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Diversifizierung der 5G-Lieferkette in Großbritannien Future RAN: das volle Potenzial von Open RAN

Von Bernhard Lück

Der Wettbewerb „Future RAN: Diversifizierung der 5G-Lieferkette“ der britischen Regierung soll Anreize für die Industrie schaffen, mit neuen Produkten und Dienstleistungen das volle Potenzial von Open RAN auszuschöpfen. Das Projekt CoMP-O-RAN kann sich nun über eine Finanzierung freuen.

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CoMP-O-RAN ist ein Projekt von Dense Air mit einem Konsortium aus Industrie- und akademischen Partnern.
CoMP-O-RAN ist ein Projekt von Dense Air mit einem Konsortium aus Industrie- und akademischen Partnern.
(Bild: Dense Air)

Das britische Department for Digital, Culture, Media and Sport (DCMS), Ausrichter des Wettbewerbs „Future RAN: Diversifizierung der 5G-Lieferkette“, hat sich für die Finanzierung von Coordinated Multipoint Open Radio Access Network, kurz CoMP-O-RAN, entschieden.

Das Projekt von Dense Air zusammen mit einem Konsortium aus Industrie- und akademischen Partnern werde die Leistung und die Kosten verdichteter 5G-NR-Kleinzellennetze (5G New Radio) im Freien revolutionieren, um eine flächendeckende 5G-Abdeckung in ganz Großbritannien zu erreichen, so Dense Air. Die Einführung von 5G und die massenhafte Bereitstellung von Gigabit-Diensten durch die Mobilfunknetzbetreiber sei für die wirtschaftliche Entwicklung des Vereinigten Königreichs von entscheidender Bedeutung. CoMP-O-RAN biete eine Verdichtungslösung. Mit dieser könnten sowohl öffentliche als auch private Netzbetreiber die 5G-Abdeckung und -Kapazität auf Gebiete ausweiten, die aufgrund schlechter wirtschaftlicher Bedingungen entweder im voll lizenzierten oder im gemeinsam genutzten Frequenzspektrum nicht oder nur unzureichend versorgt sind.

Julia Lopez, Minister of State for Media and Data: „Unsere Mobilfunknetze spielen eine immer wichtigere Rolle für unser Leben und unsere Geschäfte. Deshalb investieren wir 36 Mio. Pfund in innovative Projekte, um sicherzustellen, dass unsere Netze auch in den kommenden Jahrzehnten sicher sind. Ich freue mich, dass eine so große Zahl innovativer Unternehmen jetzt bei FRANC (Future RAN Competition) mitmacht, um eine wettbewerbsfähigere und widerstandsfähigere Telekomlieferkette zu schaffen.“

Die erfolgreichen Projekte des DCMS-Wettbewerbs für die Zukunft von Open-RAN wurden am 8. Dezember 2021 bekannt gegeben und erhalten einen Teil der 36 Mio. Pfund umfassenden 5G-Forschungs- und Entwicklungsgelder zur Unterstützung und Förderung von 5G-Technologieentwicklungen in Großbritannien. Der Wettbewerb unterstütze direkt die „5G Supply Chain Diversification Strategy“ der britischen Regierung.

Paul Senior, CEO von Dense Air: „Im Namen von Dense Air und unseren Konsortialpartnern freuen wir uns, dass die britische Regierung im Rahmen ihres DCMS 5G Future RAN-Wettbewerbs unser CoMP-O-RAN-Projekt ausgewählt hat. Die Technologie, die im Rahmen dieses Projekts entwickelt wird, wird die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes und die „Kosten pro GBit“ von Open-RAN-Lösungen in Großbritannien und anderen internationalen Märkten grundlegend verändern.“

Das Konsortium, bestehend aus Dense Air (Leitung), Airspan Communications, Blu Wireless UK, Radisys UK und der University of Glasgow möchte ein wirtschaftlich einsetzbares 5G NR O-RAN Distributed Multiple Input Multiple Output (MIMO) – CoMP-O-RAN entwickeln. Diese Technologie soll sowohl privaten als auch öffentlichen Mobilfunknetzbetreibern die Möglichkeit geben, das Ökosystem von 5G-Anbietern auf kosteneffiziente Weise zu nutzen, um die Diversifizierung der 5G-Lieferkette sowohl zu einer Option als auch zu einer Realität zu machen.

