Riverbed im Fokus bei Dimension Data

Hier spricht man SD-WAN

| Autor / Redakteur: Sylvia Lösel / Andreas Donner

Jörg Jakobi ist Head of Network Architecture Group bei Dimension Data.
Jörg Jakobi ist Head of Network Architecture Group bei Dimension Data. (Bild: Dimension Data)

Viele Kunden haben Bandbreiten-Probleme. Dass die Lösung SD-WAN heißen könnte, wissen nur wenige. Dimension Data hat sich in diesem Bereich viel Expertise angeeignet. Jörg Jakobi, Head of Network Architecture Group beim IT-Dienstleister, kennt den Markt en detail.

IP-Insider: Sie konnten bestimmt schon einen Blick auf die SD-WAN-Lösung Steelconnect von Riverbed werfen, die am 16. September auf den Markt kam?

Jakobi: Wir haben uns Steelconnect im Rahmen das Early Access Program bereits angeschaut. Denn wir wollten Erfahrungen sammeln, um unsere Kunden gut beraten zu können. Unser Fazit fällt sehr positiv aus. Für uns ist dies eine der führenden Lösungen am Markt.

IP-Insider: Haben Sie noch andere Software-Defined-Lösungen im Portfolio?

Jakobi: Wir haben zwei Hersteller: Riverbed und Cisco.

IP-Insider: Was fällt bei Steelconnect positiv ins Gewicht?

Jakobi: Erstens: Die Administration ist bestechend. Mit der Management-Lösung ist es einfach, SD-WAN-Overlay-Netze aufzubauen und zu betreiben. Zweitens: Man merkt, dass viel Erfahrung aus dem Bereich der WAN-Optimierung in Hinblick auf Applikations-Optimierung, zum Beispiel bei ERP und Office 365, eingeflossen ist. Gepaart mit dem SD-WAN aus der Ocedo-Übernahme ist das eine runde Lösung. Und Drittens: Sie können Außenstellen schnell anbinden.

IP-Insider: Ist SD-WAN ein Thema, das von ihren Kunden aktiv adressiert wird?

Jakobi: Wir stellen fest, dass seit 12 Monaten immer mehr Kunden auf uns zukommen. Sie sagen allerdings nicht, dass sie SD-WAN-Bedarf haben. Aber sie nutzen nun Applikationen aus der Cloud, wie Office 365 oder Dienste von AWS. Damit benötigen sie von jedem Arbeitsplatz Zugriff auf die Applikation. Und damit brauchen sie intelligente Lösungen, die die Verkehrssteuerung übernehmen. Denn wenn man das klassisch macht, ist das mit einem hohen Admin-Aufwand verbunden. Mit einer SD-WAN-Lösung können sie den Betrieb deutlich vereinfachen. Bei Diskussionen mit den Business-Ansprechpartnern sind wir auch in der Lage, eine Lösung für die Anforderungen im Applikationsbereich aufzuzeigen.

IP-Insider: Wie machen sie das?

Jakobi: Wir versuchen zu verstehen, wie die Probleme beim Kunden gelagert sind. Zumeist geht es weg von einem zentralen Datacenter hin zu einer Hybrid-Umgebung. Sprich, er hat teilweise Anwendungen in der Cloud und teilweise im Datacenter. Da muss der Kunde handeln, wenn er Probleme im Weitverkehrsnetz (WAN) hat.

IP-Insider: Wie sieht die Lösung aus?

Jakobi: Manche Kunden können unabhängig von ihrem Provider agieren, wenn sie beispielsweise mehr Bandbreite oder andere Wege zum Rechenzentrum, gepaart mit einer gewissen Flexibilität, benötigen. Viele Kunden haben allerdings mit einem MPLS-Vertrag starre Bandbreiten und einen Laufzeitvertrag. Setzt man dann zum Beispiel Office 365 ein, reicht das nicht mehr. Viele schaffen dann neben MPLS noch ­eine Internetverbindung zur Office-365-Cloud. Und dann braucht man eine intelligente Lösung, die die Daten in die richtige Richtung lenkt. Office 365 über die Internetverbindung, ERP und Video über die bestehende MPLS-Verbindung. Da ist eine Riverbed-Lösung sehr interessant.

IP-Insider: Sie haben vorhin die Business-Ansprechpartner erwähnt. Ist die IT-Abteilung bei diesen Gesprächen außen vor?

Jakobi: Man muss beide Ebenen ins Boot holen. Auf der einen Seite muss man verstehen, welche Business-Anforderungen es gibt, auf der anderen Seite muss die IT-Abteilung austarieren, was sich umsetzen lässt. Sie können sich nicht nur auf eine Ebene begeben. Denn sonst blockiert man sich im schlimmsten Falle. Wir haben uns diese Kompetenz in den letzten fünf bis zehn Jahren erarbeitet.

IP-Insider: Der SD-WAN-Markt brummt?

Jakobi: Wir hatten im vergangenen Jahr Projektdiskussionen im niedrigen zweistelligen Bereich, das ist dieses Jahr deutlich mehr geworden.

IP-Insider: Für wen ist das interessant?

Jakobi: SD-WAN ist für Unternehmen interessant, die vor allem international tätig sind. Für rein national tätige Unternehmen ist SD-WAN nur bedingt relevant. Wenn sie hierzulande einen guten Provider-Vertrag haben und ihre Außenstellen sehr gut vernetzen können, dann haben sie schon eine Lösung. Eine Overlay-Architektur rechnet sich dann nicht.

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