Bell Labs Open Day 2011: „Enabling the networked Cloud“

Forschungsarbeiten für die nächste Generation des Cloud Computing

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Die Bell Labs erforschen neue Cloud-Konzepte und zukünftiger Multimedia-Anwendungen. (Alcatel-Lucent)
Die Bell Labs erforschen neue Cloud-Konzepte und zukünftiger Multimedia-Anwendungen. (Alcatel-Lucent)

Der Bell Labs Open Day stand im Zeichen von Innovationen für das Cloud Computing. Unter dem Motto „Enabling the Networked Cloud“ stellten die Alcatel-Lucent Bell Labs Forschungsansätze für Netze vor, die der Cloud von morgen zugrunde liegen.

Auf dem Bell Labs Open Day am 15. November in Stuttgart stellte Alcatel-Lucent Forschungsprojekte vor, mit denen sich heutige Netze so weiterentwickeln lassen, dass sie neue Anwendungen, die zukünftig immer häufiger in die Cloud wandern werden, optimal unterstützen. Die Cloud von morgen basiert auf verteilten Ressourcen auch außerhalb von Rechenzentren und stellt Nutzern interaktive und personalisierte Multimediadienste bereit. Dafür müssen Kapazitäten, Verfügbarkeit und Sicherheit der Netze ausgebaut werden.

Eine solch unterstützende Weiterentwicklung ist Immersive Communications, eine Multimediaanwendung, die reale Bewegungsabläufe mit virtuellen Elementen kombiniert. Hiermit sollen sich Personen, die sich an unterschiedlichen Orten befinden, in einem gemeinsamen, virtuellen Raum zusammenfinden können. Eine entsprechende Software stellt das Live-Videobild der einzelnen Teilnehmer vom jeweiligen Hintergrund frei und projiziert es in eine nach Belieben wählbare, virtuelle Umgebung. So entstünde auch auf kleineren Bildschirmen wie etwa einem PC-Monitor der Eindruck, als befände man sich mit den entsprechenden Personen in einem gemeinsamen Raum.

Cloud-Servicearchitektur mit optimierten Ressourcen

Damit Kunden Anwendungen wie Immersive Communications als Cloud-Service überall und mit jedem beliebigen Endgerät abrufen können, müssen heutige Netze weiter ausgebaut werden. Sie benötigen mehr Kapazität, müssen Bandbreite und Dienstgüte flexibel an die Anforderungen einer Applikation anpassen und Sicherheit und Datenschutz gewährleisten. An diesen Aufgabenstellungen forschen Alcatel-Lucents Bell Labs.

Wie neue Technologien die Konzeption von Clouds in den nächsten Jahren verändern und wie zukünftige Multimediaanwendungen realisiert werden können, erläuterten die Forscher der Bell Labs im Projekt „Mediacloud“, einem ganzheitlichen Ansatz für eine ressourcenoptimierte Cloud-Servicearchitektur. Die Idee ist, dass eine Anwendung stets auf dem am besten geeigneten Netzelement ausgeführt wird und zugleich der effizienteste Kommunikationsweg gewählt wird. So könnten künftig nicht nur klassische Webservices in der Cloud ausgeführt werden, sondern auch anspruchsvollere Dienste, die sich durch hohe Datenströme, Interaktivität (wie Immersive Communications) oder Echtzeitanforderungen (wie Videodienste) auszeichnen.

Im Gegensatz zu heutigen Clouds, die in zentralen Rechenzentren monolithische Anwendungen ausführen, basiert Mediacloud auf einem Modell verteilter Softwarekomponenten, die erst bei Bedarf auf den jeweils am besten geeigneten Servern ausgeführt werden. Hierbei stellt das Netz einen reibungslosen Austausch der Multimediadaten zwischen den verteilten Anwendungskomponenten sicher.

Cloud-Konzepte erfordern proaktive Sicherheitslösungen

Im Zusammenspiel mit derartigen hoch verteilten Cloud-Konzepten gewinnt das Thema Sicherheit noch stärkere Bedeutung. Um Cloud-Infrastrukturen und -Services zu schützen, müssen proaktive Sicherheitslösungen entwickelt werden, die Angriffe und Schadsoftware frühzeitig erkennen und darstellen, auf Basis von Bedrohungsanalysen Abwehrmaßnahmen ergreifen und die selbstlernend sind.

Die Bell Labs forschen an einer solchen Sicherheitslösung für Cloud-Infrastruktur, Cloud-Dienste und Endgeräte. Mögliche Bedrohungen und Angriffe sollen hierbei auf einen elektronischen Köder gelenkt werden („Honey-Service“). Neu sei hierbei nicht das Konzept des elektronischen Köders an sich, sondern dass der Köder sich an unterschiedliche Dienste bzw. Anwendungen in der Cloud individuell anpasst und automatisch aktiv wird, sobald diese Anwendung in der Cloud abgerufen wird. Damit bestünde von Anfang an ein lückenloser Schutz der Anwendung.

Außerdem entwickeln die Bell Labs Sicherheitskonzepte, die aufbauend auf Messdaten, Anomalien in der Nutzung der Infrastruktur frühzeitig erkennen und rechtzeitig geeignete Gegenmaßnahmen einleiten können.

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