Wie IT Abteilungen und Systemhäuser Chancen verpassen

Enterprise Mobility als unternehmenskritischer Erfolgsfaktor

| Autor / Redakteur: Michael C. Reiserer / Andreas Donner

Es ist Zeit für umfassendes Enterprise Mobility – und hier sind insbesondere die IT-Abteilungen gefordert!
Es ist Zeit für umfassendes Enterprise Mobility – und hier sind insbesondere die IT-Abteilungen gefordert! ( © Brian Jackson - Fotolia)

Während Vertriebsleiter, Geschäftsführer und Serviceverantwortliche längst die Vorteile einer umfassenden Enterprise Mobility Strategie erkannt haben, herrscht in den meisten IT-Abteilungen noch Ratlosigkeit wie man mit diesen Anforderungen umgehen könnte. Soll jetzt keine Schatten IT entstehen, ist zielgerichtetes Handeln angesagt.

Mobile ist in aller Munde – zumindest im Consumer Bereich. Mobile-basierte Geschäftsmodelle wie Uber, myTaxi und Amazon verändern ganze Branchen grundlegend – und dass sich etwas ändert, wird deutlich, wenn Zeitungen wie Welt oder Spiegel eher auf dem iPad als in gedruckter Form gelesen werden.

Doch auch in vielen Unternehmen ist der Ruf nach gutem Kundenservice, Kostenreduktion und neuen, effizienteren Geschäftsprozessen laut – und bisweilen auch notwendig. Schließlich betrachten es die Kunden von heute als selbstverständlich, viele Dinge über ein Smartphone oder ein Tablet abzuwickeln.

Doch während Vertriebsleiter, Geschäftsführer und Serviceverantwortliche längst die vielen Vorteile von individuellen Business-Apps erkannt haben und diese einfordern, herrscht in den meisten IT-Abteilungen und bei deren Lieferanten, den klassischen Systemhäusern, noch Ratlosigkeit wie man mit diesen Anforderungen umgehen könnte.

Das Ergebnis ist – ähnlich wie bei Cloud-Lösungen – einfach: Mobile Enterprise Lösungen werden ohne die IT Abteilung realisiert, es entsteht Schatten IT.

Agilität vs. starrer Prozessstrukturen

Der Grund hierfür ist ganz einfach: Während IT Abteilungen in Risiken, Kosten und Aufwänden denken und in der Regel knapp mit Ressourcen sind, denken Vertriebsleiter und andere eher in Chancen und Nutzen – oder müssen Services agil aufsetzen, weil der Markt dies einfordert.

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Das kollidiert natürlich konsequent mit statischen IT Budgets und streng reglementierten Vorgehensweisen wie ITIL – Agilität, wie im Bereich Mobile üblich, ist in der Unternehmens-IT noch nicht angekommen. Auch klassische Systemhäuser passen nicht in die Welt von Businessprozessen und Agilität – beruht doch ihr Vertriebsprinzip darauf, meist herstellerfinanzierte Technologien zu verkaufen – das Geschäft Ihrer Kunden verstehen die meisten Systemhäuser nicht.

Es gilt dann meist: erlaubt ist alles – nur nicht mit der IT sprechen. So kommt es auch zu völlig konträren Cloud-Szenarien: während Umfragen der Bitkom mäßigen Erfolg und Interesse an Cloud-Projekten zeigen, steigt die Nutzung von Cloud-Services signifikant an – getrieben aus den Fachabteilungen.

Mobile Device Management ist kein Mobile Enterprise

In vielen Unternehmen wurde daher nun begonnen, mobile Devices zu integrieren – auf klassische IT-Art: mit Mobile Device Management. Das funktioniert nach klassisch Mustern, man verbietet dieses, erlaubt das nicht und führt im Moment Diskussionen darüber, welche Apps genutzt werden dürfen. Dabei wissen alle längst, dass die Anwender sowieso all die Apps nutzen, egal was erlaubt ist und was nicht. Vorreiter ist meist sogar der Vorstand – der auch das erste iPad in das Unternehmen mitbrachte.

So werden IT Abteilungen agil und mobil

Das „Mobile Enterprise“ erfordert grundlegendes Umdenken und konsequente Zusammenarbeit von IT und Fachabteilung. Die IT ist nicht mehr Dienstleister und Bereitsteller von Services sondern IT-Prozesse und -Strukturen sind elementarer Teil der Unternehmensprozesse. Ohne IT wären viele Geschäftsmodelle eben gar nicht mehr möglich.

