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Den CIO im Software-Visier Hewlett-Packard zelebriert IT-Zirkel

Redakteur: Ulrike Ostler

Hewlett-Packard (HP) ordnet sein Software-Geschäft. Der Hersteller richtet sein Portfolio auf drei Lebenszyklen des operativen IT-Betriebs aus. Die Kunden sollen IT eng mit Geschäfttätigkeiten ihres Unternehmens verzahnen, IT-Services verwalten und Änderungsprozesse automatisieren können.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Derzeit schwört HP in Wien auf der Konferenz „Software Universe“ 3.000 Besucher auf seine Lifecycle-Strategie ein. Das Forum ist in zweierlei Hinsicht wichtig für den US-Anbieter. Mehr als 50 Prozent seiner Management-Software verkauft HP in Europa. Auch die Hälfte der Forschungs- und Entwicklungskosten investiert der Hersteller in diesem Erdteil.

Außerdem hat HP in den vergangenen drei, vier Jahren 13 Unternehmen zusammengekauft, deren Produkte integriert und neu strukturiert werden müssen. Unter den großen Einkäufen befand sich im vergangenen Jahr Peregrine Systems. HP blätterte rund 425 Millionen Dollar dafür hin. Die Software soll es IT-Verantwortlichen ermöglichen, IT-Umgebungen einfacher und kosteneffektiver zu verwalten.

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Alleine 40 Prozent der damaligen Peregrine-Kunden säßen in Deutschland, erläutert Carsten Becker, der scheidende Director HP-Software Deutschland, und setzt hinzu, er habe bisher keinen davon verloren.

HP-Software in Deutschland

Sein Nachfolger wird Peter Prestele, der bisher die Zentral- und Osteuropa-Geschäfte von dem jüngst übernommenen Softwarehersteller Mercury geführt hat. Prestele scheint insgesamt ein gut bestelltes Feld zu übernehmen.

Das organische Wachstum seines Tätigkeitsbereichs gibt Becker im Vergleich zum Vorjahr mit 20 Prozent an, mit Peregrine wären es 47 Prozent. Die Anzahl der Großprojekte haben sich in demselben Zeitraum vervierfacht. Nachgefragt waren insbesondere Asset-, Service- und Infrastruktur-Management.

Damit liege das Wachstum weit über dem Durchschnitt, erläutert Anderas Zilch, Vorstand des Analystenhauses Experton Group. Den Einschätzungen seines Unternehmens zufolge wird der deutsche Software-Markt in diesem Jahr um 7,2 Prozent zugelegt haben. Der Umsatz werde vermutlich bei 17,41 Milliarden Euro liegen; 2005 waren es noch 16,25 Milliarden Euro.

Während auch IT-Services mehr Geld einbrachten, hier sieht Zilch ein Plus von 5,7 Prozent (28,62 Milliarden Euro), ist der Hardware-Umsatz um 1,2 Prozent gesunken.

Die Reduktion aber liege nicht etwa an der besseren Auslastung bestehender Ressourcen oder einem Mehr an Shared Services, wie alle IT-Anbieter und Analysten derzeit propagieren, sondern schlichtweg am Preisverfall der Unix-Rechner; denn die Stückzahlen stiegen, so der Experton-Vorstand.

Das sagt der Analyst

Obwohl sich auch im Infrastruktur-Bereich der Service-Gedanke allmählich durchsetze und auch in Deutschland die Position des Chief Information Officer (CIO) langsam etabliere, erwartet der Analyst die Impulse für die systemnahe Software, wie sie HP anbietet, im kommenden Jahr durch ganz klassische IT-Themen: Die Einführung der Middleware von SAP „Netweaver“und das neue Betriebssystem von Microsoft „Vista“.

Eigentlich aber soll sich das Selbstverständnis der IT wandeln. Bisher hatte IT zur Kostenminderung beizutragen, das Business zu automatisieren, Veränderung der Industrien zu unterstützen. Doch künftig, in einer „Always-on“-Gesellschaft, sei IT das Business, behauptet der künftige HP-Software-Chef Prestele.

Der CIO wird es richten

Der CIO, der typischerweise in der Vorstandsetage angesiedelt sein sollte, spiele hier eine Schlüsselrolle. Die Business Technology Optimisierungs-Tools, wie HP seine Management-Werkzeuge bezeichnet, adressierten die Herausforderungen, mit denen ein CIO täglich konfrontiert sei: Um profitable Wachstum zu ermöglichen, müssen sie die Kosten senken, neue Services schneller bereitstellen und die IT so ausrichten, dass sie einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung im Unternehmen leistet.

