Zwischen Desktop und Smartphone – der Arbeitsplatz der Zukunft

Die technischen Herausforderungen der Mobile Cloud Ära

| Autor / Redakteur: Ralf Gegg / Andreas Donner

Desktop-Virtualisierung kann durch die zentrale Verwaltung und Bereitstellung von Desktop-Images zu Agilität, Effizienz und Kostensenkung im Unternehmen beitragen.
Desktop-Virtualisierung kann durch die zentrale Verwaltung und Bereitstellung von Desktop-Images zu Agilität, Effizienz und Kostensenkung im Unternehmen beitragen. (Bild: bloomua - Fotolia.com)

Unternehmen stehen heute vor der großen Herausforderung, ihr Arbeitsplatz-Konzept zukunftsfähig zu gestalten. Vom Desktop bis zum Smartphone müssen Endgeräte sicher verwaltet und in die Unternehmens-IT integriert werden. Dieser Wandel führt Schritt für Schritt in Richtung Software-definiertes Rechenzentrum.

Arbeitnehmer erwarten bei einem modernen Arbeitsplatz ein attraktives Geräte-Equipment, das sie idealerweise auch bereits privat kennen und nutzen. Anwendungen und Inhalte sollen abwechselnd auf Desktop, Laptop, Tablet und Smartphone genutzt werden können – und dies unabhängig von Ort und Zeit sowie ohne jegliche zeitliche Verzögerung. Damit steigen die Erwartungen an die Unternehmen.

Die grundsätzliche Fragestellung sollte daher nicht den technologischen Aspekt als Ausgangspunkt nehmen, sondern die Anforderungen des Unternehmens und der Mitarbeiter an den Arbeitsplatz der Zukunft sowie an die beruflich genutzten Geräte und die Art des Arbeitens generell. Dieser Arbeitsplatz der Zukunft entscheidet dann über die Technologie.

Wie also wird der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen?

Das mobile Arbeiten – ob vom Laptop, Tablet oder Smartphone – wird weiter zunehmen. Arbeitnehmer können somit von überall aus auf ihre Dokumente und Anwendungen zugreifen. Dies stellt jedoch ein enormes Sicherheitsproblem dar, da das Risiko steigt, dass vertrauliche Daten über die Endgeräte einem ungewollten Zugriff ausgesetzt sind.

Verwaltung von Geräten, Anwendungen und Inhalten, Sicherheit und Datenschutz sowie Compliance – innerhalb dieser Spannungsfelder muss sich das Workspace-Konzept eines Unternehmens bewegen. Hat das Unternehmen diese Eckpunkte festgezurrt, geht es an die technologische Umsetzung. Doch welcher technologische Ansatz verspricht Erfolg? Grundsätzlich unterscheiden sich hier grob zwei Felder: Desktop-Virtualisierung sowie Enterprise Mobility Management.

Desktop-Virtualisierung zwischen VDI und DaaS

Die Desktop-Virtualisierung im Unternehmen ist die konsequente Weiterentwicklung der Server- und Speicher-Virtualisierung. Die Ziele stimmen zum Großteil überein: Reduzierung der Kosten für Hard- und Software sowie Verringerung des Aufwands für Administration und Betrieb.

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Mittels Desktop-Virtualisierung kann man eine Arbeitsumgebung schaffen, in der Mitarbeiter oder Kunden von überall Zugriff auf die benötigten Anwendungen wie beispielsweise gehostete RDS-Anwendungen, paketierte ThinApps und SaaS-Anwendungen erhalten. Und zwar ganz unabhängig davon, welches Endgerät ihnen zur Verfügung steht.

Desktop-Virtualisierung kann durch die zentrale Verwaltung und Bereitstellung von Desktop-Images zu Agilität, Effizienz und Kostensenkung im Unternehmen beitragen. Hierbei ist es empfehlenswert, dass virtualisierte und Remote-Desktops sowie Anwendungen über eine einzige Plattform angeboten werden und Anwender über einen einheitlichen Arbeitsbereich Zugang zu allen Windows- und Online-Ressourcen erhalten, wie beispielsweise über das kürzlich vorgestellte VMware Horizon 6.

