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Im IP-Insider Test: Ipswitch MoveIT Central 7.0 Enterprise-Dateitransfer – schnell, sicher und universell

Autor / Redakteur: Johann Baumeister / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Der Austausch von Daten ist das A und O beim Einsatz der Datenverarbeitung. Hierbei nimmt der FTP-Filetransfer eine führende Rolle ein. Mit MoveIT liefert Ipswitch ein Werkzeug, das hilft, auch bei größten Datenmengen den Überblick zu bewahren.

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Die Verwaltungskonsole von MoveIT ist aufgeräumt und schnell durchschaut
Die Verwaltungskonsole von MoveIT ist aufgeräumt und schnell durchschaut
( Archiv: Vogel Business Media )

WhatsUp ist das bekannteste Produkt des Unternehmens Ipswitch. Das Monitoring-Tool ist hierzulande seit vielen Jahren etabliert. Ipswitch besteht allerdings aus drei Unternehmensbereichen und bietet drei Produktfamilien an.

Neben WhatsUp sind dies der MailServer iMail und die WS_FTP-Produktreihe. Letztere wird immer dann herangezogen, wenn es darum geht, schnell und zuverlässig große Datenmengen auszutauschen.

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Mit MoveIT hat Ipswitch nun einen erweiterten Satz an Tools für den Datenaustausch im Angebot. Bei MoveIT handelt es sich, ebenso wie bei WS_FTP, um Werkzeuge zum schnellen und sicheren File-Transfer. Dabei adressiert der Hersteller mit WS_FTP mehr das untere oder mittlere Segment, MoveIT wiederum ist für den professionellen Einsatz im Enterprise ausgelegt, bei dem es auf höchste Leistung, Zuverlässigkeit und einen Compliance-konformen Nachweis der Datenübermittlung geht.

Gesicherter Nachrichtenaustausch

Wer sich das erste Mal mit einem Programm wie MoveIT und der Thematik des File-Transfers beschäftigt, mag sich vielleicht die Frage nach dem „Aufwand“ stellen. Warum sollte man überhaupt ein spezielles und noch dazu kostenpflichtiges Werkzeug einsetzten? Der Transfer einzelner Dateien wird auch durch so manche freien Tools oder Shareware sowie mit WS_FTP erfolgreich umgesetzt.

Zudem beinhalten die Betriebssysteme oft bereits einen SMTP-Server und auch die Entwicklungssprachen sind mit Kommandos ausgestattet, die den Versand von Mails sehr einfach gestalten. Warum also sollte man dafür weitergehende Programme erwerben?

Setzt man sich jedoch näher mit dem Thema auseinander, so wird diese Frage sehr schnell zu einer eindeutigen Antwort führen. Der Grund dafür liegt in den mangelnden Alternativen.

Für den Austausch von Daten zwischen mehreren IT-Systemen stehen prinzipiell die folgenden Möglichkeiten zur Auswahl: das Versenden von Speichermedien wie USB-Sticks, USB-Platten oder gar Notebooks, E-Mail-Attachments, verteilte Datenbanken, VPN-Verbindungen oder eigene EDI-Implementierungen. All diese Techniken sind entweder unzuverlässig und langsam wie etwa der Postversand von Speichermedien, unsicher (E-Mail) oder aufgrund ihrer speziellen Anforderungen, so beispielsweise bei verteilten Datenbanken oder EDI, nicht in der Breite anwendbar.

Nichtsdestotrotz steigt der Bedarf für den Austausch von Nachrichten aber rapide an. Laut Aussage des Herstellers Ipswitch tauschen manche Kunden bis zu 10.000 Dateien pro Tag aus. Ein Beispiel dafür sind die Abrechnungen von Kreditkartenkäufen.

Ein zentraler Aspekt dabei ist die Sicherheit. Die Daten müssen schnell, zuverlässig und auch sicher transferiert werden. Dazu integriert das Kommunikationstool unterschiedliche Verschlüsselungstechniken für den Dateitransfer, wie sie zum Beispiel bei FTP over SSL, FTP over SSH oder HTTPS zum Tragen kommen. Ferner ist die Kommunikation zwischen der Verwaltungskonsole des Administrators und dem MoveIT-Kommunikationsserver abgesichert. Und schließlich können alle Aktionen die unter der Kontrolle von MoveIT ausgeführt werden durch Auditing-Prozesse auch protokolliert werden.

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MoveIT als Datenschaufel

Für unseren Test haben wir die aktuelle Version 7.0 von MoveIT Central herangezogen. Dieses haben wir direkt von der Website des Herstellers geladen. Auch den Lizenzschlüssel und die notwendige Dokumentation erhielten wir direkt vom Hersteller. Die Dokumentation wird, zumindest für einfache Arbeiten, nicht benötigt, das spricht für das Programm. Dennoch sollte der Administrator die Handbücher in jedem Fall zumindest querlesen, denn es finden sich eine Menge Hinweise und Hilfen für die erweiterten Funktionen und Besonderheiten des Tools darin.

