Das Ende der 32-Bit-Ära

Eines für alles: Microsoft entwickelt neues Windows

| Autor / Redakteur: Michael Eckstein / Andreas Donner

Unabhängig vom Unterbau: Ein modularer Aufbau des Betriebssystems würde den Betrieb auf ganz unterschiedlichen Geräten vereinfachen.
Unabhängig vom Unterbau: Ein modularer Aufbau des Betriebssystems würde den Betrieb auf ganz unterschiedlichen Geräten vereinfachen. (Bild: Microsoft)

Wachablösung für Win32: Nach 25 Jahren sollen die 32-Bit-Bibliotheken aus dem OS weichen und einer modernen, modularen Architektur Platz machen.

25 Jahre – in der IT eine halbe Ewigkeit. So lange stellen Win32-Bibliotheken die Kernfunktionen im Microsoft-OS bereit. Damit soll bald Schluss sein: Ohne großes Aufheben arbeitet Microsoft offenbar an einer grundlegenden Aktualisierung seines Windows-Betriebssystems. Entstehen soll ein weitgehend modulares Betriebssystem, das auf ganz unterschiedlichen Geräten läuft – vom Smartphone bis zum Desktop-PC.

MS will alte Zöpfe endlich abschneiden – zumindest teilweise, berichtet Zac Bowden auf Windows Central. So soll das neue OS erstmals keine Win32-API mehr enthalten. Diese Programmierschnittstelle stellt seit vielen Jahren die Basisfunktionen bereit, auf die Programmierer ihre Anwendungen aufsetzen. Die Kern-Bilbliotheken (DLLs, Dynamic Link Libraries) von Win32 sind kernel32.dll, user32.dll und gdi32.dll. Bereits mit Windows NT, also im Jahr 1993, hat Microsoft Win32 eingeführt.

Eines für alles: Microsoft will die Windows-Plattform vereinheitlichen.
Eines für alles: Microsoft will die Windows-Plattform vereinheitlichen. (Bild: Microsoft)

Alte Anwendungen per Virtualisierung nutzen

Die neue Version zielt auf Anwender, die keine Win32-Programme mehr verwenden, sondern primär mit Browser-basierten Applikationen arbeiten – und solchen, die bereits für die Universal Windows Platform (UWP) programmiert wurden. Trotzdem will Micorosoft laut Bowden die Möglichkeit bieten, auch ohne Win32 und damit ohne Windows Shell Legacy-Anwendungen nutzen zu können. Das könnte über eine virtualisierte Shell funktionieren, die etwa per RAIL (Remote Applications Integrated Locally) eine Laufzeitumgebung für die Programme bereitstellt.

Windows Core OS ist ein weiterer Schritt des US-Software-Riesen, sein Betriebssystem zu vereinheitlichen und das Grundgerüst zu modernisieren. Durch das konsequente Entrümpeln könnte Microsoft sein Betriebssystem verschlanken, was letztlich neben mehr Tempo auch eine längere Laufzeit auf mobilen Endgeräten bedeuten könnte. Davon geht Bowden in seinem Beitrag aus.

One-Windows-Strategie mit verschiedenen Zweigen

Doch auch wenn Microsoft selbst seine „One Windows Strategie“ propagiert, gibt es getrennte Entwicklungszweige: Für mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones entsteht die Variante Andromeda – was sich phonetisch gefährlich nah an Googles „Android“ annähert. Für größere Geräte wie Notebooks und PCs ist die Variante „Polaris“ gedacht. Dann gibt es noch „Aruba“ für den Surface Hub und „Oasis“ für Mixed-Reality-Produkte.

Die Basis – der Kernel – und die darüber liegende universelle Composable Shell (Cshell) soll bei allen identisch sein. Von der Benutzerführung und Optik her werden sich Anwender kaum umstellen müssen: Bereits im letzten Jahr hatte Microsoft seine neue Designsprache Fluent Design vorgestellt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch bei Windows Core OS zum Einsatz kommt.

Dieser Beitrag stammt von unserem Schwesterportal ELEKTRONIKPRAXIS.

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