Thema: Töten die Rechtsanwälte U+C das Internet?

erstellt am: 12.12.2013 11:59

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Donner





dabei seit: 29.01.2008

Beiträge: 212

Töten die Rechtsanwälte U+C das Internet?
12.12.2013 11:59

Die aktuelle Abmahnwelle wegen illegaler Vervielfältigung von urheberrechtlich geschütztem Videomaterial stellt große Teile des heutigen Internets und dessen Nutzung in Frage!

Denn das als Abmahngrund genannte Progressive Streaming, bei dem kein echtes Videostreaming vorliegt, sondern ein Video lokal auf dem Rechner (zwischen)gespeichert wird, um dem User eine bequeme Wiedergabesteuerung zu ermöglichen, ist nicht nur bei Porno-Portalen wie Redtube, YouPorn & Co. Basis des Videoangebots. Auch Plattformen wie YouTube, Vimeo, ClipFish, Sevenload & Co. bieten ihre Filme den Usern auf diese Art und Weise dar.

Ganz zu schweigen davon, dass der normale Web-Surfer gar nicht beurteilen kann, ob er bei dem gerade betrachteten Filmchen echtes Streaming oder Progressive Streaming betreibt. Auch das im Adobe FlashPlayer verfügbare Peer-Assisted-Networking (PAN) könnte das bloße Ansehen eines Videos juristisch bereits zum verbotenen Peer-to-Peer-Tausch erheben und damit strafbar bzw. abmahnfähig machen.

Fazit: Kann die Anwaltskanzlei Urmann+Collegen ihre aktuellen Abmahnungen gegen Nutzer des Porno-Portals RedTube auch in den zu erwartenden gerichtlichen Auseinandersetzungen begründen und durchsetzen, stirbt damit praktisch die Nutzung jedweden Audio- und Videomaterials aus dem Internet!

Eine beängstigende Vorstellung! Wie sehen Sie das?

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JOSTE





dabei seit: 03.08.2011

Beiträge: 24

RE: Töten die Rechtsanwälte U+C das Internet?
16.12.2013 09:49

Vor allem die Art und Weise wie einfach es ist unbescholtenen Bürger das Geld aus der Tasche zu ziehen muss erschwert werden. Diese unsägliche Abmahnungswesen gehört stärker unter die Lupe genommen und die Einfachheit an Nutzerdaten heranzukommen ebenso. Ja, eine klare und der Lebenswirklichkeit angepasste Rechtsprechung ist dafür unabdingbar.

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nicht registrierter User


RE: Töten die Rechtsanwälte U+C das Internet?
16.12.2013 14:14

Ganz so extrem sehe ich das nicht, es lassen sich einige Beispiele aufzeigen, in denen die Urheber ein berechtigtes Interesse daran haben, das Videomaterial angesehen wird
1. Musikvideoclips z.B. auf Youtube: Nach meinem persönlichen Verständnis sind diese durchaus verkaufsfördernd.
Die Tonqualität dieser Stücke ist jedoch überschaubar und bietet m.E. somit keine Konkurrenz für eine eine käuflich erworbene CD.
Wenn ich bei Amazon nach käuflichem Erwerb einer CD für z.B. 16 € gleich das komplette Album als mp3 in wie ich finde hervorragender Qualität herunterladen kann und zwar legal und über die Cloud wann immer ich es möchte, mache ich mir keine Mühe die Audiotracks mit überschaubarer Quali aus den YouTube Videos zu ziehen.
2. Von den TV Sendern kostenfrei zur Nutzung z.B. in der ZDF Mediathek bzw. im Videoarchiv des Hessenkollegs zur Verfügung gestellte Videodateien. Auch dies ist gewollt und wird zukünftig stets legal bleiben, da ein Sender so Zuschauern die Möglichkeit bietet, sich Sendungen unterwegs z.B. in Bussen und Bahnen anzuschauen. Würden die Sender diese nicht mit den GEZ-Mitteln finanzieren können, gäbe es dieses Angebot wohlmöglich nicht.
3. Spielfilme: Was Spielfilme an betrifft, ziehe ich es vor allem nach dieser Abmahnwelle vor 120€ über SaveTV (seit 12/2012 bin ich dort Mitglied) legal meine Filme aufzuzeichnen und sie - wie OriginalDVDs - zu nutzen. Sorry für die Schleichwerbung aber ich liebe diesen Dienst!
ABER!
Schwarz sehe ich allerdings für sämtliche Schweinkram Seiten mit Videomaterial sowie für diverse Dienste Filmstreaming.
Auf diese Seitenbetreiber kommt wohlmöglich zukünftig ein Aufwand zu, Ihre Angebote nur kostenpflichtig unter Wahrung des Urheberrechts einsehbar zu machen, fände ich auch den Darstellern gegenüber nur gerecht, und gleichzeitig dem Nutzer Rechtssicherheit zu bieten dass er beim käuflichen Erwerb seiner Nutzerlizenz NICHT Gefahr läuft, das Urheberrecht zu verletzten. Ansonsten wird niemand mehr zugreifen!
Fazit: Das Videoangebot wird wohl nie aussterben, auch mit dieser Abmahnwelle nicht, es müssen nur - vor allem für die Seitenbetreiber - die nötigen Konsequenzen draus gezogen werden.

