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Rechtssicherheit per Faxlösung Ferrari electronic und die Zukunft des deutschen Phänomens „Fax“

Autor / Redakteur: Dr. Stefan Riedl / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Das Wort „Fax“ ist eine Verkürzung von „Telefax,“ welches wiederum eine Kurzform von „Telefaksimile“ darstellt. Anachronistisch ist es vor allem hierzulande keineswegs. Im Interview erläutert Stephan Leschke, Vorstand bei Ferrari electronic, die Hintergründe und wirft einen Blick in die Zukunft.

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Stephan Leschke, Vorstand Ferrari electronic
Stephan Leschke, Vorstand Ferrari electronic
(Bild: Ferrari electronic)

IP-Insider: Ferrari electronic ist vor allem für seine Fax-Lösungen bekannt. UC-Hersteller aus dem US-amerikanischen Raum haben hier vergleichsweise wenig zu bieten. Ist das Fax ein eher deutsches oder europäisches Phänomen, das andernorts keine so große Rolle spielt?

Leschke: In Deutschland hat das Fax sehr großen Stellenwert, aber auch innerhalb Europas ist es weit verbreitet. Das liegt daran, dass nur das Fax die für die europäischen Verhältnisse wichtigen Kriterien Rechtssicherheit, Zielsicherheit und Zuverlässigkeit bietet. Übrigens ist der Erfinder des Fax ein Deutscher.

IP-Insider: Besteht die Gefahr, dass Ferrari electronic in Zukunft ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal verlieren könnte, wenn Fax-Funktionen in UC-Lösungen irgendwann auch hierzulande eine geringere Bedeutung beigemessen wird?

Leschke: Zwar bilden Faxlösungen heute unser Kerngeschäft, aber unsere neue OfficeMaster Suite 5 ist vor allem auf Unified Communications ausgelegt. Fax ist somit einer von vielen Kanälen der Unternehmenskommunikation, für die wir Lösungen anbieten. Unsere Kunden und Partner vertrauen vor allem auf unsere systemunabhängigen und äußerst flexiblen Lösungen für UC.

IP-Insider: Dem Vernehmen nach arbeitet Ferrari electronic mit Ingram Micro bei einem Democenter zusammen. Was genau ist geplant?

Leschke: Ferrari electronic stellt dabei die Ausstattung. Dort können Reseller nicht nur Schulungen und Live-Demos besuchen, sondern auch die Funktionalitäten der UCC-Plattform Lync Hands-on testen.

IP-Insider: Wie wird sich der UC-Markt Ihrer Meinung nach weiterentwickeln und wie schätzen Sie Ihre Position im Wettbewerbsumfeld ein?

Stephan Leschke, Vorstand Ferrari electronic
Stephan Leschke, Vorstand Ferrari electronic
(Bild: Ferrari electronic)

Leschke: Die Wettbewerbssituation ist seit geraumer Zeit im Umbruch. Einzelne und bisher durchaus relevante Marktteilnehmer, wie zum Beispiel Dialogic, ziehen sich zurück. Ferrari electronic hat damit gute Chancen, sich weiter zu entwickeln, denn wir werden die Kunden dieser Firmen natürlich nicht im Regen stehen lassen. Wir stellen ihnen das gesamte Spektrum integrierter Lösungen für den geschäftskritischen UC-Bereich zur Verfügung – Service und Support natürlich inklusive. 2013 wird ein positives UC-Jahr. Dessen bin ich mir sehr sicher.

IP-Insider: Allen UC-Szenarien zum Trotz - Ihr Kerngeschäft sind Faxlösungen. In welchen Branchen und Einsatzszenarien wird hauptsächlich gefaxt?

Leschke: In einigen großen Branchen ist das Fax im Sinne eines technischen Protokolls ein zentraler Bestandteil der Geschäfts- und Kundenkorrespondenz. Das gilt für die Logistik, das Gesundheitswesen, die Tourismusindustrie und für Behörden. Auch wenn E-Mails seit 2011 als rechtssicher gelten, ist das Fax nach wie vor die sicherste, zuverlässigste Übertragungsart für wichtige Dokumente. Viele Firmen legen zudem großen Wert auf eine ansprechende Darstellung ihrer Dokumente im Corporate Design. Auch hier bietet das Fax den entsprechenden Gestaltungsspielraum.

IP-Insider: Mit der Marke „Ferrari“ assoziiert man vor allem schnelle rote Autos aus Italien. Wie kam Ferrari electronic zu diesem Namen?

Leschke: Ferrari ist ein Familienname, der weit verbreitet ist. Zum italienischen Rennstall haben wir also keine Verbindung. Wir verdanken den Firmennamen Franz Ferrari, der das Unternehmen 1953 gründete. Anfangs wurden mechanischer Zählapparaturen für Medizintechnik und Verkehrswesen gefertigt. Den Zusatz „electronic“ haben wir seit 1978, damals wurden auch elektronische Zählgeräte in das Produktprogramm aufgenommen.

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