Die Installation des Produktes ist schnell vorgenommen. Laut Hersteller verlangt MoveIT Central einen Windows Server ab der Version 2003. Dieser wurde auch im Test eingesetzt. MoveIT besteht genaugenommen aus zwei Tools: dem eigentlichen Serverprogramm und der Verwaltungskonsole. Im Test richteten wir beide Module auf dem gleichen Server ein.

Bei der Installation werden die wichtigsten Konfigurationsparameter in einem mehrstufigen Dialog abgefragt. MoveIT benötigt zur Ablage der Konfigurationseinstellungen, der Transferaufträge und vor allem der Audit- und Log-Informationen eine Datenbank im Hintergrund. Hierbei griffen wir auf das integrierte MySQL zurück.

Zusammen mit dem Setup werden außerdem die Zugangsdaten zu einem E-Mail-Server abgefragt.

Tasks steuern den Datenaustausch

Nach der Installation startet die Verwaltungskonsole und der Administrator kann mit den ersten Transferaufträgen loslegen. Die Verwaltungskonsole von MoveIT unterscheidet fünf zentrale Reiter: Hosts, Tasks, Scripts, Status und Debug Log.

Die Hosts stellen die Kommunikationsobjekte dar. Dabei kann es sich um FTP-Server, E-Mail-Server, Verzeichnis-Freigaben in Dateisystemen, AS1-, AS2- und AS3-Hosts sowie spezielle MoveIT-Server handeln. Die ersten drei Varianten (FTP-Server, E-Mail-Server und Freigaben) müssen wohl kaum näher erläutert werden. Bei den AS1-, AS2- und AS3-Hosts handelt es sich um eine spezielle Application-to-Application-Kommunikation von EDI-Systemen. Der MoveIT DMZ-Server ist eine weitere Variante aus dem MoveIT-Portfolio. Dieser Server wird in der DMZ platziert und regelt den Dateitransfer vom und zum Unternehmen.

Hosts als Datenquellen oder Senke

Für unseren ersten Test haben wir als Quellhost einen FTP-Server auf einem weiteren Windows Server 2003 und als Ziel eine Dateifreigabe auf dem lokalen Rechner eingerichtet. Über einen Knopf „Add Host“ wird der Dialog zum Erzeugen der Hosts angestoßen. Zu den Konfigurationseinstellungen der Hosts gehören, neben dem Typ des Hosts jeweils spezifische Angaben.

Für den FTP-Host sind dies beispielsweise die Angaben zum Namen und der IP-Adresse des FTP-Server, die Zugriffs-Credentials, die Angaben ob der Transfer als ASCII oder in binär erfolgen soll und vieles mehr. Nach der Definition der Datenquellen und -senken, der Hosts, sind im zweiten Schritt die eigentlichen Transferjobs zu beschreiben.

Dies passiert durch die Tasks. Im Test haben wir nun den FTP-Download von dem vorher eingerichteten FTP-Server definiert. Das Vorgehen und die Logik beim Anlegen der Tasks sind in der Regel selbsterklärend. Nach der Selektion des Reiters „Task“ startet der Administrator durch den „Add Task“-Knopf einen Dialog der alle benötigten Parameter abfragt.

Zu dessen Konfigurationsparametern zählen unter anderem der Host, die zu übertragenen Dateien und diverse Angaben zum Transfer. Es sind just diese Vielzahl der Einstellungen, die eine Tool wie MoveIT auszeichnen. Es geht dabei nicht einfach um die Übertragung von Dateien, sondern all die Besonderheiten, die zu beachten sind, wenn beispielsweise Dateien fehlen, der Transfer nicht stattfinden kann, was mit doppelten Dateien passieren soll oder ob NAT und MD5-Checksummen verwendet werden sollen.

Auch kann beispielsweise bestimmt werden, was nach einem erfolgreichen Transfer der Daten zum Ziel mit den Quelldateien gemacht werden soll. Hierbei stehen die Optionen zum Löschen oder Umbenennen der Dateien zur Auswahl. Ferner lässt sich festlegen, ob der Datentransfer gesichert und verschlüsselt erfolgen soll.

Die Logik und Mehrzahl der Parameter sind für den, in der Thematik versierten Administrator, sicher selbsterklärend. Im nächsten Schritt ist das Ziel des Downloads zu bestimmen. Hierbei werden die folgenden Optionen geboten: Ablage der Daten in einem Verzeichnis, FTP-Upload auf einen Server und Versand der Dateien als E-Mail-Attachment.