Essentieller Bestandteil des Mobile Enterprise sind entsprechend individuelle Apps, die Businessprozesse modular und effizient abbilden – in Richtung der Kunden, aber auch interne Prozesse, die heute noch mühselig auf Papier abgebildet werden, bieten sich dafür an. Eine wichtige Voraussetzung für die Nutzung von Enterprise Apps ist die Anbindung von bestehenden Backend-Systemen, sodass die Apps ihren vollen Nutzen entfalten können.

Mobile Middleware als Infrastrukturplattform

Damit das reibungslos und entsprechend abgesichert gelingt, bieten Anbieter wie SAP, Oracle, IBM und die deutsche Apinauten GmbH eine so genannte Mobile Middleware an – eine Software, die Backendsysteme möglichst einfach, sicher und effizient mit Apps verbindet.

Wichtig zu verstehen ist auch, dass Apps mittlerweile auf verschiedenen Plattformen wie iOS, Android und Windows Phone bereitgestellt werden müssen – eine Reduktion auf nur eine Plattform ist nicht mehr zeitgemäß. Signifikant anders ist der Entwicklungsprozess und der Entwicklungsaufwand – der Erfolg von Apps wird durch die Oberfläche entschieden, weshalb Apps häufig von Agenturen eher designed als entwickelt werden.

Auch hier greift Mobile Middleware wieder helfend ein: viele essentielle Funktionen wie die Backendanbindung, Verschlüsselung, Offlinefähigkeit, Authentifizierung u.a.m. wird in generierten SDKs (also Entwicklerbibliotheken) vorgefertigt zur Verfügung gestellt – so sind die kritischen Bereiche der App immer in gleichbleibender Qualität und standardisiert.

Denn die zweite Erkenntnis bei der Entwicklung von Apps kommt schnell: Der Aufwand liegt nicht in der Erstentwicklung, sondern in der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Weg von Pflichten- und Lastenheften wird hier dynamisch entwickelt und kontinuierliche Weiterentwicklung der App ist nicht die Kür sondern essentielle Pflicht. Zudem ist bisweilen auch eine Neuentwicklung aufgrund von Betriebssystemaktualisierungen geboten – denn Apple ändert auch schon mal Technologie.

Chancen nutzen

Dass der Slogan „Mobile first“ nicht ohne Grund in vielen Unternehmen propagiert wird, zeigt unter anderem die Lünendonk-Trendstudie 2014 „Mobile Enterprise Review“ – in der aufgezeigt wird, dass Unternehmen, die den Weg zum Mobile Enterprise gehen, wirtschaftlich erfolgreicher sind, höhere Kundenbindungen aufweisen und interessanterweise auch attraktiver als Arbeitgeber sind. In großen Konzernen gehören App-Entwickler zu den wichtigsten Partnern und mit schlanken Middleware-Lösungen wie apiOmat Enterprise können sich auch kleinere Unternehmen die Realisierung von Mobile-Middleware-Plattformen leisten.

Für IT Abteilungen – und für Systemhäuser – ist es essentiell, sich diesem Wandel zu stellen und Businessprozesse als den Maßstab für IT zu verstehen, ebenso wie die Schnelligkeit und Flexibilität, die die Märkte erfordern. Wer sich nicht anpasst, wird nicht überleben – weder intern noch extern, dann werden Business-Prozess-bezogene Cloud-Dienste die IT ersetzen. Dies ist übrigens in vielen jungen Unternehmen schon längst Realität – dort regieren Bring-Your-Own-Device und Google Apps.

IT Leiter sollten jedoch die Chancen nutzen und sich als Treiber des mobilen Geschäfts etablieren. Die Kollegen aus den Fachabteilungen werden es zu schätzen wissen und IT Abteilungen können sich als Innovationstreiber im Unternehmen etablieren.

Michael C. Reiserer
Michael C. Reiserer (Bild: Apinauten)

Über den Autor

Michael C. Reiserer gründet, berät und beteiligt sich an innovationsstarken Technologieunternehmen – so 2001 an der Prometheus GmbH und 2010 an der DeskCenter Solutions AG. Seit 2014 begleitet er die Leipziger Apinauten GmbH. Themen wie Managed Services, Mobile Enterprise, Cloud und Channel sind seine Kernthemen.

Reiserer wird auf dem ENTERPRISE MOBILITY SUMMIT den Thinktank „Enterprise Mobile Apps“ betreuen und moderieren.

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