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Netzwerkprozessor schafft 400 Mbit/s und 70.000 gleichzeitige Videostreams FP3 vervierfacht Leistung für Alcatel-Lucent 7750 Service Router

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Mit dem IP-Prozessor FP3 steigert Alacatel-Lucent die Übertragungsgeschwindigkeit pro Chip auf 400 Gigabit pro Sekunde – das entspricht 8,4 Millionen einzelnen Cloud-Sessions. Der in 40-nm-Technik gefertigte Schaltkreis soll bis 50 Prozent weniger Energie benötigen und 2012 auf Schnittstellenkarten für den 7750 Service Router in den Handel kommen.

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Verglichen mit dem Vorgänger FP2 bietet der FP3 die vierfache Übertragungsgeschwindígkeit.
Verglichen mit dem Vorgänger FP2 bietet der FP3 die vierfache Übertragungsgeschwindígkeit.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der jetzt vorgestellte FP3-Prozessor wird die Leistung des bereits 2003 erstmals vorgestellten Alcatel-Lucent 7750 Service Router weiter steigern. Ab kommendem Jahr sollen Serviceprovider mit einem Chipsatz Übertragungsgeschwindigkeiten von 400 Gbit/s und einen Datendurchsatz von 200 Gbit/s pro Slot erreichen. Anders ausgedrückt entspricht das laut Hersteller 70.000 gleichzeitigen Videostreams hoher Auflöung oder 8,4 Millionen einzelnen Cloud-Sessions.

Michael Howard, Mitgründer und Principal Analyst für Netztechnik bei Infonetics Research, ist so auch „beeindruckt, dass ein Unternehmen einen solch hochleistungsfähigen Netzwerkprozessor entwickelt hat, der bei der elektrischen Übertragung 400 Gbit/s erzielt, noch bevor die Industrie bei der optischen Übertragung eine Geschwindigkeit von 400 Gbit/s erreicht hat.“

Alcatel-Lucent selbst positioniert den FP3 als entscheidende Komponente der eigenen Vision vom High Leverage Network (HLN). Der Prozessor soll das Herzstück eines Hochleistungs-IP-Service-Routing-Portfolios bilden und in Metro-, Edge- und Core-Netzen zum Einsatz kommen.

Mit dem FP3 unterstützt Alcatel-Lucent das IP-Routing im Edge-Bereich und will gleichzeitig eine umfangreiche Palette an Diensten für Geschäfts-, Privat- und Mobilfunkkunden bereitstellen. Der Netzwerkchip unterstützt ein „Granular Power Management in 10G-Schritten“. Dabei werden nicht genutzte Schaltkreise stillgelegt und der Energieverbrauch bis zur Hälfte gesenkt. Alcatel-Lucent fertigt den FP3 allerdings noch in herkömmlicher 40nm-Technik und begründet diesen Schritt mit dem Schlagwort „Risikosenkung“.

Unter Laborbedingungen will Alcatel-Lucent die Funktion des FP3 bereits vorführen können; marktreife Produkte sind jedoch erst im kommenden Jahr zu erwarten. Konkret kündigt der Hersteller folgende Schnittstellenkarten für den 7750 Service Router an: 2-Port 100-Gigabit-Ethernet, 6-Port 40-Gigabit-Ethernet und 20-Port 10-Gigabit-Ethernet.

Anwender werden ihre Systeme dabei schrittweise aufrüsten können. Die geplanten Schnittstellenkarten sollen abwärtskompatibel und mit bestehender Hardware kombinierbar sein.

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