • LCD-Port (DSI)
  • 3,5 mm Audio-Buchse und Composite-Video
  • Micro-SD-Kartensteckplatz
  • Micro-USB-Buchse, ausschließlich zur Stromversorgung (mittels externem Steckernetzteil). Das Steckernetzteil muss eine Spannung von 5 V liefern. Die Raspberry Pi Foundation empfiehlt 2,5 A, insbesondere beim Anschluss leistungshungriger USB-Geräte.
  • Maße: 85 mm x 56 mm x 17 mm

Erste Testergebnisse von der FCC

Die unabhängige US-Behörde FCC (Federal Communications Commission), die u. A. für Funkdienste und als Zulassungsbehörde für Kommunikationsgeräte zuständig ist, hat dem Raspberry Pi 3 am 26. Februar erfolgreich getestet und zwar WLAN nach den Standards 802.11b, g, n und Bluetooth, nicht aber CPU, GPU, RAM und die kabelgebundenen Anschlüsse.

Das Testergebnis zeigt etwa, dass Raspberry Pi 3 im FCC-Test Daten im Modus 802.11n mit bis zu 72,2 MBit/s senden kann, in 802.11g mit 54 MBit/s und in 802.11b mit 11 MBit/s.

Raspberry Pi 3 für Linux und Windows 10 IoT

Auch Raspberry Pi 3 lädt sein Betriebssystem aus einer microSD-Karte. Wie Raspberry Pi 2B läuft er unter Linux und Microsoft Windows 10 IoT. Raspberry Pi 3 ist in puncto Hard- und Software abwärtskompatibel zu Raspberry 2B.

Um jedoch den Raspberry Pi 3 besser auszureizen, hat die Raspberry Pi Foundation auf RaspberryPi.org eine neue Raspian-Variante, Raspbian Jessie, bereit gestellt.

Die Raspberry Pi Foundation plant zudem eine spezielle Betriebssystemsammlung NOOBS (New out of the box-Software Easy Installation Manager), die die Neuerungen von Modell 3 unterstützt, sowie eine spezielle Windows-10-IoT-Variante. Diese sollen jedoch erst in einigen Monaten veröffentlicht werden.

Die Standardinstallation des Raspbian Betriebssystems erfolgt gebündelt mit einer Reihe Anwendungen und Programmierwerkzeugen einschließlich Node-RED. Dieses Visual Tool unterstützt die Verdrahtung von Hardwaregeräten, APIs und Online-Diensten, so dass das Board ideal für die schnelle Entwicklung und das Prototyping von IoT-Projekten ist.

Gordon Hollingworth, Director of Engineering bei Raspberry Pi, der den Raspberry Pi 3 vorstellte, kommentiert: „Auf den weltweiweltweiten Einsatz in der Industrie, im Home-Bereich sowie an Schulen und Hochschulen abzielend, integriert die neueste Generation des Raspberry Pi einen leistungsfähigen 64-bit ARM Cortex-A53 Quad-Core-Prozessor. Dadurch bietet das neue Modell deutlich mehr Leistung und eine integrierten Bluetooth und Wireless-LAN-Anbindung als Standard für Entwicklungsprojekte des Internet of Things (IoT)“.

„Wir enthüllen die dritte Generation des Raspberry Pi vier Jahre nach der Einführung des ursprünglichen Raspberry Pi Boards am 29. Februar 2012 und nach über acht Millionen verkaufter Raspberry Pis“, sagt Eben Upton, Gründer und der Raspberry Pi-Stiftung.

"Raspberry Pi hat einen weiteren wichtigen Schritt nach vorn in seiner Entwicklung gemacht“, sagt Lindsley Ruth, Chief Executive Officer bei Electrocomponents, der britischen Muttergesellschaft von RS Components.

„Basierend auf der robusten und bewährten Kombination aus Hardware und Software der Raspberry--Plattform, bietet diese neueste Generation des Boards noch mehr Rechenleistung zusammen mit eingebetteter Wireless-Konnektivität sowie Software, die es Unternehmen oder Einzelpersonen einfach macht, Anwendungen für das Internet of Things zu entwickeln. RS fühlt sich geehrt, ein weiteres Kapitel als Vertriebspartner für die Raspberry Pi Foundation zu beginnen.“

Dieser Beitrag stammt von unserer Schwesterpublikation ELEKTRONIKPRAXIS.

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