Der schnelle Weg zu neuen Diensten

Die Virtualisierung von Netzwerkfunktionen, nicht von Netzen

| Autor / Redakteur: Johannes Weingart / Ulrike Ostler

Mit Network Funtions Virtualisation (NFV), eine Initiative der ETSI Industry Specification Group, lassen sich Netzwerkfunktionen virtualisieren, die bisher proprietäre dedizierte Hardware brauchen. NFV lässt sich Ergänzung zu SDN verstehen.
Mit Network Funtions Virtualisation (NFV), eine Initiative der ETSI Industry Specification Group, lassen sich Netzwerkfunktionen virtualisieren, die bisher proprietäre dedizierte Hardware brauchen. NFV lässt sich Ergänzung zu SDN verstehen. (Bild: Alexander Bedrin/Alexandr Mitiuc/Folotila.com)

Network Functions Virtualisation (NFV) ist die Virtualisierung von Netzwerkfunktionen. Dabei wird nicht das gesamte Daten- beziehungsweise Provider-Netz virtualisiert. Was bringt das?

Neue Dienste anzubieten, ist für einen Telekommunikations-Provider nicht einfach. Sie benötigen oft auch neue Hardware – also mehr Kapitalbindung, mehr Platzbedarf im Rechenzentrum, mehr Stromverbrauch, mehr Betriebskosten. Auch die Fachleute für Design und Implementierung oder Betrieb der immer komplexeren Anwendungen sind rar.

Noch schlimmer: Hardware-basierte Anwendungen haben keine lange Lebensdauer; die Innovationsgeschwindigkeit bei Technologie und Services verkürzt den Lebenszyklus von Hardware zusätzlich. Damit ist das Ausrollen neuer, potenziell profitabler Netzwerk-Dienste kostspielig und wird zum Engpass für Innovation.

Network Functions Virtualisation (NFV) kommt nun ins Spiel. Anders als bei Netzwerk-Virtualisierung werden hier nur die tatsächlichen Funktionen, nicht das gesamte Netzwerk virtualisiert.

Eine Initiative der ETSI Industry Specification Group

NFV ist eine Initiative der ETSI Industry Specification Group, mit dem Ziel, vor allem die Netzwerkfunktionen, die bisher proprietäre dedizierte Hardware brauchen, zu virtualisieren. Die Funktionen werden in Software implementiert, die auf einer breiten Palette von Standard-Server-Hardware läuft.

Das hat vor allem großen Einfluss auf die Gestaltung der Netzwerkarchitektur von Telekommunikationsanbietern – von Rechenzentren über Netzwerk-Knoten bis zu den Geräten beim Endanwender. Damit können viele Arten von Netzwerk-Equipment konsolidiert werden: Server, Switches und Storage.

NFV kann auf jede Paketverarbeitung auf Daten-Ebene und Funktionen der Steuerungs-Ebene in Festnetz- und mobilen Infrastrukturen angewendet werden. Dennoch ist die wesentliche Motivation bei NFV nicht Kostensenkung – obwohl das natürlich zählt – sondern die Geschwindigkeit, mit der Dienste dank mehr Flexibilität und Agilität umgesetzt werden können.

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