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Gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit durch HPC High-Performance-Computing: Nachholbedarf im Mittelstand

| Redakteur: Sarah Böttcher

Der Mittelstand könnte von High-Performance-Computing-Systemen erheblich profitieren, so lautet das Ergebnis einer Studie des Reutlinger Lösungsanbieters Transtec. Der Mittelstand ignoriert jedoch weitgehend diese Möglichkeit. Nur ein Bruchteil beschäftigt sich überhaupt mit der Thematik.

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Laut Lösungsanbieter Transtec kannten gerade einmal zehn Prozent der befragten IT-Verantwortlichen den gebräuchlichen Begriff High Performance Computing (HPC).
Laut Lösungsanbieter Transtec kannten gerade einmal zehn Prozent der befragten IT-Verantwortlichen den gebräuchlichen Begriff High Performance Computing (HPC).
(Bild: © Oleksiy Mark - Fotolia )

Laut Transtec nutzen nur fünf Prozent des Mittelstandes High-Performance-Computing-Systeme. Der Lösungsanbieter sieht ein Problem in der geringen Verbreitung der Systeme, denn der potenzielle Nutzen, der aus der Verwendung dieser Systeme entsteht, könne auch bei kleinen und mittelständischen Betrieben die Wettbewerbsfähigkeit steigern.

In Zukunft soll es dem Mittelstand auch nicht mehr möglich sein, auf High Performance Computing (HPC) zu verzichten, so halt es aus dem Hause Transtec. Durch das wachsende Datenvolumen sollen konventionelle Rechenzentren für die Auswertung nicht mehr ausreichen. Laut Transtec, sei die Gewinnung nutzbarer Erkenntnisse aus dieser Datenflut in Zukunft praktisch nur noch mit hochleistungsfähigen HPC-Systemen zu bewältigen. Von dieser Entwicklung sind auch die kleinsten Unternehmen nicht ausgenommen.

Fehlende Innovationsbereitschaft

Im Mittelstand fehle laut Transtec die Innovationsbereitschaft. Durch diese geringere Bereitschaft – vermutlich der konjunkturellen Unsicherheit der letzten Jahre geschuldet – gefährden mittelständische Betriebe ihre Wettbewerbsfähigkeit. Dabei besteht die Möglichkeit, die Time-to-Market sowie die Entwicklungskosten von Produkten mit Hilfe von HPC-Lösungen zu verringern. Das positive an der Entscheidung für HPC-Lösungen ist, laut Transtec, dass die Preise für HPC-Systeme sinken, denn die Systeme basieren immer mehr auf standardisierter, vergleichsweise günstiger Hardware.

Unwissenheit in den Betrieben

Die Studie brachte zu Tage, dass je kleiner ein Betrieb war, desto weniger Kenntnis hatten die IT-Verantwortlichen von HPC. So lag der Bekanntheitsgrad von HPC in Unternehmen ab 51 Mitarbeitern bei über 15 Prozent, in Ingenieurbüros oder Maschinenbaubetrieben bis 50 Mitarbeitern hingegen nicht einmal bei 6 Prozent. Insgesamt waren sich nur knapp 25 Prozent der Befragten bewusst, dass Hochleistungs-Rechensysteme auch für kleine und mittlere Unternehmen angeboten, beziehungsweise auf deren Bedürfnisse zugeschnitten werden können.

Entsprechend der Unternehmensgröße steigt auch die Nutzung von HPC-Systemen: Rund neun Prozent der Unternehmen ab 201 Mitarbeitern gaben an, diese einzusetzen. Während nur rund drei Prozent der Unternehmen mit elf bis 200 Mitarbeitern HPC-Lösungen nutzen, nutzte von den befragten Kleinstbetrieben bis zu zehn Mitarbeitern kein einziger eine HPC-Lösung. Über alle Unternehmensgrößen hinweg lag der Durchschnitt bei 5,1 Prozent.

Lange Wartezeiten bei rechenintensiven Anwendungen

Die restlichen 94,9 Prozent der Unternehmen gaben an, keine HPC-Lösung einzusetzen oder es nicht zu wissen. Lediglich zwölf Prozent der befragten Unternehmen räumten ein, dass die Wartezeiten bei rechenintensiven Anwendungen zu hoch seien. „Diese Zahl hat uns überrascht“, erklärt Oliver Tennert, Director HPC Solutions bei Transtec. „Wir erklären uns das so: einerseits haben sich viele Anwender an eine gemächliche Gangart ihrer Rechnersysteme gewöhnt und empfinden sie als adäquat. Anderseits haben sich noch wenige Unternehmen mit der tatsächlichen Auswertung von Big Data auseinander gesetzt oder nutzen nicht die fortschrittlichsten Software-Lösungen für Simulations- oder Entwicklungszwecke, die ja deutlich mehr Rechenkapazität einfordern. Das betrifft vor allem die kleineren Unternehmen.“

In der Tat stellte der Lösungsanbieter auch hier eine deutliche Korrelation fest: bei Unternehmen bis 500 Mitarbeitern waren für rund neun Prozent der Befragten die Systeme für rechenintensive Anwendungen zu langsam, bei solchen ab 501 Mitarbeitern beklagten sich über drei Mal so viele, insgesamt rund 31 Prozent, über mangelnde Geschwindigkeit.

Zukunftsprognose über den deutschen Mittelstand

„Der Mittelstand war immer das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Aber im internationalen Umfeld werden Produktzyklen immer kürzer, Produktionskosten sinken und der Wettbewerbsdruck nimmt drastisch zu“, erklärt Tennert, „mittelständische Unternehmen dürfen sich deshalb nicht auf alten Tugenden ausruhen, sondern müssen Innovation aktiv betreiben und weiterhin die Vorreiterschaft bei Technologien, Verfahren und Produktqualität sicherstellen. Ohne Hochleistungs-Rechensysteme und ausgeklügelte Software ist die Zukunft aber kaum zu gestalten, dessen muss sich der Mittelstand bewusst sein.“

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