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Klaus Pollak zum Broadband World Forum 2011 „FTTH ist die unumstrittene Zukunftstechnologie“

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Klaus Pollak ist Head of Consulting & Projects bei Keymile in Hannover und erläutert im IP-Insider-Interview, welche Bedeutung das Broadband World Forum für die Branche hat und was in Sachen Breitband die aktuell wichtigsten Themen sind.

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Klaus Pollak ist Head of Consulting & Projects bei Keymile
Klaus Pollak ist Head of Consulting & Projects bei Keymile
( Archiv: Vogel Business Media )

Welche Bedeutung hat das Broadband World Forum für die Branche?

Klaus Pollak: Auch in diesem Jahr meldete der Veranstalter wieder Rekorde zum größten Treffen der Breitband-Branche. Laut Informa kamen 7.500 Besucher nach Paris, um sich neue Produkte anzusehen, Marktrends zu diskutieren und Kontaktpflege zu betreiben. Positiv zu vermerken ist die europaweite Ausrichtung, die Besucher konnten sehr gut den neuesten Stand der Breitbanddiskussionen in den verschiedenen Ländern verfolgen. Der Trend setzte sich fort, dass zwar alle großen Telekommunikations-Provider präsent waren, aber nur wenige alternative Netzbetreiber. Insbesondere gab es nur eine schwache Beteiligung der deutschen CLECs.

Was waren die wichtigsten Themen in diesem Jahr?

Klaus Pollak: Im Bereich der Zugangsnetze gab es im Wesentlichen zwei Diskussionsschwerpunkte:

Erstens: Wie kann man die hohen Investitionen in eine Glasfaserinfrastruktur finanzieren? Es wurde weniger über Technologie gesprochen, denn es ist aus meiner Sicht unumstritten, dass Glasfaser, also FTTH, die Zukunftstechnologie sein wird. Vielmehr wird vermehrt darüber diskutiert, wie man eine neue Infrastruktur finanzieren kann und ob es ggf. sinnvolle Zwischenschritte wie FTTC oder FTTB gibt. In diesem Zuge wurde auch das Thema Open Access und die Aufteilung der Kosten auf mehrere Betreiber diskutiert.

Zweitens: Wie kann man mit den vorhandenen Kupferleitungen noch mehr Bandbreite zum Kunden transportieren? Vorherrschendes Thema war die Vectoring-Technologie, die zukünftig zusätzliches Bandbreitenpotenzial auf den Kupferkabeln schaffen kann. Mehrere Hersteller, darunter auch Keymile, stellten ihre Konzepte und Lösungen vor und folgten damit dem im letzten Jahr gestarteten Trend, Alternativen zum sofortigen Glasfaserausbau aufzuzeigen. Aber auch VDSL-Line Bonding und Phantom-Schaltungen spielten hinsichtlich ihrer praktischen Anwendbarkeit eine Rolle auf dem Broadband World Forum.

Weiterhin gab es mit M2M (Maschine to Maschine Communication) noch einen Aspekt aus dem Mobilfunkbereich, der erstmals in dieser Breite auf dem BBWF diskutiert wurde und von vielen Herstellern und Betreibern als wichtig eingestuft wird. Die M2M-Kommunikation gilt allgemein als Gebiet mit einem hohen Wachstumspotential, was auch Keymile im letzten Jahr dazu veranlasst hat, mit Produkten in diesen Bereich einzusteigen.

Herr Pollak, vielen Dank für das Gespräch!

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