Die IT, von Applikations-Lösungen bis zum Kabel, wir als Geschäft verstanden, ein Dienstleistungsgewerbe, das Services bietet. Business Service Management Projekte, für die HP Software-Tools anbietet, leisteten quasi per Definition einen überproportionalen Beitrag zum Business, so Prestele. Denn 90 Prozent solcher Projekte lieferte einen Wertbeitrag zum Geschäftserfolg.

Das aber spreche für die Notwendigkeit von System- und Netzwerk-Management-Tools. Immerhin liefere nach einer Studie der Economist Intelligence Unit die Hälfte aller IT-Initiativen in Europa keinen positiven messbaren Geschäftserfolg.

HP hat nun drei Bereiche ausgemacht, in denen sich das dank eigener Software ändern lasse: Change- und Configuration Management, IT Service Lifecycle sowie Performance- und Availability Lifecycle.

Wie Analyst Zilch ausführt, setze insbesondere der Zukauf von Mercury den Anbieter in die Lage, diese Bereiche tatsächlich breit abzudecken. Da aber HP weder über eigene Middleware noch über ein Security-Portfolio verfüge, müsse der Anbieter das Softwareangebot durch geschickte Partnerschaften ergänzen. Die Netweaver-Zertifizierung etwa weise hier in die richtige Richtung.

IT Service Lifecycle

Hierunter finden sich Produkte, die ermöglichen sollen, IT und Geschäftsprozesse zu planen, aufeinander abzustimmen und zu verwalten. Dieser Lifecycle verfolgt und analysiert automatisch alle Elemente eines „Business Service” – von der Konzeption bis zum Ende des Lebenszyklus einer Anwendung. Insbesondere ließen sich die Ressourcen besser nutzen und Kosten sparen; denn die Services werden nach Geschäftsprioritäten geordnet und erbracht.

Mit dem Service Center lassen sich Geschäftsprozesse, Services und IT-Infrastrukturen überwachen und automatisieren. Die Version 6.1 verfügt über einen integrierten Service-Katalog, so dass die Schnittstelle für IT-Hardware und –Services standardisiert werden können. Zudem sorge das Center für ein Knowledge-Management, so dass Erfahrungen und Informationen verschiedener Abteilungen im Unternehmen zugänglich gemacht werden können.

Im Vergleich zur Vorgängerversion 6.1 ermöglicht das zugehörige Configuration Management die Gruppierung von Konfigurations-Items und das Nachverfolgen von Veränderungen innerhalb der IT-Infrastruktur (Change Management).

Change and Configuration Lifecycle

Hierunter fallen verschiedenen Aspekte zur Automatisierung von Veränderungen. Die Configuration Management Software ermöglicht es, die Planung, die Entwicklung und die Verwaltung von Software innerhalb eines Unternehmens zu automatisiren und stellt damit sicher, dass jeder Rechner genau mit denjenigen Software-Elementen ausgestattet ist, die dort benötigt werden.

Die Version 5.0 verbindet sowohl eine PC- mit einer Server Configuration-Management-Lösung. Sie verfügt über eine neue Benutzer-Oberfläche, SOA-konforme Dienste (SOA = Service Oriented Architecture), verbessert die Möglichkeiten zur Software-Verteilung und -Konfiguration, bietet eine größere Kontrolle und verbesserte Virtualisierung für Administratoren mit Change Audits.

Change Control Management Software soll die erste automatisierte End-toEnd-Change Management-Software auf dem Markt sein, die speziell dafür entwickelt wurde, für Change Advisory Boards (CABs) das Risiko von Veränderungen im Unternehmen einzuschätzen.

Im Einzelnen bietet die Software:

  • Automatischen Schutz vor möglichen Beeinträchtigungen bei Veränderungen
  • Möglichkeiten für Anwender, Feedback zu Veränderungen zu geben
  • Unautorisierten Änderungen in der IT-Infrastruktur lassen sich ohne vorherige Anfrage erfassen
  • Konsolidierte Anfragen des Service Desk

Performance and Availability Lifecycle

Der Tools, die dem Performance and Availability Lifecycle zugerechnet werden, verbinden und automatisieren anhand von Performance-Kennzahlen, um die Verlässlichkeit und Verfügbarkeit von geschäftskritischen Anwendungen und Services sicher zu stellen.

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