Alternative Netzbetreiber wollen Glasfaserausbau vorantreiben

Glasfaseroffensive: Investitionen von über 9 Mrd. Euro bis 2018

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Durch die Glasfaseroffensive des Breko sollen bis 2018 nahezu 75 Prozent der Anschlüsse Bandbreiten von 50 MBit/s nutzen können.
Durch die Glasfaseroffensive des Breko sollen bis 2018 nahezu 75 Prozent der Anschlüsse Bandbreiten von 50 MBit/s nutzen können. (Bild: Breko)

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) hat der bayerischen Staatsregierung seine Ende 2013 gestartete Glasfaseroffensive vorgestellt. Beim Aufbau ultraschneller Glasfasernetze in Bayern würde Breko-Carriern eine wichtige Rolle zukommen.

Der Verband hat der bayerischen Staatsregierung die wichtige Rolle der im Breko organisierten, alternativen Netzbetreiber beim flächendeckenden Ausbau mit Highspeed-Internetanschlüssen deutlich gemacht. Dazu trafen sich Breko-Vizepräsident Johannes Pruchnow, Breko-Vorstand Alfred Rauscher, Breko-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers sowie hochrangige Vertreter einer Vielzahl bayerischer Mitgliedsunternehmen des deutschen Breitbandverbands am Montag mit dem Staatssekretär im Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, Albert Füracker, in Nürnberg.

Allein in Bayern würden sich 17 Breko-Mitgliedsunternehmen im Rahmen der Ende vergangenen Jahres gestarteten Breko-Glasfaseroffensive aktiv daran beteiligen, möglichst vielen bayerischen Haushalten und Unternehmen ultraschnelle Glasfaseranschlüsse mit hohen Bandbreiten zur Verfügung zu stellen. Bundesweit hätten sich im Breko mehr als 100 Netzbetreiber zusammengeschlossen – sie alle würde das Ziel einen, schnelle Glasfasernetze vor allem in ländlichen und unterversorgten Regionen zu errichten.

Die alternativen Netzbetreiber hätten sich mit dem Start der Breko-Glasfaseroffensive dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2018 bis zu 9,1 Mrd. Euro zu investieren und damit bis zu 11,2 Mio. Anschlüsse – das seien nahezu 75 Prozent der Anschlüsse außerhalb der Ballungszentren – mit Bandbreiten von 50 MBit/s zu versorgen. Voraussetzung für die Erfüllung dieser Ziele, mit denen die Unternehmen des Breko entscheidend zur Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung (50 MBit/s für alle Haushalte bis 2018) beitragen könnten, seien entsprechende politische und regulatorische Vorgaben, wie die vom WIK-Institut im Auftrag des Breko durchgeführte Studie Der dynamische Investitionswettbewerb als Leitbild der künftigen Entwicklung des Telekommunikationsmarktes belegen würde.

Breko-Vizepräsident und Versatel-Chef Johannes Pruchnow überreichte Staatssekretär Albert Füracker die 82-seitige Studie des WIK. Im Gespräch mit dem Vertreter der bayerischen Staatsregierung erläuterte er, gerade in Flächenländern wie Bayern mit überwiegend ländlichen Regionen werde eine flächendeckende Versorgung mit ultraschnellen Internetanschlüssen nur durch vielfältigen Wettbewerb auf lokaler und regionaler Ebene zustande kommen. „Hierbei spielen die bayerischen Mitgliedsunternehmen des Breko wie R-KOM aus Regensburg, LEW Telnet aus Augsburg, Bisping & Bisping aus Lauf oder die Mainfranken Netze aus Würzburg eine entscheidende Rolle“, betonte Johannes Pruchnow.

Dr. Karl-Heinz Neumann, Geschäftsführer des WIK, konnte diese Aussage mit Zahlen untermauern. Er stellte dar, dass die Netzbetreiber des Breko in der Vergangenheit mit bis zu 90 Prozent nahezu ihren gesamten operativen Gewinn wieder in die Netzinfrastruktur investiert hätten.

Besonders ausschlaggebend für die Investitionsbereitschaft der alternativen Anbieter seien auch verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen, betonten Breko-Vorstand und Breko-Mitgliedsunternehmen in Nürnberg. In diesem Zusammenhang äußerten sie ihre Sorge über die in Bayern derzeit diskutierte Regionalisierung der Regulierung. Mit deren Einführung könnte die Deutsche Telekom in bestimmten Regionen – vor allem in Großstädten und Ballungsräumen – aus der Regulierung entlassen werden. Doch der Bonner Ex-Monopolist verfüge nach Zahlen des WIK-Instituts noch immer über einen marktbeherrschenden Anteil von mehr als 85 Prozent bei den Anschlüssen, sodass es bei dem bundesweiten Regulierungsansatz bleiben müsse. Eine regionale Regulierung hingegen würde die Investitionsbereitschaft der regionalen Netzbetreiber massiv einschränken und damit den Glasfaserausbau im ländlichen Bereich behindern.

Breko-Vorstand Alfred Rauscher setzt unterdessen genau auf diese Investitionsbereitschaft und die Aktivität der alternativen Netzbetreiber, die nach Zahlen des Wissenschaftlichen Arbeitskreises für Regulierung bei der Bundesnetzagentur (WAR) schon bislang mehr als 55 Prozent aller bundesweiten Investitionen in den Telekommunikationsmarkt gestemmt hätten. Rauscher: „In ländlichen und unversorgten Regionen sind individuelle Lösungen gefragt, die die regionalen Netzbetreiber des Breko – auch in Bayern – bereits heute in zahlreichen Ausbauprojekten gefunden und erfolgreich umgesetzt haben.“

Im Gespräch mit Albert Füracker setzte sich der Breko dafür ein, dass gerade lokale und regionale Netzbetreiber fairen Zugang zu Fördermitteln der bayerischen Landesregierung erhalten – und nicht in erster Linie bundesweit tätige Großkonzerne. Zahlen würden bestätigen, dass es hierzulande vor allem die alternativen Carrier seien, die den Breitbandausbau voranbrächten.

Breko-Vizepräsident Johannes Pruchnow resümiert: „Wir wollen Bayern beim von Ministerpräsident Horst Seehofer ausgerufenen „digitalen Aufbruch“ gerne begleiten und deutlich voranbringen. Hierbei setzen wir auf Vielfalt und Wettbewerb – und natürlich auf die unverzichtbare Unterstützung durch die bayerische Staatsregierung.“

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