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Schlüsseltrends nach der Coronakrise Gebäude- und Campusnetzwerke: Was bringt die Zukunft?

Autor / Redakteur: Christopher Mendoza / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

In den letzten Monaten hat sich gezeigt, wie stark die Pandemie die Digitalisierung weltweit vorangetrieben hat. Unternehmen müssen schon jetzt ihre Netzwerkstrukturen neu überdenken und für zukünftige Arbeit vorbereiten. Dabei werden vor allem vier Schlüsseltrends eine Rolle spielen.

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Gebäudeeigentümer werden komplexere Netzwerke bereitstellen müssen.
Gebäudeeigentümer werden komplexere Netzwerke bereitstellen müssen.
(Bild: © – Ivan Kurmyshov – stock.adobe.com)

Die Auswirkungen der Corona-Krise sind in allen Lebensbereichen zu spüren. Das gilt auch für Unternehmensgebäude. Dadurch, dass weniger Menschen in Büros arbeiten, werden Gebäude- und Campusnetzwerke in Zukunft noch wichtiger. Dies wird zu einer Verschmelzung von IT- und OT-Organisationen sowie zu einem Anstieg der Cloud-Nutzung führen. Gleichzeitig wurden für viele Gebäudeeigentümer Nice-to-have-Technologien zum Must-have. Die folgenden Schlüsseltrends werden sich sich auf Gebäude- und Campusnetzwerke auswirken.

1. Weniger Menschen, wichtigere Netzwerke

Es ist davon auszugehen, dass die Nutzung von Remote-Netzwerken weiterhin zunehmen wird, da sich Homeoffice dauerhaft etablieren wird. Die Netzwerke, die Mitarbeiter mit ihren Unternehmen verbinden, werden daher noch wichtiger als bisher. Gebäudeeigentümer, die die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden schützen wollen, werden zusätzlich sichere VPN-Verbindungen implementieren und die Verwaltung ihrer Netzwerke neu gestalten. Es ist auch davon auszugehen, dass die Teams für Gebäude-IT und Betriebstechnik (OT) enger zusammenarbeiten werden, um maximale Effizienz zu erreichen und die Kosten für den Gebäudebetrieb zu minimieren. Zusätzlich könnte berührungslose Zugangskontrolltechnologie an Bedeutung gewinnen. Die Installation von Wärmekameras an zentralen Stellen kann die Körpertemperatur von Mitarbeitern und Besuchern überwachen. Ergänzend werden auch Systeme gefragt sein, um die Personenzahl in den jeweiligen Innenräumen zu erfassen. Darüber hinaus müssen zusätzliche Geräte wie IP-Sicherheitskameras, LED-Leuchten und 4K/HD-Digitalbeschilderungen installiert werden.

2. Grenzen zwischen IT und OT verschwimmen

Da die IT- und OT-Teams enger zusammenarbeiten müssen, wird die traditionelle Abgrenzung zwischen OT (Betriebstechnologien wie HLK, Zugangskontrolle und Beleuchtung) und IT (Netzwerke und Computer) zunehmend aufweichen, denn OT-Teams benötigen ebenfalls Netzwerkzugang, wobei ihr Zugang nicht nur Wi-Fi, sondern auch IoT-Protokolle wie Zigbee und LTE-M umfassen muss. Damit gewinnt PoE (Power over Ethernet) zur Stromversorgung von IoT-Geräten erheblich an Bedeutung. Zum ersten Mal werden OT-Teams Informationen darüber benötigen, wie viel Bandbreite im Netzwerk zur Verfügung steht und wer das Netzwerk nutzt. Im Gegenzug werden IT-Teams eine breitere Palette von Geräten und Benutzerszenarien unterstützen müssen. Hilfreich werden hier neue Konnektivitätstechnologien wie CBRS und privates LTE sein.

3. Cloud groß im Kommen

In ihrem Bestreben, die unterschiedlichen Benutzerpopulationen und Anwendungen zu kontrollieren und zu verwalten, werden sich IT- und OT-Teams verstärkt der Cloud zuwenden. So prognostizierte IDC für 2021, dass die Ausgaben europäischer Unternehmen für Cloud Computing auf über 100 Mrd. US-Dollar ansteigen werden. Die Cloud macht es deutlich leichter, von zu Hause aus und vor Ort arbeitende Mitarbeiter zusammenzuführen. Netzwerkmanager können sich überall aufhalten und haben dennoch einen Überblick darüber, wer das Netzwerk nutzt und wo sich potenzielle Problemstellen befinden. Die Nachfrage nach ausreichender Bandbreite, um neue Technologien und die darauf basierenden Anwendungen zu unterstützen, treibt eine umfassende Umgestaltung der Netzwerke voran. Katalysatoren für die Modernisierung der Backend-Infrastruktur werden neue Edge-Geräte sein, wie neue Multi-Gigabit-Switches und Glasfaserverkabelung, die 90-Watt-PoE unterstützt. IT-Abteilungen, die regelmäßige Upgrades vornehmen wollen, werden auch Cat-6A-Verkabelungen einsetzen, die Datenraten von bis zu 10 GBit/s unterstützen. So wird es möglich, Netzwerkengpässe zu vermeiden und neue PoE-Anforderungen vollständig zu unterstützen.

4. Netzwerk-Komplexität nimmt zu

Dies alles bedeutet, dass die Netzwerke komplexer werden – eine Entwicklung, die sich auch in den kommenden Jahren mit zunehmender Zahl neuer Technologien noch steigern wird. Schon heute müssen Gebäudeeigentümer mobile drahtlose Netzwerke, Wi-Fi, CBRS, drahtlosen Festnetzzugang (FWA) und private LTE-Netzwerke in ihre Gebäude integrieren.

Christopher Mendoza.
Christopher Mendoza.
(Bild: CommScope)

Wenn nun Anwendungen für Wärmemanagement, Zugangskontrolle und Crowd Sizing hinzukommen, müssen diese Netzwerke an mehr Orten bereitgestellt werden. In vielen Unternehmen und Bildungseinrichtungen werden zudem erweiterte Videoübertragungskapazitäten benötigt. Das bedeutet, dass die Netzwerke Uplink-Fähigkeiten in einem noch nicht dagewesenen Maß unterstützen müssen.

Über den Autor

Christopher Mendoza ist Senior Director Business Development bei CommScope.

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