Um die Ecke gefunkt

HiFlecs soll neuer Funkstandard für die Industrie werden

| Autor / Redakteur: Michael Eckstein / Andreas Donner

Reaktionsschnell: Das HiFlecs-Projektkonsortium hat eine Funktechnik entwickelt, die genau auf die spezifischen Anfoderungen beim Vernetzen von Industrieanlagen ausgerichtet ist.
Reaktionsschnell: Das HiFlecs-Projektkonsortium hat eine Funktechnik entwickelt, die genau auf die spezifischen Anfoderungen beim Vernetzen von Industrieanlagen ausgerichtet ist. (Bild: CENTRUM INDUSTRIAL IT (CIIT))

Echtzeitfähigkeit, intelligente Selbstorganisation und höchste Zuverlässigkeit: HiFlecs ist genau auf die hohen Anforderungen beim Vernetzen industrieller Anlagen ausgelegt. Die Grundlagen für die Funktechnik hat inIT, das Institut für industrielle Informationstechnik, mit Partnern aus Forschung und Industrie erarbeitet.

Unterschiedliche Sensoren, Aktoren, Maschinen sowie Steuer- und Regelungseinheiten – die Vernetzung heutiger Industrieanlagen ist ebenso komplex wie anspruchsvoll. Verfügbare Funktechnologien stoßen hier oft an ihre Grenzen. Abhilfe soll ein Lösungsansatz schaffen, den vier Forschungseinrichtungen gemeinsam mit sieben Unternehmen entwickelt haben. Mithilfe einer neuartigen, integrativen Funktechnologie soll er das drahtlose Vernetzen und Regeln von Industrieanlagen ermöglichen.

„Bestehende Funksysteme wie WLAN, Bluetooth und andere sind breit aufgestellt“, erklärt Professor Dr. Uwe Meier, Projektverantwortlicher am Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der HS OWL. „Sie sind beispielsweise dazu in der Lage, große Datenmengen zu verarbeiten, weisen jedoch Schwächen auf, wenn es um Echtzeitfähigkeit und Zuverlässigkeit geht.“ Doch genau diese Anforderungen seien im industriellen Umfeld Dreh- und Angelpunkt, um einen reibungslosen Produktionsablauf zu gewährleisten.

HiFlecs soll neuer industrieller Funkstandard werden

Ein Team von Wissenschaftlern verschiedener Forschungsinstitute aus ganz Deutschland habe sich deshalb der Sache angenommen und gemeinsam mit Partnern aus der Industrie in dem Projekt HiFlecs den Weg zu einem neuen industriellen Funkstandard geebnet. „HiFlecs steht für hochperformante, sicherer Funktechnologien und deren Systemintegration in zukünftige industrielle Closed-Loop-Automatisierungslösungen“, erklärt Meier.

Mindestens genauso komplex wie der lange Name des Projektes seien die Anforderungen gewesen, die den Partnern bei der Entwicklung der neuartigen Kommunikationsinfrastruktur begegnet seien, führt inIT-Professor Jürgen Jasperneite aus. So sollte die Funktechnologie so „intelligent“ sein, dass sie eine selbstständige, flexible, modulare und zugleich dynamische Kommunikation zwischen eingebauten Sensoren und Anlagenteilen ermöglicht. Dies sei nötig, um den Automatisierungsansprüchen der intelligenten Fabrik gerecht zu werden. „In einem Produktionsumfeld, in dem Maschinen und Anlagen immer wandlungsfähiger und flexibler werden, muss auch die Funktechnologie reagieren und sich an die veränderten Anforderungen anpassen“, erklären die Lemgoer Forscher. Beispielsweise müssten die Funksignale mit einer Latenz von weniger als einer Millisekunde weitergegeben werden können.

Höchste Zuverlässigkeit und Echtzeitfähigkeit als wichtigste Ziele

Besonders wichtig war den Forscherteams aus Lemgo und Bremen höchste Zuverlässigkeit. HiFlecs soll dies mit einem Koexistenzmanagement erreichen, das Zeit- und Frequenzkanäle sowie die Sendeleistung in Echtzeit zuweisen kann. Eine Klassifizierung mit neuronalen Ansätzen gewährleistet dabei eine optimale Ressourcenzuweisung über mehrere Funkzellen.

Zudem seien die HiFlecs-Funkzellen ohne viel Aufwand in ein übergeordnetes Automatisierungssystem integrierbar, was dem Leitgedanken der wandlungsfähigen Fabrik von morgen entspreche. Nach Angaben der Forscher erkennt ein Meldekanal automatisch die HiFlecs-Module. Über einen direkten Zugriff auf ein Gerät ließen sich zudem dessen Moduleigenschaften abrufen. Darüber hinaus ermögliche und überwache das HiFlecs-Netzwerkmanagement die dynamische Anpassung an sich wechselnde Umgebungsbedingungen, Systemzustände oder Umgebungsbedingungen. Zum Abschluss des BMBF-geförderten Projektes resümiert Meier: „Es ,funkt`-ioniert! Der erste Schritt auf dem Weg zu einem neuen Funkstandard ist gemacht.“

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal ELEKTRONIKPRAXIS.

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