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Restrukturierung & Konsolidierung von Rechenzentrumsnetzen, Teil 3 Die Switchport-Interconnects treiben das 10 Gigabit Ethernet

| Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Im Rechenzentrum treibt nicht die schnelle Server-Anbindung die Migration hin zu 10 Gigabit Ethernet (10GbE). Vielmehr wird die enorme Performance heute von den Switch-zu-Switch-Verbindungen gefordert. Doch welche Variante des 10GbE schlussendlich zum Einsatz kommt, ist zumeist eine Preisfrage.

Die Switch-Interconnects treiben im Rechenzentrum die Performance. Bild: Franck Boston - Fotolia.com
Die Switch-Interconnects treiben im Rechenzentrum die Performance. Bild: Franck Boston - Fotolia.com
( Archiv: Vogel Business Media )

Im ersten Artikel dieser Miniserie rund um das Thema Netzkonsolidierung in Rechenzentren wurden die bestehenden Standards für 10 GbE bereits aufgelistet. Alleine IEEE 802.3ae führt zu acht unterschiedlichen Varianten, von denen aber nur zwei oder drei für Rechenzentren wirklich interessant sind. Die anderen Varianten wenden sich eher an Metro- und WAN-Provider.

Der Standard für 10 GbE nach IEEE 802.3ae wurde bereits 2003 fertig gestellt – zu früh für den Markt. Denn drei bis vier Jahre Entwicklung bei VCSELs und Glasfaser-Transceivern können nicht ignoriert werden. Zudem wurden alleine drei Transceiver-Formfaktoren entwickelt, die dann aber kaum Absatz fanden. Einen Durchbruch brachte erst der Standard 10 GBASE-T nach IEEE 802.3an von 2006 mit sich – aber nur auf Twisted Pair.

Für den Anwendungsbereich „LAN“ und „RZ-Netz“ hat man daher noch einen weiteren 10 GbE Standard entworfen, der wesentlich mehr Rücksicht auf den eigentlichen Bedarf nimmt: 10 GBASE LRM (Long Reach Multimode).

Immer schneller schneller

Schließt man Server mit 10 GbE an das Netz an, ist für den Core der Schritt auf 40 GbE eine logische Konsequenz. Da sich die Serverleistung ca. alle zwei Jahre verdoppelt, bedeutet 10 GbE heute damit 40 GbE in 2011!

Letztlich geht es aber vor allem um ein auch über 10 GbE hinaus skalierbares Ethernet. Denn die für viele Anwender lange Zeit einzige Lösung der Aggregierung, verschwendet nur Kabel und Ressourcen. Um dies nachhaltig zu verhindern, muss ein modernes Netz skalierbar sein und skalierbares Ethernet bedeutet:

  • Konzeptionelle Lebensdauer von mehr als zehn Jahren
  • Konzept erweiterbar bis Terabit Ethernet
  • geschwindigkeitsunabhängige MAC
  • Multi-Lane, Multi-Rate n-GXS und n-AUI
  • Multi-Lane, Multi-Rate RS und n-MII
  • Autonegotiation der Lane-Konfiguration

Zunächst einmal denkt man bei 10 GbE an die Server-Anbindung. Und dies wird sicherlich auch ein wesentlicher Punkt sein, aber nicht immer sofort. Viel eher kann heute davon ausgegangen werden, dass der Bedarf im Rahmen eines RZ-Netzes entsteht, und zwar auf den Inter-Switch-Verbindungen.

Um dies zu verdeutlichen, kann man „Schichten“ oder, um Missverständnissen vorzubeugen, Bereiche innerhalb eines RZ-Netzes definieren, die orthogonal zu den OSI-Schichten stehen und mit diesen nicht verwechselt werden dürfen.

Diese Bereiche charakterisieren verschiedene Teile eines RZ-Netzes und sind:

  • Kernnetz (Core)
  • Verteilnetz (Distribution)
  • Zugriffsnetz (Access)
  • Serveranbindung (Server)

weiter mit: Speed-Treiber Switchport

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