Während im eigenen Data Center gehostete virtuelle Desktop-Infrastrukturen bereits seit einiger Zeit erfolgreich eingesetzt werden, steckt die Desktop-Virtualisierung als Service über die Cloud – kurz DaaS – noch in den Kinderschuhen. Mit diesem Cloud-Dienst können Anwender unabhängig vom Standort mit ihrem Notebook oder Thin-Client auf ihren virtuellen Desktop zugreifen und Programme und Anwendungen nutzen, die nicht lokal auf dem Benutzer-PC, sondern zentral im Rechenzentrum liegen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Daten bei Verlust des Geräts nicht missbraucht werden können.

Desktop as a Service ist eine gute Alternative für kleine oder mittelständische Unternehmen (KMU), die von den Vorteilen einer virtuellen Desktop-Infrastruktur profitieren wollen, denen aber eine in-house gehostete VDI-Lösung zu kostspielig ist. DaaS ermöglicht es den Nutzern, direkt aus der Cloud auf Windows-Desktops und -Anwendungen zuzugreifen und vereint die Flexibilität des Cloud-Modells mit Sicherheit und absoluter Kostenkontrolle.

Doch was ist mit den mobilen Endgeräten?

Die reine Verwaltung mobiler Endgeräte, wie dies bei MDM-Lösungen (Mobile Device Management) zahlreicher Hersteller inzwischen Standard ist, stößt spätestens bei Laptops an ihre Grenzen. Daher ist hier ein integrierter Ansatz vonnöten, der vom klassischen Desktop bis hin zum mobilen Endgerät reicht.

Gerade im Enterprise Mobility Bereich haben viele Unternehmen in den vergangenen Jahren Insellösungen eingesetzt, die nur mangelhaft in ein übergeordnetes Konzept eingefügt werden konnten. Daher ist in diesem Zusammenhang Integration ein wichtiges Stichwort. Auch die Bereitstellung über ein Cloud-basiertes Modell sollte gegeben sein.

Eine umfassende Plattform für das Enterprise Mobility Management deckt neben Mobile Device Management auch noch folgende Aspekte ab: Mobile Applications Management (MAM), Mobile Content Management sowie Mobile E-Mail Management. Mit all diesen Funktionalitäten können sämtliche Geräte und die damit verbundenen Apps und Daten sicher über eine zentrale Verwaltungskonsole verwaltet und schnell in die Unternehmensumgebung eingebunden werden.

MAM ermöglicht einen Wechsel zwischen Privat- und Business-Umgebung mittels Container und ist damit auch für BYOD und CYOD (Bring/Choose Your Own Device) geeignet. Anwendungen für sicheres Browsen und Mobile Content Management mit Enterprise File Sync und Share sollten ebenfalls Bestandteile der Plattform sein.

Herausforderung Herstellervielfalt

Große Herausforderung bei den mobilen Endgeräten ist die Heterogenität der Anbieter und der Betriebssysteme. Daher ist ein übergreifendes, zentralisiertes Management unerlässlich, basierend auf einer Software, die APIs für das Management aller Android-Versionen, Apples iOS sowie Windows, etc. bietet. Gerade mit dem Aufkommen des Internet of Things wird die Anzahl möglicher mobiler Endpunkte, die gesichert und verwaltet werden müssen, rasant weiter zunehmen – beispielsweise im Medizinbereich oder der Automobilindustrie. Man denke nur an Fitnessarmbänder oder an die M2M-Kommunikation von Fahrzeugen untereinander.

Fazit

Idealerweise sollten sowohl Plattformen im Mobility- als auch im Desktop-Bereich in die übergreifende Struktur eines Software-definierten Rechenzentrums integriert werden. Denn ein einheitliches Management-Tool für beide Bereiche erleichtert dem Anwender die Arbeit erheblich, verringert die Komplexität und hat positive Synergieeffekte für das Unternehmen.

Und nur so können letzten Endes alle wesentlichen Elemente eines modernen Arbeitsplatzes – der in Zukunft mit Sicherheit noch multidimensionaler und komplexer wird – mit wenig Aufwand und hoher Qualität geliefert werden.

Ralf Gegg
Ralf Gegg (Bild: VMware)

Über den Autor

Ralf Gegg ist seit März 2013 Director End User Computing (EUC) CEMEA bei VMware und in dieser Position zuständig für die Ausweitung des EUC-Geschäfts in Zentral- und Osteuropa sowie in Russland/CIS. Zuvor war er Partner Director CEMEA bei VMware und damit verantwortlich für das Partnergeschäft. Davor leitete er zwei Jahre lang die Strategic Alliances Organisation in Deutschland.

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