Netzinbetriebnahmen rund um die IFA

Hier ist 5G bereits verfügbar

| Autor / Redakteur: Julia Schmidt / Andreas Donner

Mit dem Start der IFA schaltet die Telekom die ersten 12 5G Antennen in Köln scharf. Bis Ende des Jahres sollen rund 90 5G-Antennen in der Domstadt funken.
Mit dem Start der IFA schaltet die Telekom die ersten 12 5G Antennen in Köln scharf. Bis Ende des Jahres sollen rund 90 5G-Antennen in der Domstadt funken. (Bild: Telekom)

Sowohl Vodafone als auch die Telekom bieten bereits in einer Handvoll Städten wie Berlin, München und Köln entsprechend ausgerüsteten Nutzern Zugang zum 5G-Netz. Zur IFA gab die Telekom offiziell den Startschuss – und das nicht nur in der IFA-Stadt Berlin.

Vodafone und die Telekom arbeiten mit Hochdruck am neuen 5G-Mobilfunknetz. Vodafone etwa verkündete bereits am 1. September, dass man fürs Erste auf alle Zuschläge für die Nutzung des neuen Mobilfunkstandards in den hauseigenen Red- und Young-Tarifen verzichten wollen. Doch noch ist die Verfügbarkeit sehr gering und nur sehr wenige aktuelle Geräte, wie das Huawei Mate 20 X oder eine spezielle 5G-Version des Samsung Galaxy S10, können das 5G-Netz überhaupt nutzen. Die Ankündigung ist daher eher ein Marketinggag.

Die 5G-Netze der Telekom und von Vodafone sind nur an ausgewählten Standorten verfügbar. Vodafone etwa funkt seit September über gerade mal 50 5G-Stationen. Diese sind in Städten wie Berlin, Köln, München, Duisburg, Düsseldorf und Bremen zu finden – aber auch in ländlichen Regionen wie in der Wedemark oder auf der Ostsee-Insel Usedom.

5G setzt sich quasi „Huckepack“ auf LTE

Nun hat die Telekom nachgezogen und verkündet das eigene 5G-Netz sei ab sofort in fünf deutschen Städten verfügbar: Berlin, Bonn, Darmstadt, Köln und München. Seit dem werbewirksamen Startschuss der IFA funken nun also insgesamt 129 5G-Antennen mit Bandbreiten von 1 GBit/s und mehr. 66 Antennen in Berlins Mitte bilden auf rund sechs Quadratkilometern laut Telekom das größte zusammenhängende 5G-Gebiet Deutschlands. In den fünf „Premiere-Städten“ will die Telekom Schritt für Schritt 5G-Netz-Cluster aufbauen. Damit größere Bereiche versorgt werden können und nicht nur punktuell der Bereich um einzelne Antennen.

Bis Ende 2019 sollen dann auch Hamburg und Leipzig von 5G profitieren. Insgesamt plant die Telekom bis zum Jahresende über 300 Antennen in Deutschland in Betrieb zu nehmen. In allen „5G-Städten“ soll das Netz auch im Laufe des kommenden Jahres weiter verdichtet werden. Zusätzlich beginnt dann der 5G-Ausbau in weiteren Städten. Bis Ende 2020 plant die Telekom mindestens die 20 größten Städte an das 5G-Netz anzubinden.

„Für 5G nutzen wir zunächst 4G-Standorte. Denn die neue Technologie wird über LTE synchronisiert und ins Netz gebracht. 5G setzt sich quasi „Huckepack“ auf LTE“, so Walter Goldenits, Technikchef der Telekom Deutschland GmbH. Die Telekom baut die 5G-Antennen zusätzlich zum laufenden LTE Ausbau auf. Für 2019 und 2020 sind rund 4.000 neue LTE-Mobilfunkstandorte geplant, die Hälfte davon im ländlichen Raum. Hinzu kommen mehrere Tausend LTE-Erweiterungen an bestehenden Masten. Bis zum Jahresende will die Telekom 98 Prozent der Bevölkerung mit LTE abdecken.

In diesen Gebieten sind Sie dabei

In Berlin senden bereits 66 Antennen mit dem neuen Kommunikationsstandard. Sie versorgen in der Hauptstadt die Bezirke Schöneberg, Mitte und Kreuzberg. Das Berliner 5G-Netz soll in den kommenden 18 Monaten kontinuierlich wachsen: im Westen im Bereich Charlottenburg und Ku’damm bis hin zur Messe Berlin. Im Osten und Norden breitet die Telekom das Gebiet über den Alexanderplatz und das Regierungsviertel in Richtung Prenzlauer Berg und Charité aus. Fokus der 5G-Versorgung ist die Innenstadt mit touristischen Hotspots wie dem Potsdamer Platz. Im Süden sollen auch Gebiete wie der Technologiepark Adlershof mit 5G der Telekom versorgt werden.

In Köln sorgen zwölf neue Antennen für 5G. Versorgt wird im ersten Schritt die Deutzer Seite am Rhein einschließlich Teilen des Messegeländes. Ein weiterer Standort funkt in Ehrenfeld. Ziel ist ein ringförmiger Innenstadtausbau in den kommenden Monaten und Jahren. Der geplante Ausbau in Köln umfasst die gesamte Innenstadt mit ihren Einkaufsstraßen und Wohnhäusern sowie den Media-Park, die Deutzer Seite im Bereich der Messe und die Promenaden auf beiden Rheinseiten. Allein bis Ende 2019 wird die Telekom in Köln insgesamt 90 Antennen aufbauen.

In München steht zunächst die gewerbliche 5G-Nutzung stärker im Fokus. Die ersten neun Antennen funken in Milbertshofen zwischen Frankfurter Ring und Petuelpark. 5G soll hier bis Ende des Jahres zusätzlich den BMW-Park sowie den Medienstandort Unterföhring versorgen. Die Zahl der Antennen steigt dann auf rund 50. Für 2020 plant die Telekom die nächsten Ausbauschritte Richtung Münchener Innenstadt.

In Bonn funken jetzt insgesamt 24 Antennen. Ein Gewerbegebiet und auch die Freizeitnutzung abends und am Wochenende stehen zunächst im Fokus. Erste Antennen sind auch in der Innenstadt am Hauptbahnhof und auf der Beueler Seite in Betrieb. Hier sind wichtige Dreh- und Angelpunkte für den ÖPNV mit hohem Mobilfunkaufkommen. Bis Ende des Jahres will die Telekom die Zahl der Antennen in Bonn verdoppeln. Dann sind hier mehr als 40 Antennen in Betrieb.

In Darmstadt ist der 5G-Ausbau mit den Testfeldern rund um die Telekom-Standorte gestartet. Die Versorgung mit aktuell 18 Antennen erstreckt sich bis hoch zum Hauptbahnhof. Im nächsten Schritt geht es in den kommenden 18 Monaten Richtung Innenstadt und Universitätsgebiete.

Alle 5G-Gebiete sind ab sofort auch auf der Versorgungskarte der Telekom eingezeichnet. Nun ist Vodafone wieder am Zug. (Mit Material von dpa)

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal Elektronikpraxis.

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