Trend geht zu erweiterten Serviceplattformen

Eine SD-WAN-Plattform allein genügt nicht mehr

| Autor / Redakteur: Mike Sapien / Andreas Donner

Multinationale Kunden haben speziellen Anforderungen an gemanagte SD-WAN-Dienste.
Multinationale Kunden haben speziellen Anforderungen an gemanagte SD-WAN-Dienste. (Bild: © – Carlos André Santos – stock.adobe.com)

Die meisten Anbieter von gemanagten SD-WAN-Diensten werden Ende 2018 zwei bis drei SD-WAN-Plattformen verwenden. Grund ist: Da ihre Kunden immer höhere Ansprüche stellen, müssen Service-Provider ein differenziertes Angebot von SD-WAN-Diensten aufbauen.

Im Jahr 2017 stellten viele Service-Provider erste gemanagte SD-WAN-Dienste vor. Dabei griffen sie meist nur auf eine einzige SD-WAN-Plattform zurück, um möglichst schnell solche Dienste anbieten zu können. Die Provider führten im Vorfeld umfangreiche Tests mit unterschiedlichen SD-WAN-Technologien durch. Ziel war es, die führende Plattform zu ermitteln, auf der sie ihre SD-WAN-Angebote aufbauen konnten. Zu diesem Zweck starteten viele Serviceanbieter Testprogramme und Einführungsangebote für Kunden. Parallel dazu erweiterten sie ihre Ressourcen, um über die gewählte Plattform ein umfassendes Portfolio von gemanagten SD-WAN-Services bereitstellen zu können.

In diesem Jahr stellt sich die Situation nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens Ovum anders dar. Ein großer Teil der Service-Provider plant, mehrere SD-WAN-Plattformen zu unterstützen und eine deutlich größere Palette von entsprechenden Diensten anzubieten. Ein Grund ist, dass die Provider ihren Kunden erweiterte SD-WAN-Funktionen bereitstellen wollen. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Die Managed Services Provider (MSP) wollen das Angebot an gemanagten SD-WAN-Diensten für bestimmte Unternehmenskategorien vereinfachen. Das bezieht sich auf Services für große, multinationale Firmen, aber auch auf Dienste für KMU.

Kunden stellen höhere Ansprüche an SD-WAN-Dienste

So kündigte der amerikanische MSP TPx Communications vor Kurzem einen gemanagten SD-WAN-Dienst mit der Technologie von Silver Peak an. TPx stellt seine Services an 80.000 Kundenstandorten bereit. Im Jahr zuvor setzte TPx noch ausschließlich die Lösung eines anderen SD-WAN-Spezialisten ein. Im Gespräch mit Ovum gab der MSP an, dass die Implementierung der Silver-Peak-Plattform auf die speziellen Anforderungen seiner multinationalen Kunden zurückzuführen ist.

Diese erwarten von einem Service-Provider beispielsweise erweiterte Funktionen in Bereichen wie WAN-Optimierung und Routing, zudem eine optimale Skalierbarkeit und die Unterstützung von Verbindungen mit hoher Bandbreite. Silver Peaks EdgeConnect-Lösung stellt entsprechende Funktionen zur Verfügung. Sie sind für Großunternehmen, die hohe Ansprüche an die Performance eines softwarebasierten Weitverkehrsnetzes stellen, unverzichtbar. Ein leistungsstarkes Netz ist wiederum die Voraussetzung dafür, dass Applikationen in der gewünschten Qualität in Unternehmensniederlassungen zur Verfügung stehen. Und eine hohe Performance von Anwendungen hat laut einer aktuellen Studie von Ovum speziell für größere Unternehmen höchste Priorität – noch vor Kosteneinsparungen durch ein SD-WAN.

Service-Provider müssen SD-WAN-Angebot ausbauen

Für MSP bedeutet dies, dass sie ein differenziertes Angebot von SD-WAN-Diensten aufbauen müssen. Gleichzeitig ist es für sie essenziell, mehrere Plattformen einzusetzen. Nur so können sie die speziellen Anforderungen einzelner Kundengruppen an gemanagte Netzwerkdienste erfüllen und gleichzeitig eine optimale Anwendungsperformance garantieren.

Es ist absehbar, dass immer weniger Anbieter von gemanagten SD-WAN-Diensten auf nur eine Plattform setzen. Im Gegenteil: Eine wachsende Zahl von MSPs hat bereits SD-WAN-Dienste mit erweiterten Optionen angekündigt oder wird dies 2018 tun. Dieser Trend in Richtung Erweiterung der Serviceplattformen wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken. Denn dann verfügen sowohl die Provider als auch deren Kunden über größere Erfahrungen mit dem Einsatz von SD-WANs in unterschiedlichen Umgebungen.

Nach Einschätzung von Ovum werden die meisten Anbieter von gemanagten SD-WAN-Diensten daher Ende 2018 zwei bis drei SD-WAN-Plattformen verwenden. Viele dieser Provider haben bereits damit begonnen, Kunden bei Software-basierten Weitverkehrsnetzen eine erweiterte Auswahl von Funktionen anzubieten.

Die technische Grundlage für solche umfassenden Angebote ist somit vorhanden. Die neue Herausforderung besteht für die MSPs darin, ihre Vertriebsteams und Channel-Partner so zu schulen, dass sie die neuen Dienste erfolgreich vermarkten können.

Mike Sapien.
Mike Sapien. (Bild: Ovum)

Über den Autor

Mike Sapien ist Chief Analyst beim Marktforschungsunternehmen Ovum. Er beschäftigt sich dort mit Themen, die für global aktive Unternehmen relevant sind, sowie mit komplexen Managed Services. Sapien analysiert die Anforderungen solcher Unternehmen in Bezug auf Netzwerktechnik, IT-Sicherheit und Enterprise Mobility. Weitere Themenschwerpunkte sind: Services für Großunternehmen, darunter gemanagte IT-Sicherheits- und SD-WAN-Dienste, sowie vertikale Lösungen, speziell im Gesundheitswesen. Sapien verfasst auch Artikel für WAN Speak, einen Blog von Silver Peak.

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