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nicht registrierter User


RE: Töten die Rechtsanwälte U+C das Internet?
19.12.2013 14:04

Viele User wollen gar kein Copyright, sie wollen ihre Information für jeden zugänglich machen - ohne finanzielles Interesse. Auch ich lade mir oft diese Videos herunter. Warum? einfach weil die wunderbare Internt-Welt es nicht fertigbringt uns einen schnellen DSL Zugang zu legen. Video on demand? oder yT Videos online sehen???? vergiss es!. ISDN - Datenübertragung war deutlich schneller. Und mobil ist es einfach eine Katastrophe.
Die Abmahn RAs haben keinerlei Rechtsgrundlage für ihr Tun. Sie rasseln mit dem Säbel und sofort kommt ein anderer RA (den man ja schliesslich angeheuert hat), der im selben Spiel mitspielt, und beide bereichern sich am Bürger. Keine Rechtsgrundlage? Damit meine ich, dass sie mir mal die Copyright Gesetze zeigen möchten, und mir erklären, auf welchem Grund und Boden diese gelten. Sie müssten ja eigentlich Weltweit gültig sein. Und dann kommen wir mal zu den nicht legitimierten Richtern hier im schönen D-Land. Jedes Urteil ist nichtig. Da solche Informationen auch im Netz über die besagten Seiten angeboten werden, findet eine Zensur des Internets statt. Dabei stellt sich mir die Frage, wem gehört das Internet? Ich empfehle dazu etwas über unser marodes Rechtssystem zu lesen, zu sehen oder zu hören. Hier können wir den Advocati vielleicht eher beikommen. Und etwas zur Erbauung:
Aus der Wikipedia: der Spitzbubenerlass:
In einer Kabinettsorder vom 15. Dezember 1726 verfügte König Friedrich Wilhelm I. in Preußen jedoch mit der ihm eigenen Ironie die Einführung einer einheitlichen Juristentracht in den Gerichten seines Territoriums:
„Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, dass die Advocati wollene schwarze Mäntel, welche bis unter das Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man diese Spitzbuben schon von weitem erkennen und sich vor ihnen hüten kann.“
Die sollten lieber die NSA abmahnen, die begehen ja schliesslich den grössten Copyright-Verstoss. Der Rest ist Verschwörungstheorie, und die werde ich hier nicht diskutieren.
Weil es so schön war: hier noch ein Zitat von Budha Gautama:
„Glaubt den Schriften nicht, glaubt den Lehrern nicht, glaubt auch mir nicht. Glaubt nur das, was ihr selbst sorgfältig geprüft und als euch selbst und zum Wohle dienend anerkannt habt.“

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