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Studie sagt 500 LTE-Netzwerke in 127 Ländern voraus GSMA prognostiziert eine Milliarde 4G-Nutzer bis 2017

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Bis 2017 wird sich die Zahl der LTE-Netzwerke verdoppeln und der Erlös pro Kunde bei LTE-Nutzern kann um das Zwanzigfache höher sein als bei Kunden ohne LTE. Laut Netzwerkspezialist Gigamon werden diese Zahlen der GSMA-Studie den Druck auf Service Provider erhöhen.

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Der weltweit prognostizierte Anstieg von LTE-Verbindungen wird Service Provider dazu zwingen, in Reichweite, Performance und Qualität zu investieren.
Der weltweit prognostizierte Anstieg von LTE-Verbindungen wird Service Provider dazu zwingen, in Reichweite, Performance und Qualität zu investieren.
(Bild: lassedesignen - Fotolia.com )

Der Industrieverband der Mobilfunkanbieter GSMA hat eine Studie herausgegeben, in der bis Ende 2013 176 Millionen LTE-Verbindungen weltweit prognostiziert werden. Bis 2017 soll die Zahl laut der Studie sogar schon die Milliardenmarke geknackt haben. Der Verband sagt voraus, dass hierfür knapp 500 LTE-Netzwerke in 127 Ländern betrieben werden – ungefähr doppelt so viele wie heute. Außerdem besagt die Studie, dass laut den Mobilfunkanbietern in den bereits entwickelten Märkten, wie beispielsweise den USA, Südkorea oder Japan, der durchschnittliche jährliche Erlös pro Kunde bei LTE-Nutzern um das Sieben- bis Zwanzigfache höher ist als bei Kunden ohne LTE.

Für Trevor Dearing sind die Ergebnisse der GSMA keine Überraschung. Der Marketing Director EMEA bei Gigamon, einem auf Netzwerküberwachung spezialisierten Unternehmen, kommentiert die Ergebnisse der Studie: "Die Erwartungen der Kunden in diesem Bereich haben signifikant zugenommen – heute gilt es als normal, dass man nicht mehr nur Anrufe und Textnachrichten von unterwegs erledigt, sondern auch Videos ansieht, Online-Games spielt oder E-Mails versendet. Kurz gesagt, 4G hilft dabei, dass diese Erwartungen erfüllt werden. Aber es sorgt auch für eine verstärkte Belastung der Infrastruktur und einen erhöhten Druck auf die Service Provider in Bezug auf Reichweite, Performance und Qualität. Hier zu glänzen ist wichtig, um sich als Anbieter von seinen Wettbewerbern abzuheben und die Kunden auf seine Seite zu ziehen, auch wenn sich dadurch der Traffic im Netzwerk noch weiter erhöht."

Um tatsächlich von den höheren Erlösen profitieren zu können, die die GSMA vorhersagt, müssen Mobilfunkanbieter mehr Einblick in die tatsächlichen Traffic-Ströme innerhalb ihres Netzwerks erhalten. Dadurch können sie besonders belastete Teile des Netzes oder Schwachstellen schneller identifizieren und den dadurch entstehenden Performanceverlust beim Kunden abfedern. Zudem ermöglichen tiefere Einblicke auch mehr Wissen über das tatsächliche Nutzungsverhalten, wodurch die Anbieter auf den Kunden zugeschnittene Angebote entwickeln können. Dies erhöht nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern ermöglicht auch neue Umsatzquellen und erleichtert strategische Unternehmensentscheidungen.

Der Aufstieg von 4G bietet Carriern einzigartige Möglichkeiten, wenn sie bereit sind, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen und innovativ zu denken. Um dabei die Qualität aufrechtzuerhalten und den durchschnittlichen Erlös pro Kunden zu erhöhen, müssen Mobilfunkanbieter die Details ihrer Netzwerke kennen und beispielsweise kritischen Traffic gegenüber weniger wichtigem priorisieren können. So etwas wird aber nur durch einen besseren Einblick ins Netzwerk möglich, weshalb Anbieter, die im 4G-Geschäft mitspielen wollen, dringend diesen Einblick in ihr eigenes Netz erhöhen sollten.“

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