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Ist Ihr Unternehmensnetzwerk bereit für SD-WAN? Diese Umsetzungsmöglichkeiten für SD-WAN gibt es

| Autor / Redakteur: Sonja Berghman / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die Argumente für SD-WAN sind überzeugend: SD-WAN ist kostengünstig und agil. Denn durch den intelligenten Software Layer von SD-WAN werden die unterschiedlichen Verbindungsarten – von Breitband über LTE bis hin zu MPLS – über eine einzige benutzerfreundliche Oberfläche verwaltet. Das macht es für den IT-Verantwortlichen einfacher, die Anwendungs- und Netzwerkleistung des Unternehmens im Blick zu behalten.

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Sonja Berghman von Damovo erläutert die drei Wege Do it yourself, Zusammenarbeit mit einem Carrier/Kommunikationsdienstleister und Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Managed Service Provider, ein SD-WAN einzuführen und zu betreiben.
Sonja Berghman von Damovo erläutert die drei Wege Do it yourself, Zusammenarbeit mit einem Carrier/Kommunikationsdienstleister und Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Managed Service Provider, ein SD-WAN einzuführen und zu betreiben.
(Bild: Damovo)

Mit anderen Worten: SD-WAN stellt die nahtlose Verbindung zwischen der Hauptverwaltung, abgesetzten Standorten, Cloud-Diensten und zentralen Rechenzentren jederzeit sicher, zudem kann sie einfach überwacht werden.

Noch vor ein paar Jahren galt die Technologie rund um SD-WAN zwar als vielversprechende neuartige Entwicklung im Bereich Enterprise Networks, steckte jedoch noch in den Kinderschuhen. Seitdem hat sich SD-WAN rasant weiterentwickelt und ist heute eine ausgereifte Lösung, die für Stabilität, Belastbarkeit und Skalierbarkeit von Unternehmensnetzwerken steht.

Im Bericht "Magic Quadrant for WAN Edge Infrastructure" vom November 2019 prognostiziert Gartner, dass "bis 2024 zur Verbesserung der Agilität und Unterstützung von Cloud-Anwendungen 60 Prozent der Unternehmen SD-WAN implementiert haben werden, verglichen mit weniger als 20 Prozent im Jahr 2019".

Das ist keine überraschende Entwicklung. Cloud-basierte Anwendungen bieten Unternehmen große Vorteile – vor allem, wenn ihre Nutzer über mehrere Standorte verteilt sind. Die traditionelle WAN-Architektur ist nicht auf die Cloud ausgerichtet, wohingegen SD-WAN unabhängig von der Netzwerk-Transport-Technologie ist und somit wesentlich besser für Cloud-Anwendungen geeignet ist.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl an Anbietern, die die Kunden beim Übergang zu SD-WAN begleiten, enorm erhöht. Doch wie finden Unternehmen bei der breiten Auswahl den passenden Anbieter für ihre digitale Transformation? Diese Möglichkeiten stehen zur Auswahl:

  • DIY (Do it yourself)
  • Zusammenarbeit mit einem Carrier/Kommunikationsdienstleister (CSP)
  • Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Managed Service Provider (MSP)

Do it yourself

Entscheidet sich der Kunde dazu, die Lösung selbst zu implementieren, erfordert das qualifizierte, interne IT-Ressourcen. Um dies zu gewährleisten, muss demnach auch in die Weiterbildung und den Kompetenzaufbau des IT-Teams investiert werden. Und es bedarf mehrerer zeitintensiver Iterationsschleifen, um sukzessive die entsprechenden Schwachstellen auszuhebeln.

Die Implementierung von SD-WAN hat auch zur Folge, dass ein grundsätzliches Umdenken im Design erfolgen muss, wenn es um die sichere Anbindung von Lokationen und die Bereitstellung von Applikationen und Services in einem verteilten Netzwerk geht.

