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Europas größtes 5G-Messegelände Eine Million Quadratmeter Zukunft

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Das Gelände der Deutschen Messe in Hannover soll noch in diesem Jahr ein eigenes 5G-Campus-Netz erhalten – und dann mit 1,4 Mio. Quadratmetern das größte 5G-Messegelände Europas werden. Für die flächendeckende 5G-Versorgung zeichnet die Deutsche Telekom verantwortlich.

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Das Messegelände Hannover soll zu einem weltweit einzigartigen Testfeld für 5G-Anwendungsfelder werden.
Das Messegelände Hannover soll zu einem weltweit einzigartigen Testfeld für 5G-Anwendungsfelder werden.
(Bild: Deutsche Messe / Deutsche Telekom)

Das Campus-Netz in Hannover werde die Telekom als ein hybrides Netz realisieren. Die Messe könne so über ein privates Netz verfügen, welches Messe und Aussteller für ihre Anwendungen nutzen könnten, gleichzeitig stehe Besuchern das öffentliche 5G-Netz auf dem Gelände zur Verfügung.

Eines der größten 5G-Campus-Netze in Europa

Das Gelände in Hannover werde mit dem 5G-Ausbau eines der flächenmäßig größten 5G-Campus-Netze Europas bekommen. Im ersten Schritt möchte die Telekom fünf Hallen sowie das gesamte Freigelände einschließlich angrenzender Parkplätze mit 5G ausstatten. Im Anschluss würden alle 30 Hallen und Gebäude des Messegeländes versorgt. Ziel sei es, ein weltweit einzigartiges Testfeld für 5G-Anwendungsfelder zu erschaffen, auf dem Technologieführer unterschiedlichster Branchen aktiv werden können. Deutsche Messe und Deutsche Telekom werden das gemeinsame 5G-Angebot als Partner entwickeln und vermarkten.

Das Campus-Netz im Detail

Für das hybride Netz, das sogenannte Dual-Slice-Campus-Netz, werde die Telekom im ersten Schritt 14 5G-Antennen für den Außenbereich in Betrieb nehmen. Zusätzlich sollen mehr als 70 Indoor-Antennen die ersten fünf Hallen auch im Innenraum mit 5G ausleuchten.

Der private Teil des Campus-Netzes werde mit Frequenzen im Bereich 3,7 bis 3,8 GHz realisiert. Die Deutsche Messe habe hierfür von der Bundesnetzagentur eine entsprechende Lizenz aus dem Industriespektrum zugeteilt bekommen. Der Teil des öffentlichen Netzes werde über Telekom-eigene Frequenzen im Bereich 3,6 GHz sichergestellt. Somit stünden insgesamt 190 MHz Bandbreite für das Messegelände zur Verfügung.

Durch ein redundantes Mobilfunknetzwerk werde eine besonders hohe Verfügbarkeit sichergestellt. Eine in die Netzarchitektur integrierte Edge-Computing-Plattform soll anfallende Daten direkt auf dem Gelände in kürzester Reaktionszeit verarbeiten.

Messegelände wird zum Innovations-Campus

Auf dem 5G-Gelände der Deutschen Messe sollen künftig innovative und zukunftsweisende Anwendungen erforscht, entwickelt und getestet werden. Dies gelte für Produkte, Lösungen und Anwendungen quer durch alle Branchen.

„Wir werden damit vom reinen Veranstalter zum Betreiber eines Geländes für Test- und Demonstrationszwecke in hoch technologisierten Umgebungen. Damit entwickeln wir unser Messegelände zum multifunktionalen Innovations-Campus“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutsche Messe AG.

Das Niedersächsische Digitalisierungsministerium unterstützt den 5G-Ausbau des Messegeländes mit über 2,8 Mio. Euro. Niedersachsen erarbeitet eine Förderkulisse zur Unterstützung bei der Errichtung von forschungs- und industriebezogenen 5G-Campus-Netzen. Die 5G-Strategie der Landesregierung ziele nicht nur auf die Förderung einzelner Projekte, wie dem der Messe AG ab, sondern auf die Entwicklung eines landesweiten 5G-Ökosystems.

Hagen Rickmann, Geschäftsführer Geschäftskunden der Telekom Deutschland ergänzt: „5G wird insbesondere für die Industrie elementare Wettbewerbsvorteile bringen. Produktion und Mobilität profitieren genauso wie die Anwendungen für Smart City, Logistik oder Medizintechnik. Auf dem Messegelände Hannover werden die Vorteile der Zukunftstechnologie anfassbar. Und damit für Besucher und Kunden erlebbar.“

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