Eric Stonestrom, Präsident und CEO von Airspan Communications: „Wir sind begeistert, Mitglied dieses Konsortiums zu sein. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dieser angesehenen Gruppe von Führungskräften, einschließlich DCMS-Beamten, um die 5G- und Open-RAN-Innovation zu beschleunigen, da Airspan neue Funktionen in unseren Funkgeräten durch Split-6-Virtualisierung und eingebettete mmWave-Fronthaul-Transportlösungen entwickelt. Wir glauben, dass diese Technologie eine Schlüsselrolle in zukünftigen 5G-Lösungen spielen wird.“

Alan Jones, CEO von Blu Wireless: „Mit der zunehmenden Skalierung und Verdichtung der 5G-Netze werden innovative Wege zur Aufrechterhaltung von Leistung und Bandbreite erforderlich sein. Der Einsatz der mmWave-Technologie von Blu Wireless mit geringer Latenzzeit zur Ermöglichung von CoMP-O-RAN wird sich erheblich auf die künftige Wirtschaftlichkeit von 5G-NR-Bereitstellungsmodellen sowohl in öffentlichen als auch in privaten Netzen auswirken.“

CoMP-O-RAN werde es künftigen 5G-Kleinzellennetzen ermöglichen, von Funkverarbeitungstechniken zu profitieren, die bereits in Massive-MIMO-Makrozellen genutzt werden. Wichtig sei, dass CoMP-O-RAN den Betrieb von Kleinzellen in interferenzbegrenzten Szenarien verbessern wird, wie z.B. bei Spektrumsteilung bei lizenzierten und gering lizenzierten Zuweisungen beim britischen Shared-Access-Spektrum (3,8–4,2 GHz) und beim US-amerikanischen CBRS (3,55–3,7 GHz).

Professor Muhammad Imran von der James Watt School of Engineering der Universität Glasgow: „Dieses Projekt ist eine großartige Gelegenheit, Algorithmen und Techniken, die von unserer Gruppe für Sensorik und Bildgebung entwickelt wurden, in ein vielversprechendes reales System zu implementieren. Wir gehen davon aus, dass die Endnutzer von einer verbesserten Erfahrung und geringeren Kosten der digitalen Konnektivität profitieren werden. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren Partnern bei der Entwicklung des CoMP-Algorithmus.“

Mit Unterstützung des DCMS möchte sich das Konsortium darauf konzentrieren, die Wirtschaftlichkeit der 5G-Netzverdichtung zu verbessern und eine bessere Nutzung der vertikalen straßenseitigen und internen Infrastruktur zu ermöglichen, um niedrigere Kosten, schnellere Geschwindigkeiten, höhere Kapazitäten und ein besseres Serviceerlebnis für Endnutzer in Stadtzentren, Vororten und sogar in ländlichen Gebieten zu bieten. Es gehe jedoch nicht nur um höhere Kapazitäten und schnellere Geschwindigkeiten – CoMP soll die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Diensten verbessern, was in vielen Anwendungsfällen für private Netzwerke wie Industrie 4.0, Gesundheitswesen, kritische Kommunikationsdienste und künftige vernetzte und autonome Verkehrskorridore entscheidend sei. Tests und Validierungen unter realen Bedingungen sollen in erster Linie auf dem Millbrook Proving Ground der UTAC durchgeführt werden. Dort sei auch das erfolgreiche DCMS-5G-AutoAir-Testbed-Projekt angesiedelt.

CoMP-O-RAN biete eine Netzhierarchie, bei der Software- und Hardwarekomponenten über das Netz verteilt sind. Dies fördere weitere Innovationen von Spezialanbietern, die zusätzliche Arbeitsplätze in der Software- und Hardwarebranche schaffen und in der Folge zu zusätzlichen Entwicklungen in der Fertigung und der Lieferkette im Vereinigten Königreich und anderswo führen könnten. Das Konsortium werde nach Möglichkeit versuchen, Komponenten in Gebieten mit regionaler Ungleichheit zu beschaffen und dabei auf der Agenda der britischen Regierung für Levelling Up und der Strategie für Industrie 4.0 zur Förderung digitaler Kompetenzen aufbauen.

Arun Bhikshesvaran, CEO, Radisys UK: „Wir freuen uns, Teil dieses Konsortiums zu sein, das sich auf die Bereitstellung einer CoMP-O-RAN-Lösung konzentriert, die unser preisgekröntes, standardbasiertes ConnectRAN-Softwareportfolio für disaggregierte O-RAN-Architekturen integriert. Wir sind entschlossen, mit unseren Ökosystempartnern zusammenzuarbeiten, um fortschrittliche Lösungen für die Kommerzialisierung von 5G O-RAN zu entwickeln und leistungsstarke Produkte auf den britischen Markt zu bringen.“

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