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Halo ohne Konferenzraum-Einrichtung soll Konkurrenz unterbieten Hewlett-Packard verschlankt sein Videokonferenzsystem

| Autor / Redakteur: Peter Hempel / Martin Hensel

Hewlett-Packard hat eine preiswertere Version seiner Videokonferenzsysteme „Halo“ eingeführt. Das Unternehmen unterbietet das „Telepresence“-Angebot des Konkurrenten Cisco um ungefähr 50.000 US-Dollar. Die günstige Version enthält im Gegensatz zum weiterhin erhältlichen Komplettset keine Konferenzraumausstattung.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Hersteller Hewlett-Packard (HP) wagt einen neuen Vorstoß im Markt für High-End-Videokonferenzsysteme. Seit Dezember 2005 bietet das Unternehmen sein „Halo“ genanntes Echtzeit-Video-Konferenzsystem an. Der bisherige Preis von 349.000 US-Dollar schloss eine Konferenzraumausstattung mit ein. Neuerdings wird das System auch ohne Monitore und Kamera angeboten, stellt weniger Ansprüche an die vorhandene Hardware und kostet 100.000 US-Dollar weniger.

Auch die Variante ohne Ausstattung ist in zu einem ähnlichen Umfang aufrüstbar wie das Komplettsystem. So sind in der günstigeren Version Echtzeit-Konferenzen mit bis zu drei Bildschirmen möglich. Das neue Paket soll aber leichter zu installieren sein.

Seit der Markteinführung hat HP rund 20 Firmenkunden von seinem Videokonferenzsystem überzeugen können. Weltweit wurden 120 Räumlichkeiten mit der Lösung vernetzt.

2006 führte Cisco ein ähnliches System mit der Bezeichnung Telepresence ein, welches rund 300.000 US-Dollar kostet. Neben der proprietären Appliance setzt der Netzwerk-Branchenriese allerdings in letzter Zeit vermehrt auf Web-basierte Konferenz-Installationen. Diese Trendwende führte erst kürzlich zur Übernahme des Marktführers Webex Communications.

Blick des Analysten

Generell sehen die Hersteller von Video-Konferenz-Systemen große Marktchancen. Getrieben werde die Entwicklung durch das Bestreben der Unternehmen Energie zu sparen und durch die großen Qualitätssprünge in der Technik. Doch laut Phil Sayer, Marktanalyst bei Forrester, seien die potenziellen Anwender viel zurückhaltender als die geradezu enthusiastischen Verlautbarungen der Hersteller von IP-Videoconferencing-Systemen erwarten lassen.

Der Grund für die fehlende Begeisterung bei den Anwender liefere in erster Linie der hohe Preis, den sie für die High-end-Ausstattung zahlen müssten, so Sayer in seiner jüngsten Trendanalyse. Nach Einschätzung der Forrester-Analysten werden diese Systeme deshalb nur einen kleinen Teil des Marktes erobern können. Die viel größeren Marktchancen bieten Video-Funktionen, die praktisch jeden Geschäftsraum erobern können, etwa bereits bestehende Präsentations- und Meeting-Räume.

Das aber bedeute, dass Video-Conferencing in die Voice-over-IP- beziehungsweise Unified-Communications-Strategien mit einbezogen werden müssten, mahnt Sayer an. Ansonsten könne es sein, dass speziell für die Führungskräfte Video-Konferenz-Inseln entstehen, die nicht in die existenten IT- und Telekommunikations-Infrastrukturen integrierbar sind.

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(ID:2007213)