Kommentar: Diese Trends werden unsere Netze verändern

Fabrics, Services und Smart-Cities

| Autor / Redakteur: Alexandra Biebel / Andreas Donner

Gerade die rasant wachsende Vernetzung in so genannten Smart Cities ist eine enorme Herausforderung für die Netzwerke.
Gerade die rasant wachsende Vernetzung in so genannten Smart Cities ist eine enorme Herausforderung für die Netzwerke. ( © 06photo - Fotolia)

2016 wird es wesentliche Veränderungen bei den Netzwerken geben. Technologien wie das Internet der Dinge und Big Data haben längst den entscheidenden Schritt vom Konzept zur Realität gemacht, und andere neue Technologien entwickeln sich ebenfalls schnell weiter.

Wichtige Entwicklungen wie IoT und Big Data sind mit einem steigenden Bedarf an Bandbreite, der Priorisierung von Endgeräten und dem Thema Integration verbunden. All das müssen Unternehmen abdecken, um auch künftig einen effektiven Netzwerbetrieb sicherzustellen.

Ich bin überzeugt davon, dass diese Veränderungen tiefgreifende Auswirkungen auf die Netzwerke von Unternehmen, Behörden und ganzen Branchen haben werden. Prominente Beispiele dafür sind die Verlagerung der Kosten von Einmalinvestitionen zu laufenden Gebühren, da das „as a Service“-Modell weiter an Popularität gewinnt; die Weiterentwicklung und zunehmende Verbreitung von Smart Cities, die als Pilotprojekte in aller Welt bereits ersten Nutzen liefern; und der wachsende Einsatz von Intelligent-Fabric-Netzwerken, da SDN sich langsamer durchsetzt als geplant.

Intelligent Fabric für intelligente Netzwerke

Jedes Jahr hören wir, dass SDN der nächste große Trend in der Unternehmens-IT ist, aber es handelt sich immer noch um eine „aufkommende“ Technologie. Software-Defined Networking (SDN) sorgt dafür, dass sich das Netzwerk an die Applikationen anpassen kann, und bietet auf der Netzwerkebene einen Grad an Automatisierung und Flexibilität, wie wir ihn sonst nur bei Servern finden. SDN schließt die Lücke zwischen der Anwendungssteuerung und der Netzwerksteuerung und optimiert die Applikationsbereitstellung und die Performance im gesamten Data-Center-Netzwerk und dem konvergenten Campus-LAN.

Seinen vollen Nutzen wird SDN erst künftig entfalten, aber bereits heute gibt es intelligente Application Fluent Networks, die sich dynamisch an virtualisierte Workloads und virtuelle Maschinen (VM) anpassen. Da sie sich auf die Anwendungen einstellen, wird die Quality of Service des Applikationsflusses im Data Center und dem Netzwerk automatisch angepasst.

Mit intelligenten Netzwerk-Fabrics kann ein neues Netzwerk in Minuten statt wie bisher in Tagen eingerichtet werden, denn sie bieten standardmäßig Ende-zu-Ende-Programmierbarkeit und Selbstheilungsfunktionen. Die Verfügbarkeit und die einfache Installation werden dazu führen, dass Intelligent Fabric zunehmend eingesetzt wird und damit die Lücke schließt, die sich durch die Verzögerungen bei der Entwicklung von vollständigem SDN ergeben.

Ich denke, dass wir den weit verbreiteten Einsatz von SDN in den Unternehmensnetzwerken erst künftig erleben werden.

Generell verfügbare Online-Services in den Smart Cities

Das Netzwerk – dieses allgegenwärtige elektronische Gebilde, das Endgeräte mit den Ressourcen verbindet, die sie anfordern oder liefern – ist das Herz der digitalen Welt. Es unterstützt Leistungen im Gesundheitswesen, in der Bildung, in der Hotellerie und in vielen anderen Bereichen, und ständig kommen neue Anwendungen hinzu.

Nehmen wir beispielsweise die Smart Cities. Laut einer Gartner-Studie wird die Zahl der vernetzten “Dinge” in den Smart Cities von 1,1 Milliarden im Jahr 2015 auf 9,7 Milliarden im Jahr 2020 steigen.

