Industrie 4.0

Eher hundert kleine Schritte als ein großer Sprung

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

Industrie 4.0 muss als Bestandteil einer vernetzten, intelligenten Welt betrachtet werden, heißt es bei der Acatech: In der Smart Factory kommunizieren Menschen, Maschinen und Ressourcen wie in einem sozialen Netzwerk. Schnittstellen zu Smart Logistics und Smart Grid sind Grundlage intelligenter Infrastrukturen.
Industrie 4.0 muss als Bestandteil einer vernetzten, intelligenten Welt betrachtet werden, heißt es bei der Acatech: In der Smart Factory kommunizieren Menschen, Maschinen und Ressourcen wie in einem sozialen Netzwerk. Schnittstellen zu Smart Logistics und Smart Grid sind Grundlage intelligenter Infrastrukturen. (Bild: Arbeitskreis Industrie 4.0/DFKI)

Ob hinter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ tatsächlich eine Revolution für Deutschland oder lediglich ein faszinierend anmaßender Titel steckt – diese Frage diskutierten rund 200 strategische Entscheider aus Unternehmen, Politik und Wissenschaft in der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin.

Geschickt gewählt hatten die Veranstalter von der Deutschen Akademie für Technikwissenschaften Acatech, dem Huawei-Broader-Way-Forum sowie der Tageszeitung „Die Welt“ den Austragungsort ihrer gemeinsamen Konferenz „Industrie 4.0 – eine Revolution für die Zukunft Deutschlands“: Zwei S-Bahn-Stationen vom Bundestag entfernt, hätte man den politischen Geist der Hauptstadt auch ohne den als Keynote-Redner geladenen Bundesumweltminister Peter Altmeier und weitere Politikprominenz einatmen können.

Nichts mehr zu riechen war indes von der 1793 an gleicher Stelle installierten Dampfmaschine, dem Vernehmen nach die erste ihrer Art in Preußen und Sinnbild der ersten industriellen Revolution. Naheliegend blieb allerdings die Frage, ob die im Programmheft zitierte „vierte industrielle Revolution“ eine ähnliche Zäsur darstellt wie ihre Vorläufer.

Bei Industrie 4.0 ist von vielen kleinen Schritten die Rede

Prof. Dr. Günther Schuh vom Lehrstuhl für Produktionssystematik der RWTH Aachen lieferte eine evolutionäre Erklärung. So sei „Industrie 4.0“ nicht vordergründig mit einem oder zwei Technologiesprüngen gleichzusetzen. Stattdessen gehe es um das synergetische Zusammenwirken zahlreicher Komponenten und womöglich hundert kleine Schritte. Die vierte industrielle Revolution könne sich dann in einer erhöhten Kollaborationsproduktivität niederschlagen und beispielsweise die Frage beantworten, wo man sich aktuell im Produktionsprozess befinde. Die Antwort darauf habe man übrigens auch schon mit CIM (Computer Integrated Manufacturing) gesucht – sei jedoch an zu vielen fehlenden Elementen gescheitert.

Vier Schnellzüge, die sich aufeinander zu bewegen

Heute ist das Instrumentarium deutlich weiter fortgeschritten. Schuh spricht sinnbildlich von vier Schnellzügen, die sich aufeinander zu bewegen und in einem „Big Bang“ das liefern, was gemeinhin als vierte industrielle Revolution angesehen wird. Dazu gehören Software, immer leistungsfähigere IT-Hardware, Soziale Netze sowie automatisierte physische Systeme. Ein große Rolle spielen die Daten, die verwaltet, analysiert und verarbeitet werden müssen. Eckard Eberle, CEO Business Unit Industrial Automation Systems der Siemens AG, schränk jedoch ein: „Bei Industrie 4.0 geht es nicht darum, Informationen von links nach rechts zu verschieben. Daten müssen mit Semantik hinterlegt werden.“

In der Digitalisierung erkennt auch Acatech-Präsident Prof. Dr. Henning Kagermann einen wesentlichen Treiber der vierten industriellen Revolution. Kagermanns Vision einer Industrie 4.0 beinhaltet individualisierte und flexible Produktionsprozesse – mit denen sich auch Losgröße 1 zu ökonomischen Konditionen eines Massenherstellers fertigen lasse.

Industrie 4.0: Wie Cloud Computing und die App-Revolution fusionieren

Echtzeitnetzwerke mobilisieren Produktion und Logistikprozesse

Industrie 4.0: Wie Cloud Computing und die App-Revolution fusionieren

29.11.12 - Das Thema betrifft die gesamte Wirtschaft. In Expertenkreisen hat sich das Schlagwort „Industrie 4.0“ bereits etabliert. Damit gemeint ist die Individualisierung aller Prozesse mit Hilfe der Informationstechnologie, also eine Weiterentwicklung des Internets der Dinge und des Cloud Computings. Jetzt sollen die Anwender von der damit eingeleiteten App-Revolution auf breiter Front profitieren. lesen

IT stattet Fabrikhallen mit IQ aus

Industrie 4.0 – die vierte industrielle Revolution

IT stattet Fabrikhallen mit IQ aus

26.06.13 - Das Internet der Dinge hält Einzug in die industrielle Produktion – und wird dort die Fertigungssteuerung auf den Kopf stellen. Die Rolle der IT verändert sich damit fundamental, denn durch Vernetzung werden Komponenten, Material und Maschinen intelligent. lesen

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42407571 / Forschung und Entwicklung)