Cebit 2016 High Noon in Hannover

Auch die Cebit feiert ein Jubiläum: Zum 30. Mal trifft sich die IT-Welt in den weitläufigen Messehallen im Süden der niedersächsischen Hauptstadt, diesmal unter dem Motto „d!conomy“. Nachdem in den vergangenen Jahren die Cloud alles überstrahlte, geht es aktuell vor allem um Trendthemen wie das Internet of Things und Industrie 4.0.

Firmen zum Thema

(Bild: Deutsche Messe)

Die Digitale Transformation verschiebt und verwischt die Grenzen zwischen bislang sauber getrennten Branchen. Das merken auch die Leitmessen dieser Industrien. Automobilfirmen drängeln sich auf der amerikanischen Consumermesse CES (die deshalb auch gar nicht mehr so bezeichnet werden möchte), eine früher eher dröge IFA in Berlin entwickelt sich zum lifestyligen Hippster-Treff. Und die Cebit? Gute Frage.

d!conomy als Motto

Ihr diesjähriges Motto „d!conomy“ klingt zwar vielversprechend, ist aber auch nicht gerade selbsterklärend und kein Buzzword der Branche. Das lautet nun mal „Digital Transformation“ oder „Internet of Things“ und braucht kein Synonym – auch wenn jeder etwas anderes darunter versteht. Das könnte die Cebit ändern und wäre vielleicht ihre vornehmste Aufgabe. Denn sie ist immer noch die größte IT-Messe der Welt und damit prädestiniert, Mega-Themen wie Smart Home, autonomes Fahren und Industrie 4.0 unter einen Hut zu bringen.

Immerhin hält der Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder diese Entwicklungen für die „größte Chance der deutschen Wirtschaft“. Die jedoch hat offensichtlich noch erheblichen Nachholbedarf. Zwar sehen nach einer aktuellen Bitkom-Umfrage anlässlich der „hub conference“ nahezu alle deutschen Unternehmen (96 Prozent) in wichtigen Branchen die Digitalisierung für sich als Chance. Zugleich geben aber 56 Prozent der befragten Geschäftsführer und Vorstände aus den Bereichen Automobilbau, Banken, Medien, Pharmaindustrie und Touristik an, ihre Unternehmen seien bei der Digitalisierung eher Nachzügler. Weitere acht Prozent gaben sogar an, bereits abgeschlagen zu sein.

Der Bitkom will zudem gleich am Cebit-Montag die Ergebnisse einer Studie zum Thema Digitale Transformation, und einen Tag später erstmals den sogenannten „Digital Office Index“ vorstellen.

Hardware spielt noch eine Rolle

Auch wenn virtuelle Ressourcen alles überstrahlen, so sind doch die „traditionellen“ Infrastrukturthemen nach wie vor auf der Cebit sehr präsent: von Servern über Storage und Netzwerke bis hin zu Software-defined-Technologien. Und natürlich haben auch die Clients in allen Spielarten von PCs und Notebooks bis zu 2-1-Geräten und Tablets auf der Cebit Hochkonjunktur.

Enterprise: Die Cloud steht weiter im Zentrum

Ansonsten dreht sich im Enterprise-Bereich fast alles um Cloud-Themen. Dabei dominieren die Hybrid-Cloud-Lösungen. Hewlett Packard Enterprise stellt auf der Cebit in Halle 4, Stand B04 die Plattform HPE Synergy zum ersten Mal einem breiten Publikum in Deutschland vor. Sie soll über eine einheitliche Programmierschnittstelle physische, containerisierte und virtuelle Server-, Speicher- und Netzwerk-Ressourcen in jedweder Konfiguration für jede Art von Anwendung zur Verfügung stellen.

IBM und VMware zeigen auf der Messe in Hannover auf dem IBM-Stand in Halle 2 die ersten Früchte ihrer strategischen Hybrid-Cloud-Partnerschaft.

IoT ist ein Schwerpunktthema der Cebit 2016.
IoT ist ein Schwerpunktthema der Cebit 2016.
(Bild: Cebit)

Internet of Things: Boom und Herausforderung

Das Internet of Things (IoT) wird nach Ansicht von Reinhard Clemens, Vorstand Deutsche Telekom und CEO von T-Systems, ganze Branchen umkrempeln: „Alles wird digital, keine Dienstleistung und kein Prozess bleibt analog“, schreibt er. „Innerhalb von 20 Monaten hat sich die Anzahl der Unternehmen, die Lösungen für das Internet der Dinge anbieten, verdreifacht. Wir sprechen mittlerweile über mehr als 2.000 IoT-Anbieter, die den Markt mit ihren Lösungen überschwemmen. Und umkrempeln.“ Clemens empfiehlt den Unternehmen, ihre Produkte „nah am Kundenanspruch zu entwickeln. Wer den Weitblick nicht hat und die wachsende Konkurrenz aus anderen Branchen unterschätzt, guckt früher oder später in die Röhre.“

Drohnen über Hannover

Ein Hype-Thema, an dem momentan keine Messe vorbei kommt, sind Drohnen. Auch auf der Cebit sind die Flugkörper vertreten. Auf der Cebit findetangrenzend an die Halle 16 die Dronemasters-Konferenz mit Ausstellung und Flugarena statt. Die Konferenz ist kostenpflichtig (345 Euro), die Ausstellung und die Flugvorführungen sind für Cebit-Besucher dagegen gratis.

Cebit 2016: Informationen Besucher

Für Besucher beginnt die Messe am Montag, den 14. März und endet am Freitag, den 18. März. Geöffnet hat die Cebit jeweils von 9 bis 18 Uhr.

Der Standort der Cebit ist das Messegelände in 30521 Hannover, Navigationssysteme finden sie unter „Hermesallee“. Mit der Bahn erreicht man die Messe am besten über den Messebahnhof Laatzen (400 Meter zum Haupteingang).

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man ebenfalls gut zur Messe:

  • Stadtbahnlinie 8 (und Sonderlinie 18)
  • Stadtbahnlinie 6 (und Sonderlinie 16)
  • Buslinien 340 und 341
  • Linie S4 von Bennemühlen zur Cebit

Wichtig: Die Eintrittskarte oder der Aussteller-Ausweis gelten nicht als Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr. Für Aussteller oder Dauerbesucher gibt es die „GVH Cebit Card“ für 23,80 Euro.

Für die Orientierung auf der Cebit steht auf deren Webseite ein Interaktiver Hallenplan bereit.

Premiere auf der Cebit 2016: Die Service Provider Lounge von IT-BUSINESS.
Premiere auf der Cebit 2016: Die Service Provider Lounge von IT-BUSINESS.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Die IT-BUSINESS ist ebenfalls auf der Messe zu finden. Und zwar mit der Service Provider Lounge im Planet Reseller Halle 14/15 Stand H 43.

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Über den Autor

 Klaus Länger

Klaus Länger

Redakteur