Die Flexibilität von Unternehmen wird durch ihr Netzwerk bestimmt, und die digitale Transformation erfolgt schneller, als die Infrastrukturen in den Unternehmen – von der Peripherie bis zum Kern – angepasst werden können. In den Städten finden wir häufig komplexe, oft veraltete IT-Systeme, die nicht nur unzuverlässig sind, sondern auch sehr teuer im laufenden Betrieb. Sie sind einfach nicht für die heutigen Anforderungen ausgelegt und werden über kurz oder lang ersetzt werden müssen, damit die Städte mit den aktuellen Innovationen Schritt halten können.

In der Smart City kann jede Unterbrechung oder Verzögerung ernsthafte Auswirkungen auf das Funktionieren der städtischen Infrastruktur haben. Um der riesigen Datenmengen Herr zu werden, brauchen die Städte einen neuen Ansatz für das Netzwerkmanagement mit dynamischer Steuerung und Priorisierung des Datenverkehrs. Nur so kann für Endgeräte und Services, die eine hohe Priorität genießen, die nötige Servicequalität (QoS, Quality of Service) sichergestellt werden.

Durch diese Maßnahmen werden Smart Cities in die Lage versetzt, allen Bürgern Nutzen zu liefern, indem sie den ärmsten ebenso wie den reichsten Bewohnern generelle Dienste wie WLAN und verbesserte Online-Bürgerservices zur Verfügung stellen. Beispiele hierfür gibt es in Indien, wo Alcatel-Lucent Enterprise in der Gujarat-International-Finance-Tec-City das Backbone für Kommunikation und Networking aufgebaut hat.

Komfortable Bereitstellung von Services

2015 war bereits ein Trend zur Verlagerung der Kosten weg von Einmalinvestitionen hin zu laufenden Kosten erkennbar. Cloudbasierte On-Demand-Services haben bewiesen, dass sie skalierbar, sicher und funktionsreich sind und damit das bessere Modell für die Bereitstellung von IT-Services bieten.

Je mehr IT-Aufgaben die Unternehmen auslagern und je mehr Managed Services sie nutzen, umso attraktiver werden „On-Demand“-Netzwerke als Teil des Geschäftsmodells der Managed Services. Denn viele Unternehmen brauchen nicht das ganze Jahr über dieselbe Netzwerkkapazität. Man denke nur an Schulen in den Sommerferien oder das Saisongeschäft bei Hotels und Ferienclubs.

Einige Technologieanbieter nutzen bereits ein ausgeklügeltes Monitoring, um die abgerufenen Services zu messen und ihren Kunden verbrauchsabhängige Preismodelle anzubieten, die kostengünstige Alternativen zu den herkömmlichen Investitionen darstellen – und sowohl das Budget als auch das Personal der IT-Abteilung entlasten.

2016 werden sich “Network on Demand”-Services als gängiges Infrastruktur-Modell etablieren.

Konzepte werden Realität

IT-Abteilungen müssen nicht nur kostengünstige Lösungen für die modernen digitalen Anforderungen wie neue Tools, neue Applikationen und skalierbare Infrastrukturen liefern. Mindestens genauso wichtig ist es, unnötige IT-Kosten zu streichen. IT-Analyst Zeus Kerravala hat herausgefunden, dass bis zu 83% der Netzwerk-Budgets eingesetzt werden, um das Netzwerk „am Laufen zu halten“.

Alexandra Biebel
Alexandra Biebel (Bild: ALE)

Die gute Nachricht ist, dass die Unternehmen die neuen Technologien heute schon einsetzen können und dann auch schnell die Vorteile daraus ernten werden, einschließlich der Kostenvorteile. Ich bin überzeugt, dass sich diese Technologien 2016 als machbare, effektive Realität in jeder Umgebung durchsetzen werden.

Über die Autorin

Alexandra Biebel ist Director Marketing & Communications DACH bei Alcatel-Lucent Enterprise.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43849478 / Basiswissen)