Sowohl auf strategischer als auch auf taktischer Ebene kann die Implementierung von SD-WAN daher bei einem DIY-Projekt zeit- und ressourcenaufwändig für Unternehmen sein. Das kann dazu führen, dass sich DIY-Organisationen auf die Lösung von ein oder zwei Problemen konzentrieren müssen, anstatt das volle Potenzial von SD-WAN auszuschöpfen.

Die kostengünstigere und effizientere Alternative für Unternehmen ist daher oft die Zusammenarbeit mit einem Carrier.

Zusammenarbeit mit einem Carrier

Carrier können eine großartige Option für Unternehmen sein, denn das grundlegende Geschäftsmodell von Carriern basiert ja gerade auf der Bereitstellung von Konnektivität. Da Kunden zunehmend von MPLS Netzwerken, die von den Carriern bereitgestellt werden, zu kostengünstigeren Hybridnetzen wechselten, suchten die Carrier nach weiteren Umsatzmöglichkeiten, da ansonsten nur noch die Verwaltung der Netzwerkwege übriggeblieben wäre. Dadurch entstand ein breit gefächertes SD-WAN-Angebot der Carrier.

Kritiker weisen jedoch auf einige Schwächen bei Carriern hin. Sie sagen, dass deren Verträge unflexibel und sie nicht in der Lage seien sind, echte End-to-End-Konnektivität anzubieten. Des Weiteren würden verschiedene Carrier zusammenarbeiten, um eine flächendeckende Abdeckung zu gewährleisten. Durch den komplexen und vielschichtigen Support, der durch die unterschiedlichen Carrier erbracht wird, steigt nicht nur die Anzahl der Kundentickets, sondern die Bearbeitung dieser nimmt auch oftmals mehrere Stunden bis hin zu Tagen in Anspruch.

Die Verlagerung von sensiblen Geschäftsanwendungen in die Cloud macht Unternehmen angreifbar. Daher sind ein reibungsloser Ablauf und der kundenzentrierte und zuverlässige Support von Spezialisten zwingend erforderlich.

Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Managed Service Provider (MSP)

Häufig zeichnen sich Managed Service Provider darin aus, dass sie in einer individualisierten und persönlichen Art mit ihren Kunden zusammenarbeiten und damit als vertrauenswürdiger Partner gesehen werden und ein konstant hohes Serviceniveau liefern.

Anstatt Kunden mit Standardverträgen zu bedienen, erbringt ein MSP auf die Bedürfnisse des Kunden maßgeschneiderte Lösungen. Das Ziel von MSPs ist es, ein langfristiger Partner zu werden, um das Netzwerk des Kunden zukunftssicher zu machen. Durch einen Proof of Value wird daher zunächst die Leistungsfähigkeit der kritischen Anwendungen überprüft. In einem zweiten Schritt werden neue Applikationen und Standorte hinzugefügt sowie die Integrationsmöglichkeiten in die bestehende Infrastruktur berücksichtigt.

Viele MSPs bieten bereits eine breite Palette von Diensten an, wie das Management von Netzwerken, Security, Unified Communications & Collaboration, Contact Center oder Desktop-Dienste. Die umfangreiche Expertise hilft ihnen dabei, ihre Services besser auf die Kundenbedürfnisse abzustimmen. Das führt zu einer sehr flexiblen und kundenorientierter Ausrichtung, die einen hohen Kunden nutzen erzeugt.

Einige MSPs bieten in Teilen sowohl Konnektivität als auch Carrier-Management an, wodurch Unternehmen bestmöglich ausgehandelte Angebote aus einer Hand erhalten. Die Unabhängigkeit vom Carrier ist wichtig, um dem Kunden die besten Optionen basierend auf den Kosten, der Leistung und Belastbarkeit des Netzwerks zu bieten. Durch MSPs haben Unternehmen einen einzigen Partner für ihre komplette Infrastruktur.

Fazit

Es gibt keine One-size-fits-all-Lösung – und mehrere Optionen zu haben, bietet die Chance das Setup zu wählen, welches auf die Bedürfnisse der Unternehmen passt.

Über die Autorin

Sonja Berghman ist Head of Enterprise Network Propositions bei Damovo.

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