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Tasks regeln den Datentransfer

Im Test entschieden wir uns im ersten Durchlauf für die Ablage der Dateien in einem Verzeichnis. Auch an dieser Stelle stehen wieder vielfältige Einstellungen zur Verfügen, wie etwa die Festlegung von Retry-Logiken, falls der Transfer beim ersten Mal nicht klappt.

Einer der letzten Schritte des Download-Jobs ist immer die Zeitsteuerung. Durch einen integrierten Scheduler wird bestimmt, wann und wie oft der Download erfolgen soll. Die Definition von repetitiven Downloads erfolgt in der grafischen Darstellung etwas ungünstig unmittelbar neben der Auswahl der Option „Once“ (einmalig), obwohl es ja einen periodischen Transfer beschreibt. Dies ist allerdings eher als grafische Unachtsamkeit zu werten.

Beim Erzeugen des Schedules stießen wir allerdings auf ein Problem, das sich jedoch schnell als Bedienfehler erwies: der OK-Knopf blieb inaktiv und konnte nicht betätigt werden. Aufgrund der sehr guten Benutzerführung ignorierten wird zuerst das Handbuch; in der Dokumentation sind die Schritte aber sehr detailliert und korrekt beschreiben. Ein Grund mehr, das Handbuch gelegentlich zu Rate zu ziehen.

Mit der Erzeugung des Schedules ist die Definition einer Task abgeschlossen. Wenn gewünscht, kann sie anschließend sofort gestartet werden. Die erzeugten Tasks werden dann in der Task-Liste eingeblendet. Zu jedem Task finden sich hier zentral Einträge. Der Scheduler bestimmt, wann und wie oft die Tasks gestartet werden sollen und der die Datenquelle und die Datensenke festlegt – also von wo Daten zu laden und wohin diese Daten zu schaufeln sind. Datenquelle und -senke korrespondieren mit den Hosts, die vorher erzeugt wurden.

Jede dieser Optionen kann allerdings auch mehrfach existieren. So kann beispielsweise ein Task täglich zu einer bestimmten Zeit ausgeführt werden. Durch einen zweiten Schedule-Eintrag ist der gleiche Task zusätzlich an jedem Monatsersten zu aktivieren. Es ist, wie oben erwähnt, die Vielzahl der Optionen und Einstellungen die das Tool sehr flexibel gestalten.

Unter dem Reiter „Status“ lässt sich dann verfolgen, ob die Tasks erfolgreich ausgeführt worden sind. Der Reiter „Debug Log“ liefert weitergehende Hilfen für den Fehlerfall. Fehler werden rot hinterlegt. Deren Darstellung allerdings sollte der Hersteller ändern, da sie das Lesen erschwert.

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FTP - und E-Mail-Transfer einfach gemacht

In den weiteren Schritten luden wir die Daten von unserem FTP-Server. Der Up- und Download von Files oder Verzeichnissen vom oder zum FTP-Server waren ebenso schnell vorgenommen. Auffälligkeiten konnten nicht festgestellt werden.

Das Tool ist intuitiv und schnell durchschaut. Seine Logik ist eindeutig und schlüssig. Anschließend machten wir uns daran Dateien, die wir von dem FTP-Server bezogen via E-Mail zu versenden. Dazu richten wir auf dem Server ein Mail-Relay ein. Dies passiert unter Windows 2003 im Kontext der Internet Information Services.

Das Mail-Relay nimmt von MoveIT die Daten entgegen und schleust diese dann an einen E-Mail-Provider weiter. Auch dieser Durchlauf ist, sobald die E-Mail-Anbindung einmal konfiguriert ist, schnell und schlüssig.

Dazu erzeugten wir weitere Hosts, Tasks und Schedules. Der erfolgreiche E-Mail-Versand lässt sich auch unter den Status-Einträgen verfolgen. Durch ein weiteres Gerät prüften wir den Versand der E-Mails. Mittels Microsoft Outlook holten wird diese E-Mails auf einem weiteren Gerät ab.

Neben den drei oben erwähnten elementaren Einträgen jedes Tasks (Schedule, Quelle und Senke) lassen sich aber auch weitere Parameter festlegen. Diese bestimmen beispielsweise was geschehen soll, wenn Tasks erfolgreich oder fehlerhaft ausgeführt wurden. Für diesen Test sandten wir eine weitere Bestätigungsmail an eine dritte Person.

Fazit

Wer ein Tool zum Austausch von Dateien oder Nachrichten benötigt wird in MoveIT ein zuverlässiges Werkzeug finden. Das Tool ist schnell eingerichtet, einfach in der Bedienung und macht den Transfer tausender Dateien überschaubar. Durch die integrierten Auditing-Funktionen wird dieser Transfer zudem zuverlässig protokolliert.

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