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7,8-Millionen-Dollar-Deal: Professional Mobile Radio kommt von Sita Flughafen Düsseldorf setzt auf digitalen Bündelfunk

Redakteur: Ulrike Ostler

Das Genfer Beratungshaus Sita wird am Flughafen Düsseldorf ein neues Funknetzwerk einführen und tritt damit in den Markt für Professional Mobile Radio Provider ein. Der Zehnjahresvertrag mit Deutschlands drittgrößtem Flughafen beläuft sich auf 5,4 Millionen Euro. Das Funknetz wird für insgesamt 1.200 Nutzer ausgelegt.

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Im Tetra-Funknetz lassen sich ad hoc Gruppen bilden. Foto: Flughafen München; um Bilder des Düsseldorfer Flughafens bemühte sich IP-Insider vergeblich!
Im Tetra-Funknetz lassen sich ad hoc Gruppen bilden. Foto: Flughafen München; um Bilder des Düsseldorfer Flughafens bemühte sich IP-Insider vergeblich!
( Archiv: Vogel Business Media )

Nach Angaben von Fabiano Chies, Head of Consulting & SET bei Sita, haben allein Sicherheitsbelange dazu geführt, dass die Sprach- und Datenkommunikation am Düsseldorfer Flughafen über digitalen Bündelfunk geführt wird. Grundlage ist der Standard „Terrestrial Trunked Radio“, (Tetra) vom European Telecommunications Standardisation Institute (ETSI).

Dieser definiert eine Methode zum Kodieren von Funksignalen für die Kombination aus Sprechfunk und mobiler Telefonie sowie Übertragungsmöglichkeiten für Textmitteilungen und Daten. Tetra-Netze kommen unter anderem in Sicherheitsbehörden und bei Feuerwehren zum Einsatz, aber auch in Transportunternehmen und der Industrie.

Ein alternatives Verfahren, etwa mit White-Lists im GSM-Netz, habe sich in solchen Umgebungen wie denen eines Flughafens nicht bewährt, führt Chies aus. Ein derartig gesichertes Netz würde schlichtweg zusammenbrechen.

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Verschlüsselung jeder Kommunikation

Auch Thomas Schnalke, Geschäftsführer des Flughafen Düsseldorf, sagt: „Professional Mobile Radio ist die derzeit beste private mobile Voice-Lösung für Flughäfen. Die Fähigkeit, vorhandene Anwendungen zu integrieren und das Angebot vollständig gemanagter Services werden unseren Anforderungen vollkommen gerecht.“

Sita, ein Unternehmen, das über 1.800 Kunden aus der Luftfahrtindustrie zählt, stattet den Flughafen mit Switches, Basis-Stationen und Handgeräten aus. Diese gleichen Handys und verfügen zum Teil aber über RFID-Einheiten. (RFID = Radio Frequency Identification).

So verlangt ein RFID-basiertes Guard Control System, das in Düsseldorf zum Einsatz kommen soll, vom Sicherheitspersonal, RFID-Etiketten auf Patrouillen-Gängen mit Handgeräten abzutasten. Das Kontrollsystem stellt sicher, dass Wachleute den vorgegebenen Routen folgen und alarmiert bei Abweichungen eine Aufsichtsperson.

Solche Anwendungen entstehen in Zusammenarbeit mit dem Flughafen, erläutert Chies. Zum Teil sind die Tretra-Clients aber auch in Fahrzeugen eingebaut, die sich innerhalb der Sicherheitszonen bewegen.

Unterschiedliche Benutzergruppen integrierte Anwendungen

Unterschiedliche Benutzergruppen integrierte Anwendungen

Ein weitere Vorteil des Netzes besteht laut Chies darin, dass sich verschiedene Benutzergruppen einrichten lassen, die sich etwa durch ihren Sicherheitsstatus unterscheiden. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um ständige Gruppen handeln. Vielmehr lassen sich ad hoc virtuelle, befristete Gruppen zusammenstellen, etwa von allen Personen, die mit einem Flug zu tun haben, zum Beispiel „LH 123“.

Chien nennt dieses Vorgehen „Flight-Oriented Dialling“. Dieses erlaubt allen Gruppenmitgliedern eine schnelle und dynamische Kommunikation, die dazu beiträgt, die Abfertigungszeiten für Flugzeuge zu verkürzen.

Dazu kommen Anwendungen für Notrufe von Flughafen-Hauptverkehrsverbindungen, Informationsabfragen von Flughafendatenbanken und Flight Information Display Systems. Denn das System stellt die zuverlässige Funkabdeckung sicher, indem es sämtliche Funkverbindungen kontinuierlich überprüft.

Bisher stand den Flughafen-Beschäftigten lediglich ein analoges Netz zur Verfügung. Das allerdings erlaubte jedoch nur punktuelle, voneinander isolierte Lösungen, erläutert der Sita-Manager. Mit Professional Mobile Radio stehe nun bald nur ein gemeinsames Funk-Netz für die Sprach- und Datenkommunikation zur Verfügung, das sich zudem in die bestehende private Telefonvermittlungsstelle (PBX) des Flughafens integrieren lasse.

Derzeit ist Sita mit der Auslieferung der Infrastruktur und der Implementierung des Netzes beschäftigt. Bis Ende des Jahres sollen jedoch bereits zwei Knoten im Einsatz sein.

Anmerkung der Redaktion: Trotz ausreichend vorhandenen Bildmaterials war eine Freigabe desselben für die Berichterstattung auf IP-Insider von der Pressestelle des Düsseldorfer Flughafens nicht zu bekommen! Begründung: Der Sinn für die Verwendung würde sich nicht erschließen.

(ID:2015825)