Lenovo im Kaufrausch

Google verkauft Motorola an Lenovo

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / / Wilfried Platten

Bekommt bald Motorola-Brüder: Das Lenovo Ideaphone S2.
Bekommt bald Motorola-Brüder: Das Lenovo Ideaphone S2. (Bild: Lenovo)

Was kostet die Welt? Kurz nach dem Kauf der x86Server-Sparte von IBM ist Lenovo mit Google auch über die Übernahme von Motorola einig.

Die Akquise-Strategen von Lenovo machen offensichtlich reichlich Überstunden. Kaum ist die Übernahme der x86Server-Sparte von IBM über die Bühne gegangen, verkünden sie den nächsten Coup: Mit Google wurde eine Übereinkunft bezüglich des Kaufs von Motorola getroffen.

Als Kaufpreis wurden 2,91 Milliarden US-Dollar vereinbart. Davon sind 1,41 Milliarden bei Vertragsabschluss fällig, gesplittet in 660 Millionen bar und 750 Millionen in Lenovo-Aktien. Die verbleibenden 1,5 Milliarden sollen dann über drei Jahre gestreckt in Form von Schuldverschreibungen (promissory notes) gezahlt werden.

Verlustgeschäft für Google?

Google hatte im Mai 2012 fast zehn Milliarden US-Dollar mehr für Motorola bezahlt. Von den gezahlten 12,5 Milliarden wurden allerdings 2,3 Milliarden durch den zwischenzeitlichen Verkauf der Sparte Settop-Boxen wieder hereingeholt.

Trotzdem verbleíbt auf den ersten Blick ein dickes Minus. Sieht man sich die Vereinbarung genauer an, bekommt man zumindest eine Ahnung, warum sich das Geschäft trotzdem lohnen könnte. Denn der weitaus größte Teil der Motorola-Patente bleibt im Besitz von Google. Lenovo dagegen erhält lediglich rund 2.000 Patente sowie eine Lizenz zum Zugang zum üppigen Patent-Portfolio von Google.

Zugewinn für Lenovo?

Aktuell ist Motorola der drittgrößte Smartphone-Produzent in den USA und Lateinamerika. Laut eigenen Angaben erhält Lenovo damit eine starke Marktpräsenz in Nord- und Lateinamerika sowie einen Fuß in die Tür zum westeuropäischen Markt.

Smartphones sind aktuell noch eine der vier Business Units im Rahmen der PCplus-Strategie von Lenovo. Bislang war das Unternehmen damit allerdings vorwiegend auf dem heimischen Markt präsent. Von den insgesamt 28 Millionen produzierten Geräten wurden 2012 allein 25 Millionen in China verkauft. Hinter vorgehaltener Hand galt das Frühjahr 2014 als durchaus denkbarer Termin für den Marktstart in ausgewählten europäischen Staaten. Doch das dürfte jetzt obsolet sein.

Neue mobile Säule

Zukünftig sollen die Smartphones nach der Neustrukturierung mit den bis dato eigenständigen Tablets zu einem neuen Geschäftsbereich zusammengeführt werden. Wann die Früchte dann auch in Deutschland geerntet werden, sprich auch hierzulande Lenovo-Smartphones verkauft werden, steht noch in den Sternen.

Andererseits könnte die Übernahme die Einführung auch vereinfachen. Denn es ist erklärte Strategie von Lenovo, seine Smartphones im Hochpreis-, pardon Premium-Segment zu positionieren. Und da müssen die Mobilfunkanbieter wie Telekom oder Vodafone mitspielen. Sie sind das Nadelöhr, durch das Lenovo mit seinem Smartphones auf dem Weg zum Kunden muss. Mit der dort bestens eingeführten Marke Motorola könnte es sich ein Stück weiter öffnen.

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