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Dauertelefonieren erfordert weitere Beobachtungen des Krebsrisikos Größte Mobilfunkstudie sagt: Kein höheres Risiko auf Gehirntumore!

Redakteur: Ulrike Ostler

Sicher? Oder doch nicht? Der Gebrauch von Mobiltelefonen erhöht das Risiko an einem Gliom oder Meningiom zu erkranken nicht. Dies veröffentlichte das „International Journal of Epidemiology“ auf Basis einer kombinierten Analyse von multi-nationalen Fall-Kontroll-Studien über Gliome und Meningiome, die häufigsten Gehirntumore im Zusammenhang mit Handy-Telefonie. Doch verlangen die Experten weitere Untersuchungen.

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Erhöht der Gebrauch von Mobiltelefonen das Risiko einen Tumor zu bekommen?
Erhöht der Gebrauch von Mobiltelefonen das Risiko einen Tumor zu bekommen?
( Archiv: Vogel Business Media )

Christopher Wild, Direktor der Internationalen Agentur für die Forschung über Krebs (International Agency for Research on Cancer, IARC) sagt: „Ein erhöhtes Risiko, an Hirntumoren zu erkranken, wird durch die „Interphone-Daten nicht nachgewiesen.“ Interphone bezeichnet ein in 13 Ländern international von der IARC koordiniertes Projekt.

Die Finanzierung des Projekts Interphone haben das Mobile Manufacturers Forum (MMF) zusammen mit der GSM Association sowie die Europäische Kommission und viele nationale Forschungsförderungsinstitutionen übernommen. Die Art der Finanzierung ermöglicht die wissenschaftliche Unabhängigkeit der Studie.

Kopf- und Nackentumore

Die jetzt veröffentlichen Ergebnisse von Rodolfo Saracci und Jonathan Samet entstammen der ersten Studie, einer Reihe von kombinierten Datenanalysen über Kopf-und Nackentumore, innerhalb dieses Projekts.

Generell sind Tumore des Nervensystems selten und umfassen weniger als 2 Prozent aller bösartigen Tumore – weltweit ungefähr 175.000 Fälle pro Jahr. Gliome sind ein Typ von Gehirntumor, der in Zellen des Gehirns entsteht. Jedes Jahr werden in westlichen Ländern sechs bis acht dieser Krankheitsfälle pro 100.000 Menschen diagnostiziert. Meningiome entstehen aus Zellen, die die Gehirnhäute aufbauen und sind noch seltener, nämlich weniger als zwei pro 100.000 Menschen und Jahr.

Wild erläutert: „Die Beobachtungen in der Kategorie der höchsten kumulativen Anruf-Zeit und die sich ändernden Verhaltensmuster bei der Nutzung von Mobliltelefonen seit der durch Interphone untersuchten Periode, besonders bei jungen Menschen, deuten an, dass Mobiltelefongebrauch und Hirntumor-Risiko es verdienen, weiter untersucht zu werden.“

Probleme bei der Datenzuverlässigkeit

Tatsächlich gab es Hinweise eines vergrößerten Risikos von Gliomen auf den höchsten Expositionsniveaus. Doch statistische Verzerrungen und andere Fehler erlaubten „keine kausale Interpretation“. Die Forscher gelangen zu dem Schluss, dass die möglichen Effekte eines langfristigen intensiven Gebrauchs von Mobiltelefonen weitere Untersuchung verlangen.

Erwartungsgemäß sieht Michael Milligan, Generalsekretär des Mobile Manufacturers Forum, erst einmal die positiven Aspekte der Studie: „Die Gesamtanalyse stimmt mit Ergebnissen früherer Studien und dem beachtlichen Umfang der Forschung überein, die kein erhöhtes Gesundheitsrisiko aus dem Gebrauch von Mobiltelefonen ableiten.“

Das Fehlen von erhöhten Gesundheitsrisiken umfasse auch den langfristigen Mobiltelefongebrauch von mehr als zehn Jahren. Die Autoren machten klar, dass die Datenlage bezüglich der selbstberichteten Schätzung der Nutzung in der Vergangenheit für die eindeutige Interpretation eines möglichen Risikos wegen möglicher Fehler oder statistischer Verzerrungen ungenügend gewesen seien.

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